Hans-Christian Prestien
Einer, der den Kindern eine Stimme gab

 

Hans-Christian Prestien
Einer, der den Kindern eine Stimme gab

Heute wurde Hans-Christian Prestien beigesetzt.

Es fällt schwer, über seinen Tod zu schreiben. Vielleicht, weil man bei manchen Menschen unbewusst davon ausgeht, dass sie immer da sein werden. Nicht unbedingt körperlich, aber als Orientierung, als Stimme, als Gewissen.

Hans-Christian Prestien war für viele Menschen eine solche Persönlichkeit.

Mehr als ein Familienrichter

Für die Öffentlichkeit war er Familienrichter.

Für viele Verfahrensbeistände war er Mentor, Lehrer, Wegbegleiter und Inspiration.

Für die Kinderrechte in Deutschland war er einer der Menschen, die nicht nur über Veränderungen gesprochen, sondern sie tatsächlich bewirkt haben.

Die Einführung und Entwicklung der Verfahrensbeistandschaft in Deutschland ist ohne seinen Namen kaum denkbar. Er gehörte zu denjenigen, die früh verstanden hatten, dass Kinder in familiengerichtlichen Verfahren mehr brauchen als Erwachsene, die über sie sprechen. Kinder brauchen Menschen, die ihre Perspektive verstehen, ihre Bedürfnisse erkennen und ihre Stimme hörbar machen.

Heute erscheint dieser Gedanke selbstverständlich. Damals war er es nicht.

Eine Haltung, keine Funktion

Wer Hans-Christian erlebt hat, erinnert sich nicht nur an seine fachliche Kompetenz.

Man erinnert sich an seine Wärme.

An seinen Humor.

An seine Fähigkeit, Menschen für eine Idee zu begeistern.

Und an seine manchmal unbequeme Beharrlichkeit, wenn es darum ging, die Interessen von Kindern gegen Widerstände zu verteidigen.

Er war kein Mensch der einfachen Antworten.

Er wusste, dass Familienkonflikte komplex sind. Dass es selten nur Täter und Opfer gibt. Dass hinter gerichtlichen Verfahren oft Leid, Enttäuschungen und gescheiterte Hoffnungen stehen.

Gerade deshalb hat er nie aufgehört, an die Möglichkeit von Verständigung und Versöhnung zu glauben.

Mein Mentor

Für mich persönlich war Hans-Christian weit mehr als ein geschätzter und bewunderter Mitstreiter.

Er war mein Mentor.

Er hat mir einen Weg gezeigt, den ich bis heute mit Leidenschaft gehe. Nicht durch fertige Antworten, sondern durch seine Haltung.

Von ihm habe ich gelernt, dass Kindeswohl keine politische Kategorie ist.

Es ist keine ideologische Kategorie.

Und es ist erst recht keine ökonomische Kategorie.

Kindeswohl entsteht dort, wo Erwachsene bereit sind, die Bedürfnisse von Kindern über ihre eigenen Interessen zu stellen.

Die Realität von Familien verstehen

Hans-Christian hat stets dafür gekämpft, dass Kinder als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen werden.

Nicht als Anhängsel ihrer Eltern.

Nicht als Objekte gerichtlicher Entscheidungen.

Sondern als Menschen mit eigenen Rechten, eigenen Bedürfnissen und eigener Würde.

Dabei war sein Denken immer multidisziplinär. Er wusste, dass juristische Entscheidungen allein selten ausreichen. Dass Psychologie, Pädagogik, Mediation und soziale Arbeit unverzichtbare Beiträge leisten können.

Heute sprechen viele von Interdisziplinarität.

Er hat sie gelebt.

Zu gut für diese Welt?

Manchmal frage ich mich, ob Hans-Christian vielleicht tatsächlich zu gut für diese Welt war.

Nicht, weil er naiv gewesen wäre.

Sondern weil er sich seine Überzeugungen bewahrt hat, obwohl er die Realität kannte.

Menschen wie er zahlen dafür oft einen hohen Preis. Sie investieren Zeit, Kraft und Lebensenergie in Ideale, von denen sie nicht profitieren werden, bis die Zeit für ihre Ideen kommt.

Dann hinterlassen Spuren, die noch lange sichtbar bleiben.

Sein Vermächtnis

Hans-Christian Prestien hat solche Spuren hinterlassen.

In den Strukturen, die er mit aufgebaut hat.

In den Kindern, deren Interessen durch seine Arbeit besser geschützt wurden.

In den Kolleginnen und Kollegen, die er geprägt hat.

Und in den Menschen, die durch ihn gelernt haben, den Blick konsequent auf das Wohl von Kindern zu richten.

Danke, Christian

Lieber Christian,

Ruhe in Frieden.

Dein Vermächtnis wird für Dich sprechen.

Und wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass die Erinnerung an Dich so lebendig bleibt, wie Du warst: menschlich, mutig, leidenschaftlich und zutiefst dem Wohl der Kinder verpflichtet.

Du hast Generationen geprägt.

Du hast Spuren hinterlassen.

Und Du hast gezeigt, dass es möglich ist, sich ein Leben lang für das Gute, das Schöne und das Gerechte einzusetzen.

Danke für alles. ❤️

Heute wurde Hans-Christian Prestien beigesetzt.

Es fällt schwer, über seinen Tod zu schreiben. Vielleicht, weil man bei manchen Menschen unbewusst davon ausgeht, dass sie immer da sein werden. Nicht unbedingt körperlich, aber als Orientierung, als Stimme, als Gewissen.

Hans-Christian Prestien war für viele Menschen eine solche Persönlichkeit.

Mehr als ein Familienrichter

Für die Öffentlichkeit war er Familienrichter.

Für viele Verfahrensbeistände war er Mentor, Lehrer, Wegbegleiter und Inspiration.

Für die Kinderrechte in Deutschland war er einer der Menschen, die nicht nur über Veränderungen gesprochen, sondern sie tatsächlich bewirkt haben.

Die Einführung und Entwicklung der Verfahrensbeistandschaft in Deutschland ist ohne seinen Namen kaum denkbar. Er gehörte zu denjenigen, die früh verstanden hatten, dass Kinder in familiengerichtlichen Verfahren mehr brauchen als Erwachsene, die über sie sprechen. Kinder brauchen Menschen, die ihre Perspektive verstehen, ihre Bedürfnisse erkennen und ihre Stimme hörbar machen.

Heute erscheint dieser Gedanke selbstverständlich. Damals war er es nicht.

Eine Haltung, keine Funktion

Wer Hans-Christian erlebt hat, erinnert sich nicht nur an seine fachliche Kompetenz.

Man erinnert sich an seine Wärme.

An seinen Humor.

An seine Fähigkeit, Menschen für eine Idee zu begeistern.

Und an seine manchmal unbequeme Beharrlichkeit, wenn es darum ging, die Interessen von Kindern gegen Widerstände zu verteidigen.

Er war kein Mensch der einfachen Antworten.

Er wusste, dass Familienkonflikte komplex sind. Dass es selten nur Täter und Opfer gibt. Dass hinter gerichtlichen Verfahren oft Leid, Enttäuschungen und gescheiterte Hoffnungen stehen.

Gerade deshalb hat er nie aufgehört, an die Möglichkeit von Verständigung und Versöhnung zu glauben.

Mein Mentor

Für mich persönlich war Hans-Christian weit mehr als ein geschätzter und bewunderter Mitstreiter.

Er war mein Mentor.

Er hat mir einen Weg gezeigt, den ich bis heute mit Leidenschaft gehe. Nicht durch fertige Antworten, sondern durch seine Haltung.

Von ihm habe ich gelernt, dass Kindeswohl keine politische Kategorie ist.

Es ist keine ideologische Kategorie.

Und es ist erst recht keine ökonomische Kategorie.

Kindeswohl entsteht dort, wo Erwachsene bereit sind, die Bedürfnisse von Kindern über ihre eigenen Interessen zu stellen.

Die Realität von Familien verstehen

Hans-Christian hat stets dafür gekämpft, dass Kinder als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen werden.

Nicht als Anhängsel ihrer Eltern.

Nicht als Objekte gerichtlicher Entscheidungen.

Sondern als Menschen mit eigenen Rechten, eigenen Bedürfnissen und eigener Würde.

Dabei war sein Denken immer multidisziplinär. Er wusste, dass juristische Entscheidungen allein selten ausreichen. Dass Psychologie, Pädagogik, Mediation und soziale Arbeit unverzichtbare Beiträge leisten können.

Heute sprechen viele von Interdisziplinarität.

Er hat sie gelebt.

Zu gut für diese Welt?

Manchmal frage ich mich, ob Hans-Christian vielleicht tatsächlich zu gut für diese Welt war.

Nicht, weil er naiv gewesen wäre.

Sondern weil er sich seine Überzeugungen bewahrt hat, obwohl er die Realität kannte.

Menschen wie er zahlen dafür oft einen hohen Preis. Sie investieren Zeit, Kraft und Lebensenergie in Ideale, von denen sie nicht profitieren werden, bis die Zeit für ihre Ideen kommt.

Dann hinterlassen Spuren, die noch lange sichtbar bleiben.

Sein Vermächtnis

Hans-Christian Prestien hat solche Spuren hinterlassen.

In den Strukturen, die er mit aufgebaut hat.

In den Kindern, deren Interessen durch seine Arbeit besser geschützt wurden.

In den Kolleginnen und Kollegen, die er geprägt hat.

Und in den Menschen, die durch ihn gelernt haben, den Blick konsequent auf das Wohl von Kindern zu richten.

Danke, Christian

Lieber Christian,

Ruhe in Frieden.

Dein Vermächtnis wird für Dich sprechen.

Und wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass die Erinnerung an Dich so lebendig bleibt, wie Du warst: menschlich, mutig, leidenschaftlich und zutiefst dem Wohl der Kinder verpflichtet.

Du hast Generationen geprägt.

Du hast Spuren hinterlassen.

Und Du hast gezeigt, dass es möglich ist, sich ein Leben lang für das Gute, das Schöne und das Gerechte einzusetzen.

Danke für alles. ❤️