Familienrecht: Auf dem Weg zu einer menschlicheren, kollaborativen und am Kindeswohl orientierten Justiz

Familienrecht: Auf dem Weg zu einer menschlicheren, kollaborativen und am Kindeswohl orientierten Justiz

Am 24. April 2026 wird die Universität Neuenburg/Neuchâtel die zweite Ausgabe des Tages des Familienrechts ausrichten, ein bedeutendes Treffen für Praktiker, Richter, Anwälte, Forschende und Fachpersonen, die sich mit den aktuellen Entwicklungen im Familienrecht beschäftigen. Das Programm dieses Tages zeugt von der Vielfalt der aktuellen Fragestellungen: hypothetisches Einkommen, familienrechtliches Verfahren, Rechtsprechung des Bundesgerichts, eheliches Güterrecht, alternierende Betreuung, Unterhaltsberechnung, elterlicher Konsens und familienrechtliche Begutachtung in Rechtsprechung und Praxis .

Über die Vielfalt der behandelten Themen hinaus zeichnet sich ein roter Faden ab: Das Familienrecht kann nicht länger ausschließlich als Instrument gerichtlicher Entscheidungsfindung verstanden werden. Es muss zu einem Raum des Verstehens, der Verantwortungsübernahme und der Transformation von Konflikten werden. Wenn sich Eltern trennen, besteht die zentrale Frage nicht nur darin, wer Recht hat oder nicht, sondern darin, wie das Kind, sein Gleichgewicht, seine emotionalen Bindungen und seine langfristige Entwicklung geschützt werden können.

In diesem Zusammenhang gewinnen Ansätze, die auf dem elterlichen Konsens und der kollaborativen (lösungsorientierten, subjektorientierten) Begutachtung beruhen, eine besondere Bedeutung.

Die Methode des elterlichen Konsenses, die im Programm als Pilotprojekt vorgestellt wird, markiert eine wesentliche Entwicklung. Sie lädt dazu ein, eine Logik der Konfrontation zu verlassen und eine Logik der Kooperation zu fördern. Die Eltern sind nicht mehr nur Parteien eines Rechtsstreits: Sie werden wieder zu den ersten Verantwortlichen für das Familienleben ihres Kindes. Ziel ist es nicht, den Konflikt zu leugnen, sondern die Bedingungen zu schaffen, ihn zu überwinden.

In diese Dynamik fügt sich auch mein Beitrag in der Podiumsdiskussion über die familienrechtliche Begutachtung in Rechtsprechung und Praxis ein, gemeinsam mit Fachpersonen aus Justiz, Medizin und psychosozialem Bereich . Mein Beitrag konzentriert sich auf die kollaborative Begutachtung, einen Ansatz, der darauf abzielt, die Grenzen klassischer familienrechtlicher Gutachten zu überwinden.

Traditionell wird die familienrechtliche Begutachtung von den Eltern häufig als eine äußere Bewertung erlebt, manchmal als bedrohlich, manchmal als unverständlich. Sie kann als ein Moment wahrgenommen werden, in dem jeder versucht, den Gutachter zu überzeugen, seine Position zu verteidigen und die Schwächen des anderen Elternteils aufzuzeigen. In hoch emotionalen Konflikten kann dieser Rahmen unbeabsichtigt zur Verstärkung der Polarisierung beitragen. Jeder bereitet sich darauf vor, beurteilt, bewertet und verglichen zu werden. Das Kind läuft dabei Gefahr, zum Objekt des Konflikts zu werden, anstatt als Subjekt geschützt zu werden.

Die kollaborative Begutachtung eröffnet einen anderen Weg.

Sie verzichtet weder auf professionelle Strenge noch auf eine vertiefte Analyse noch auf den Schutz des Kindes. Aber sie verändert die Haltung grundlegend. Es geht nicht mehr nur darum, einen Bericht über die Familie zu erstellen, sondern mit der Familie zu arbeiten. Eltern, Kinder und Fachpersonen werden zu Akteuren eines strukturierten Prozesses, der auf die Suche nach Lösungen ausgerichtet ist. Den Eltern wird ihre Verantwortung nicht entzogen: Sie werden dabei begleitet, sie wieder zu übernehmen.

Dieser Ansatz beruht auf einer grundlegenden Überzeugung: Familien können nicht nachhaltig unterstützt werden, wenn Lösungen ausschließlich von außen vorgegeben werden. Eine gerichtliche Entscheidung kann notwendig sein, reicht aber oft nicht aus, um den Konflikt zu befrieden. Damit eine Lösung tatsächlich funktioniert, muss sie verstanden, verinnerlicht und von denjenigen getragen werden, die sie im Alltag leben müssen.

In dieser Logik wird ein Element entscheidend: der Zeitpunkt des Eingreifens. Je länger sich ein elterlicher Konflikt entwickelt und intensiviert, desto stärker verhärtet er sich, desto mehr verfestigen sich die Positionen und desto stärker ist das Kind schädlichen Dynamiken ausgesetzt. Es ist daher dringend zu empfehlen, eine frühe Intervention bereits bei den ersten Anzeichen einer Eskalation zu wählen, um zu verhindern, dass sich der Konflikt verfestigt und strukturell wird. Ein frühes Eingreifen ermöglicht es häufig, noch vorhandene Beziehungspotenziale zu erhalten und tiefere Beeinträchtigungen der Eltern-Kind-Beziehung zu vermeiden.

Die kollaborative/lösungsorientierte Begutachtung kann in diesem Zusammenhang in besonders fruchtbarer Weise mit dem elterlichen Konsens kombiniert werden. Gemeinsam ermöglichen diese Ansätze die Schaffung eines Rahmens, der auf das Subjekt ausgerichtet ist – also auf die Menschen, ihre Bedürfnisse, ihre Emotionen und ihre Fähigkeiten – und nicht auf das Objekt des Rechtsstreits, wie es bei klassischen Gutachten häufig der Fall ist. Diese Verschiebung der Perspektive ist grundlegend: Sie ermöglicht es, dem Kind als Subjekt von Rechten und Erleben wieder eine zentrale Stellung zu geben und es nicht als bloßen Gegenstand einer Entscheidung zu behandeln.

Die kollaborative/lösungsorientierte Begutachtung ermöglicht genau dies. Sie hilft den Eltern, die tief liegenden Ursachen ihres Konflikts zu identifizieren: emotionale Verletzungen, Vertrauensverlust, Angst, das Kind zu verlieren, Gefühl von Ungerechtigkeit, Kommunikationsschwierigkeiten, partnerschaftliche Traumata, familiäre Loyalitäten oder gegensätzliche Vorstellungen von Elternrollen. Diese Dimensionen sind oft hinter den juristischen Auseinandersetzungen präsent. Sie verschwinden nicht, nur weil ein Urteil gefällt wird. Wenn sie nicht verstanden werden, neigen sie dazu, sich zu verlagern, zu wiederholen und das Kind weiterhin zu belasten.

Einer der großen Vorteile dieses Ansatzes liegt daher in seiner Fähigkeit, nicht nur die Symptome des Konflikts, sondern auch seine Ursachen zu bearbeiten. Es geht nicht nur darum, einen Betreuungsplan zu organisieren oder Umgangsregelungen festzulegen. Es geht darum zu verstehen, warum diese Organisation unmöglich geworden ist, warum das Vertrauen zwischen den Eltern zerbrochen ist und warum das Kind in eine Dynamik geraten ist, die es überfordert.

Dies eröffnet den Weg zu nachhaltigeren Lösungen.

Im Rahmen einer kollaborativen/lösungsorienterten Begutachtung können Eltern dazu angeleitet werden, neue Kommunikationsformen zu erproben, die Bedürfnisse des Kindes anzuerkennen, ihren partnerschaftlichen Konflikt von ihrer elterlichen Verantwortung zu trennen und schrittweise eine funktionierende Ko-Elternschaft wieder aufzubauen. Selbst wenn die Beziehung zwischen den Eltern schwierig bleibt, ist es oft möglich, ein Mindestmaß an Kooperation im Interesse des Kindes zu erreichen. Dieses Minimum kann entscheidend sein.

Das Kind braucht Schutz, aber auch Kontinuität. Es braucht Erwachsene, die sein Recht anerkennen, zu lieben und geliebt zu werden, und die es nicht in einen Loyalitätskonflikt drängen. Die Aufrechterhaltung der Eltern-Kind-Beziehung – sofern dies möglich und sicher ist – stellt ein zentrales Ziel dar. Die kollaborative Begutachtung ermöglicht es, diese Beziehung differenziert, individuell und mit der notwendigen Vorsicht zu bearbeiten.

Sie bietet zudem einen wesentlichen Vorteil in komplexen Situationen, insbesondere bei Vorwürfen häuslicher Gewalt, Misshandlung, Kontrolle oder Instrumentalisierung. Diese Situationen erfordern eine sorgfältige, differenzierte und individualisierte Analyse. Es wäre gefährlich, auf alle Familien ein einheitliches Modell anzuwenden. Manche Situationen erfordern sofortigen Schutz, Kontaktbeschränkungen oder Sicherheitsmaßnahmen. Andere verlangen eine schrittweise Wiederherstellung des Kontakts unter Aufsicht und Evaluation. Wieder andere erfordern eine Kombination aus Schutz, Therapie, spezialisierter Mediation und gerichtlicher Kontrolle.

Die kollaborative/lösungsorientierte Begutachtung bedeutet daher keineswegs Naivität. Sie besteht weder darin, Dialog um jeden Preis zu erzwingen, noch darin, eine künstliche Ko-Elternschaft dort zu etablieren, wo sie gefährlich wäre. Vielmehr ermöglicht sie es, jede Situation in ihrer tatsächlichen Komplexität zu erfassen, auf der Grundlage einer breiten interdisziplinären Erfahrung. Sie bietet einen Rahmen, in dem Risiken erkannt, Ressourcen mobilisiert und Entscheidungen im konkreten Interesse des Kindes getroffen werden können.

Ein weiterer zentraler Beitrag dieses Ansatzes liegt in seinem dynamischen Charakter.

In vielen familienrechtlichen Konflikten kann eine zu einem bestimmten Zeitpunkt getroffene Entscheidung nicht als endgültig optimal betrachtet werden. Kinder entwickeln sich weiter. Eltern verändern sich. Beziehungen wandeln sich. Maßnahmen können unerwartete Auswirkungen haben. Eine rechtlich kohärente Lösung kann sich psychologisch als unzureichend erweisen, während eine vorsichtige Lösung schrittweise Vertrauen wieder aufbauen kann.

Deshalb ist es wesentlich, bestimmte Entscheidungen als vorläufig zu betrachten und nach einigen Monaten erneut zu evaluieren. Diese fallbezogene Neubewertung ermöglicht es zu prüfen, ob die getroffene Maßnahme tatsächlich zur Befriedung des Konflikts beigetragen hat. Sie erlaubt festzustellen, ob es dem Kind besser geht, ob die Eltern kooperativer geworden sind, ob die Beziehung geschützt ist und ob Risiken abgenommen oder zugenommen haben. Auf Grundlage einer individuellen ad-hoc-Bewertung kann die Entscheidung angepasst werden.

Diese Flexibilität ist von großem Wert. Sie verhindert, dass eine sich wandelnde familiäre Situation zu früh verfestigt wird. Gleichzeitig stärkt sie die Verantwortung der Eltern: Die Entscheidung ist nicht nur ein Endpunkt, sondern eine Etappe in einem Prozess. Die Eltern wissen, dass ihr Verhalten, ihre Kooperationsfähigkeit und ihr Engagement für das Kind beobachtet und erneut bewertet werden. Dies kann eine konstruktive Dynamik erzeugen.

Die kollaborative/lösungsorientierte Begutachtung steht somit im Einklang mit einer umfassenderen Entwicklung des Familienrechts: dem Übergang von einem entscheidungszentrierten Modell zu einem prozessorientierten Modell. Der Richter bleibt unverzichtbar. Das Recht bleibt unverzichtbar. Doch beide gewinnen, wenn sie mit Instrumenten verbunden werden, die die emotionale und relationale Realität von Familien berücksichtigen.

Denn in familienrechtlichen Konflikten reicht die juristische Wahrheit oft nicht aus. Es braucht auch eine relationale Wahrheit: zu verstehen, was jeder erlebt, was das Kind empfindet, was der Konflikt verhindert und was die Familie noch aufbauen kann. Das Recht muss schützen, aber auch Wege eröffnen.

Und vielleicht ist es kein Zufall, dass diese Überlegungen in Neuenburg stattfinden. Im Hintergrund dieser Tagung liegt der See, ruhig und weit, als Spiegel jenes Gleichgewichts, das so viele Familien suchen. Seine ruhige Oberfläche leugnet nicht die Tiefe, die ihn prägt, sondern erinnert daran, dass ein Gleichgewicht möglich ist. Das schöne Wetter, das Licht und der offene Horizont bieten eine stille, aber kraftvolle Metapher: einen Raum, in dem Spannungen sich lösen können, Perspektiven sich erweitern und eine andere Zukunft sichtbar wird.

Wie diese Landschaft ist auch das Familienrecht dazu aufgerufen, sich weiterzuentwickeln – nicht indem es Stürme leugnet, sondern indem es Bedingungen schafft, unter denen sie sich beruhigen können. Und im Zentrum dieses Horizonts bleibt eine konstante Anforderung bestehen: das Wohl des Kindes, nicht als abstraktes Prinzip, sondern als lebendige Realität, die mit Sorgfalt, Menschlichkeit und Verantwortung gestaltet, geschützt und immer wieder neu bewertet werden muss.

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English:

Family Law: Towards a More Human, Collaborative, and Child-Centered Justice

On April 24, 2026, the University of Neuchâtel will host the second edition of the Family Law Day, an important gathering for practitioners, judges, lawyers, researchers, and professionals engaged in the current developments in family law. The program of this day reflects the diversity of current issues: imputed income, family law procedure, Federal Supreme Court jurisprudence, matrimonial property regimes, alternating custody, maintenance calculations, parental consensus, and family expertise in jurisprudence and practice .

Beyond the diversity of topics addressed, a common thread emerges: family law can no longer be understood solely as an instrument of judicial decision-making. It must become a space for understanding, responsibility, and the transformation of conflicts. When parents separate, the central question is not only who is right or wrong, but how to protect the child, their balance, their emotional bonds, and their long-term development.

In this context, approaches based on parental consensus and collaborative expertise take on particular importance.

The method of parental consensus, presented in the program as a pilot project, marks an essential development. It invites a move away from a logic of confrontation toward a logic of cooperation. Parents are no longer merely parties to a dispute: they once again become the primary actors responsible for their child’s family life. The aim is not to deny the conflict, but to create the conditions to overcome it.

It is within this same dynamic that my contribution to the round table on family expertise in jurisprudence and practice takes place, alongside professionals from the judicial, medical, and psychosocial fields . My contribution focuses on collaborative expertise, an approach that seeks to overcome the limitations of traditional family assessments.

Traditionally, family expertise is often experienced by parents as an external evaluation, sometimes perceived as threatening, sometimes as incomprehensible. It can be seen as a moment in which each party tries to convince the expert, defend their position, and highlight the shortcomings of the other parent. In highly emotional conflicts, this framework can unintentionally reinforce polarization. Each person prepares to be judged, evaluated, and compared. The child, in this context, risks becoming the object of the conflict rather than the subject to be protected.

Collaborative expertise opens another path.

It does not renounce professional rigor, in-depth analysis, or the protection of the child. But it fundamentally changes the posture. It is no longer only about producing a report about the family, but about working with the family. Parents, children, and professionals become actors in a structured process oriented toward finding solutions. Parents are not deprived of their responsibility: they are supported in reclaiming it.

This approach is based on a fundamental conviction: families cannot be sustainably supported if solutions are imposed exclusively from the outside. A judicial decision may be necessary, but it is often not sufficient to resolve the conflict. For a solution to truly work, it must be understood, internalized, and carried by those who must live with it in their daily lives.

Within this logic, one element becomes decisive: the timing of intervention. The longer a parental conflict develops and intensifies, the more rigid it becomes, the more positions crystallize, and the more the child is exposed to harmful dynamics. It is therefore strongly recommended to favor early intervention, from the first signs of escalation, in order to prevent the conflict from becoming entrenched and structural. Early action often allows the preservation of relational resources that are still available and prevents deeper damage to the parent-child relationship.

In this context, collaborative expertise can be combined in a particularly fruitful way with parental consensus. Together, these approaches make it possible to create a framework oriented toward the subject—that is, the people, their needs, their emotions, and their capacities—and not toward the object of the dispute, as is often the case in traditional expert assessments. This shift in perspective is fundamental: it allows the child, as a subject of rights and experience, to regain a central place, rather than being treated as a mere object of decision.

Collaborative expertise makes this possible. It helps parents identify the deep causes of their conflict: emotional wounds, loss of trust, fear of losing the child, feelings of injustice, communication difficulties, relational trauma, family loyalties, or opposing representations of parental roles. These dimensions are often present behind legal disputes. They do not disappear simply because a judgment is issued. If they are not understood, they tend to shift, repeat themselves, and continue to affect the child.

One of the major advantages of this approach lies in its ability to address not only the symptoms of the conflict but also its causes. It is not only about organizing a custody schedule or defining contact arrangements. It is about understanding why such an organization has become impossible, why parental trust has broken down, and why the child has become caught in a dynamic that overwhelms them.

This opens the way to more sustainable solutions.

Within a collaborative expertise process, parents may be guided to experiment with new forms of communication, recognize the child’s needs, distinguish their conjugal conflict from their parental responsibility, and gradually rebuild functional co-parenting. Even when the parental relationship remains difficult, it is often possible to establish a minimum level of cooperation for the benefit of the child. This minimum can be decisive.

The child needs protection, but also continuity. They need adults who recognize their right to love and be loved and who do not place them at the center of a loyalty conflict. Preserving the parent-child relationship—when possible and safe—is a fundamental objective. Collaborative expertise makes it possible to work on this relationship in a nuanced, individualized, and cautious manner.

It also offers a major advantage in complex situations, particularly when there are allegations of domestic violence, abuse, control, or instrumentalization. These situations require careful, nuanced, and individualized analysis. It would be dangerous to apply a single model mechanically to all families. Some situations require immediate protection, restrictions on contact, or safety measures. Others require a gradual restoration of contact, supervised and evaluated. Others still call for a combination of protection, therapy, specialized mediation, and judicial oversight.

Collaborative expertise therefore does not mean naivety. It does not consist of forcing dialogue at all costs or imposing artificial co-parenting where it would be dangerous. Rather, it makes it possible to examine each situation in its real complexity, based on a broad interdisciplinary experience. It provides a framework in which risks can be identified, resources mobilized, and decisions adapted to the concrete well-being of the child.

Another fundamental contribution of this approach lies in its dynamic nature.

In many family conflicts, a decision made at a given moment cannot be considered definitively optimal. Children grow. Parents evolve. Relationships change. Measures can produce unexpected effects. A legally coherent solution may prove psychologically insufficient, while a cautious solution may gradually restore trust.

For this reason, it is essential to consider certain decisions as provisional and to reassess them after a few months. This case-by-case reassessment makes it possible to verify whether the decision taken has effectively contributed to resolving the parental conflict. It allows one to determine whether the child is doing better, whether the parents are cooperating more, whether the relationship is protected, and whether risks have decreased or increased. Based on an individual ad hoc evaluation, the decision can be adjusted.

This flexibility is valuable. It prevents a changing family situation from being fixed too early. It also reinforces parental responsibility: the decision is not only an endpoint but a step in a process. Parents know that their behavior, their ability to cooperate, and their commitment to the child will be observed and reassessed. This can create a constructive dynamic.

Collaborative expertise thus aligns with a broader transformation of family law: the transition from a decision-centered model to a process-oriented model. The judge remains essential. The law remains essential. But both benefit from being connected with tools capable of addressing the emotional and relational reality of families.

Because in family conflicts, legal truth is often not enough. There is also a need for relational truth: understanding what each person experiences, what the child feels, what the conflict prevents, and what the family can still rebuild. The law must protect, but also open pathways.

And perhaps it is no coincidence that these reflections take place in Neuchâtel. In the background of this conference lies the lake, calm and expansive, reflecting the balance that so many families seek. Its peaceful surface does not deny its depth, but reminds us that balance is possible. The beautiful weather, the light, and the open horizon offer a quiet but powerful metaphor: a space where tensions can settle, perspectives can widen, and another future can emerge.

Like this landscape, family law is called to evolve—not by denying storms, but by creating the conditions under which they can subside. And at the center of this horizon remains a constant requirement: the well-being of the child, not as an abstract principle, but as a living reality to be built, protected, and continually reassessed with care, humanity, and responsibility.

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Español

Derecho de familia: hacia una justicia más humana, colaborativa y orientada al bienestar del menor

El 24 de abril de 2026, la Universidad de Neuchâtel acogió la segunda edición de la Jornada de Derecho de Familia, un encuentro importante para profesionales, jueces, abogados, investigadores y especialistas comprometidos con las evoluciones actuales del derecho de familia. El programa de esta jornada da cuenta de la diversidad de las cuestiones actuales: ingresos hipotéticos, procedimiento en derecho de familia, jurisprudencia del Tribunal Federal, regímenes económicos matrimoniales, custodia alternada, cálculo de pensiones alimenticias, consenso parental y peritaje familiar en la jurisprudencia y en la práctica .

Más allá de la diversidad de los temas abordados, emerge un hilo conductor claro: el derecho de familia ya no puede entenderse únicamente como un instrumento de toma de decisiones judiciales. Debe convertirse en un espacio de comprensión, de responsabilidad y de transformación de los conflictos. Cuando los padres se separan, la cuestión central no es solamente quién tiene razón o no, sino cómo proteger al niño, su equilibrio, sus vínculos afectivos y su desarrollo a largo plazo.

En este contexto, los enfoques basados en el consenso parental y la pericia colaborativa adquieren una importancia particular.

El método del consenso parental, presentado en el programa como un proyecto piloto, marca una evolución esencial. Invita a abandonar una lógica de confrontación para favorecer una lógica de cooperación. Los padres ya no son únicamente partes de un litigio: vuelven a convertirse en los principales responsables de la vida familiar de su hijo. El objetivo no es negar el conflicto, sino crear las condiciones para superarlo.

Es en esta misma dinámica que se inscribe mi intervención en la mesa redonda dedicada a la pericia familiar en la jurisprudencia y en la práctica, junto a profesionales del ámbito judicial, médico y psicosocial . Mi aportación se centra en la pericia colaborativa, un enfoque que busca superar las limitaciones de las evaluaciones familiares tradicionales.

Tradicionalmente, la pericia familiar es a menudo vivida por los padres como una evaluación externa, a veces percibida como amenazante, a veces como incomprensible. Puede ser vista como un momento en el que cada parte intenta convencer al perito, defender su posición y poner de manifiesto las debilidades del otro progenitor. En los conflictos altamente emocionales, este marco puede reforzar involuntariamente la polarización. Cada uno se prepara para ser juzgado, evaluado y comparado. El niño, en este contexto, corre el riesgo de convertirse en objeto del conflicto en lugar de ser el sujeto a proteger.

La pericia colaborativa abre otro camino.

No renuncia ni al rigor profesional, ni al análisis profundo, ni a la protección del niño. Pero modifica fundamentalmente la postura. Ya no se trata únicamente de elaborar un informe sobre la familia, sino de trabajar con la familia. Padres, hijos y profesionales se convierten en actores de un proceso estructurado orientado a la búsqueda de soluciones. A los padres no se les priva de su responsabilidad: se les acompaña para que la recuperen.

Este enfoque se basa en una convicción fundamental: las familias no pueden ser ayudadas de manera sostenible si las soluciones se imponen exclusivamente desde el exterior. Una decisión judicial puede ser necesaria, pero a menudo no es suficiente para resolver el conflicto. Para que una solución funcione realmente, debe ser comprendida, interiorizada y asumida por quienes tendrán que vivirla en su vida cotidiana.

En esta lógica, un elemento se vuelve decisivo: el momento de la intervención. Cuanto más se desarrolla e intensifica un conflicto parental, más rígido se vuelve, más se cristalizan las posiciones y más el niño queda expuesto a dinámicas perjudiciales. Por ello, es altamente recomendable favorecer una intervención temprana, desde los primeros signos de escalada, con el fin de evitar que el conflicto se arraigue y se vuelva estructural. Una actuación precoz permite a menudo preservar recursos relacionales aún disponibles y evitar daños más profundos en la relación entre padres e hijos.

En este contexto, la pericia colaborativa puede combinarse de manera especialmente fructífera con el consenso parental. Juntos, estos enfoques permiten crear un marco orientado hacia el sujeto —es decir, las personas, sus necesidades, sus emociones y sus capacidades— y no hacia el objeto del litigio, como ocurre a menudo en las evaluaciones tradicionales. Este cambio de perspectiva es fundamental: permite que el niño, como sujeto de derechos y de experiencia, recupere un lugar central, en lugar de ser tratado como un mero objeto de decisión.

La pericia colaborativa permite precisamente esto. Ayuda a los padres a identificar las causas profundas de su conflicto: heridas emocionales, pérdida de confianza, miedo a perder al hijo, sentimientos de injusticia, dificultades de comunicación, traumas relacionales, lealtades familiares o representaciones opuestas de los roles parentales. Estas dimensiones suelen estar presentes detrás de los conflictos jurídicos. No desaparecen simplemente porque se dicte una sentencia. Si no se comprenden, tienden a desplazarse, a repetirse y a seguir afectando al niño.

Una de las grandes ventajas de este enfoque reside, por tanto, en su capacidad para abordar no solo los síntomas del conflicto, sino también sus causas. No se trata únicamente de organizar un régimen de custodia o de establecer modalidades de contacto. Se trata de comprender por qué esa organización se ha vuelto imposible, por qué la confianza entre los padres se ha roto y por qué el niño ha quedado atrapado en una dinámica que le supera.

Esto abre el camino a soluciones más sostenibles.

En el marco de una pericia colaborativa, los padres pueden ser guiados para experimentar nuevas formas de comunicación, reconocer las necesidades del niño, distinguir su conflicto conyugal de su responsabilidad parental y reconstruir progresivamente una coparentalidad funcional. Incluso cuando la relación parental sigue siendo difícil, a menudo es posible establecer un nivel mínimo de cooperación en beneficio del niño. Ese mínimo puede ser decisivo.

El menor necesita protección, pero también continuidad. Necesita adultos que reconozcan su derecho a amar y a ser amado, y que no lo sitúen en el centro de un conflicto de lealtades. Preservar la relación entre padres e hijos —cuando sea posible y seguro— constituye un objetivo fundamental. La pericia colaborativa permite trabajar esta relación de manera matizada, individualizada y prudente.

También ofrece una ventaja importante en situaciones complejas, en particular cuando existen alegaciones de violencia doméstica, maltrato, control o instrumentalización. Estas situaciones requieren un análisis cuidadoso, matizado e individualizado. Sería peligroso aplicar un modelo único de forma mecánica a todas las familias. Algunas situaciones requieren protección inmediata, restricciones de contacto o medidas de seguridad. Otras requieren una restauración progresiva del vínculo, supervisada y evaluada. Otras, aún, requieren una combinación de protección, terapia, mediación especializada y control judicial.

La pericia colaborativa no implica, por tanto, ingenuidad. No consiste en forzar el diálogo a cualquier precio ni en imponer una coparentalidad artificial allí donde sería peligrosa. Por el contrario, permite examinar cada situación en su complejidad real, sobre la base de una amplia experiencia interdisciplinaria. Ofrece un marco en el que pueden identificarse los riesgos, movilizarse los recursos y adaptarse las decisiones al bienestar concreto del niño.

Otra contribución fundamental de este enfoque reside en su carácter dinámico.

En muchos conflictos familiares, una decisión adoptada en un momento determinado no puede considerarse definitivamente óptima. Los niños crecen. Los padres evolucionan. Las relaciones cambian. Las medidas pueden producir efectos inesperados. Una solución jurídicamente coherente puede resultar psicológicamente insuficiente, mientras que una solución prudente puede restaurar progresivamente la confianza.

Por ello, es esencial considerar ciertas decisiones como provisionales y reevaluarlas tras algunos meses. Esta reevaluación caso por caso permite verificar si la decisión adoptada ha contribuido efectivamente a resolver el conflicto parental. Permite comprobar si el niño está mejor, si los padres cooperan más, si la relación está protegida y si los riesgos han disminuido o aumentado. Sobre la base de una evaluación individual ad hoc, la decisión puede ajustarse.

Esta flexibilidad es valiosa. Evita fijar demasiado pronto una situación familiar cambiante. También refuerza la responsabilidad parental: la decisión no es solo un punto final, sino una etapa dentro de un proceso. Los padres saben que su comportamiento, su capacidad de cooperación y su compromiso con el niño serán observados y reevaluados. Esto puede generar una dinámica constructiva.

La pericia colaborativa se inscribe así en una transformación más amplia del derecho de familia: el paso de un modelo centrado en la decisión a un modelo orientado al proceso. El juez sigue siendo indispensable. El derecho sigue siendo indispensable. Pero ambos se benefician al articularse con herramientas capaces de abordar la realidad emocional y relacional de las familias.

Porque en los conflictos familiares, la verdad jurídica a menudo no es suficiente. También se necesita una verdad relacional: comprender lo que vive cada persona, lo que siente el niño, lo que el conflicto impide y lo que la familia aún puede reconstruir. El derecho debe proteger, pero también abrir caminos.

Y quizá no sea casualidad que estas reflexiones tengan lugar en Neuchâtel. Como telón de fondo de esta jornada se encuentra el lago, tranquilo y abierto, reflejando el equilibrio que tantas familias buscan. Su superficie serena no niega la profundidad que lo habita, sino que recuerda que el equilibrio es posible. El buen tiempo, la luz y el horizonte abierto ofrecen una metáfora silenciosa pero poderosa: un espacio en el que las tensiones pueden apaciguarse, las perspectivas pueden ampliarse y puede emerger otro futuro.

Como ese paisaje, el derecho de familia está llamado a evolucionar —no negando las tormentas, sino creando las condiciones para que puedan calmarse—. Y en el centro de este horizonte permanece una exigencia constante: el bienestar del niño, no como un principio abstracto, sino como una realidad viva que debe ser construida, protegida y reevaluada continuamente con cuidado, humanidad y responsabilidad.

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Francais:

Droit des familles : vers une justice plus humaine, collaborative et orientée vers le bien-être de l’enfant

Le 24 avril 2026, l’Université de Neuchâtel accueillera la 2e édition de la Journée droit des familles, un rendez-vous important pour les praticiens, magistrats, avocats, chercheurs et professionnels engagés dans les transformations contemporaines du droit familial. Le programme de cette journée témoigne de la richesse des enjeux actuels : revenu hypothétique, procédure familiale, jurisprudence du Tribunal fédéral, régimes matrimoniaux, garde alternée, contributions d’entretien, consensus parental et expertise familiale dans la jurisprudence et la pratique .

Au-delà de la diversité des thèmes abordés, un fil rouge se dégage : le droit de la famille ne peut plus être pensé uniquement comme un instrument de décision judiciaire. Il doit devenir un espace de compréhension, de responsabilisation et de transformation des conflits. Lorsque des parents se séparent, la question centrale n’est pas seulement de savoir qui a raison ou tort, mais de déterminer comment préserver l’enfant, son équilibre, ses relations affectives et son développement à long terme.

Dans cette perspective, les approches fondées sur le consensus parental et l’expertise collaborative prennent une importance particulière.

La méthode du consensus parental, developpée par la juge Marie-France Carlier à partir du modèle allemand du Cochem, est présentée dans le cadre du programme comme projet pilote. Cette méthode marque une évolution essentielle. Elle invite à sortir d’une logique de confrontation pour favoriser une logique de coopération. Les parents ne sont plus seulement les parties d’un litige : ils redeviennent les premiers responsables de la vie familiale de leur enfant. L’objectif n’est pas de nier le conflit, mais de créer les conditions permettant de le dépasser.

C’est dans cette même dynamique que s’inscrit mon intervention lors de la table ronde consacrée à l’expertise familiale dans la jurisprudence et la pratique, aux côtés de professionnels issus du champ judiciaire, médical et psychosocial . Mon apport portera sur l’expertise collaborative, une approche qui cherche à dépasser les limites des expertises familiales classiques.

Traditionnellement, l’expertise familiale est souvent vécue par les parents comme une évaluation extérieure, parfois menaçante, parfois incomprise. Elle peut être perçue comme un moment où chacun doit convaincre l’expert, défendre sa position, démontrer les failles de l’autre parent. Dans les conflits hautement émotionnels, ce cadre peut involontairement renforcer la polarisation. Chacun se prépare à être jugé, évalué, comparé. L’enfant, quant à lui, risque de devenir l’objet du conflit plutôt que le sujet à protéger.

L’expertise collaborative propose un autre chemin.

Elle ne renonce ni à la rigueur professionnelle, ni à l’analyse approfondie, ni à la protection de l’enfant. Mais elle modifie la posture. Il ne s’agit plus seulement de produire un rapport sur la famille, mais de travailler avec la famille. Les parents, les enfants et les experts deviennent les acteurs d’un processus structuré, orienté vers la recherche de solutions. Les parents ne sont pas dépossédés de leur responsabilité : ils sont accompagnés pour la reprendre.

Cette approche repose sur une conviction fondamentale : les familles ne peuvent pas être durablement aidées si les solutions leur sont uniquement imposées de l’extérieur. Une décision judiciaire peut être nécessaire, mais elle ne suffit pas toujours à apaiser le conflit. Pour qu’une solution fonctionne réellement, elle doit être comprise, intégrée et portée par ceux qui devront la vivre au quotidien.

Dans cette logique, un élément devient crucial : le temps d’intervention. Plus un conflit parental s’installe et s’intensifie, plus il devient rigide, plus les positions se cristallisent et plus l’enfant est exposé à des dynamiques délétères. Il est donc fortement recommandé de privilégier une intervention précoce, dès les premiers signes d’escalade, afin d’éviter que le conflit ne s’enracine et ne devienne structurel. Une action rapide permet souvent de préserver des ressources relationnelles encore disponibles et d’éviter des atteintes plus profondes au lien parent-enfant.

L’expertise collaborative peut, dans ce contexte, être combinée de manière particulièrement féconde avec le consensus parental. Ensemble, ces approches permettent de construire un cadre où le processus est orienté vers le sujet – c’est-à-dire les personnes, leurs besoins, leurs émotions, leurs capacités – et non vers l’objet du litige, comme c’est souvent le cas dans les expertises classiques. Ce déplacement de perspective est fondamental : il permet de redonner une place centrale à l’enfant en tant que sujet de droit et de vécu, et non comme simple objet de décision.

L’expertise collaborative permet précisément cela. Elle aide les parents à identifier les causes profondes de leur conflit : blessures émotionnelles, pertes de confiance, peur de perdre l’enfant, sentiment d’injustice, difficultés de communication, traumatismes conjugaux, loyautés familiales ou représentations opposées du rôle parental. Ces dimensions sont souvent présentes derrière les débats juridiques. Elles ne disparaissent pas parce qu’un jugement est rendu. Si elles ne sont pas comprises, elles risquent au contraire de se déplacer, de se répéter et de continuer à affecter l’enfant.

L’un des grands avantages de cette démarche est donc sa capacité à travailler non seulement sur les symptômes du conflit, mais aussi sur ses causes. On ne se limite pas à organiser un calendrier de garde ou à fixer une modalité de contact. On cherche à comprendre pourquoi cette organisation est devenue impossible, pourquoi la confiance parentale s’est effondrée, pourquoi l’enfant se retrouve pris dans une dynamique qui le dépasse.

Cela ouvre la voie à des solutions plus durables.

Dans une expertise collaborative, les parents peuvent être amenés à expérimenter de nouvelles formes de communication, à reconnaître les besoins de l’enfant, à distinguer leur conflit conjugal de leur responsabilité parentale, à reconstruire progressivement une coparentalité fonctionnelle. Même lorsque la relation parentale reste difficile, il est souvent possible d’établir un minimum de coopération autour de l’enfant. Ce minimum peut être décisif.

L’enfant a besoin de protection, mais aussi de continuité. Il a besoin que les adultes autour de lui puissent reconnaître son droit à aimer, à être aimé, à ne pas être placé au centre d’un conflit de loyauté. Préserver le lien parent-enfant, lorsque cela est possible et sécurisant, constitue un objectif fondamental. L’expertise collaborative permet de travailler ce lien de manière fine, individualisée et prudente.

Elle présente également un intérêt majeur dans les situations complexes, notamment lorsque des allégations de violence domestique, de maltraitance, d’emprise ou d’instrumentalisation sont présentes. Ces situations exigent une analyse rigoureuse, nuancée et individualisée. Il serait dangereux d’appliquer mécaniquement un modèle unique à toutes les familles. Certaines situations nécessitent une protection immédiate, des restrictions de contact ou des mesures de sécurité. D’autres exigent une restauration progressive du lien, encadrée et évaluée. D’autres encore appellent une combinaison de protection, de thérapie, de médiation spécialisée et de contrôle judiciaire.

L’expertise collaborative ne signifie donc pas naïveté. Elle ne consiste pas à forcer le dialogue à tout prix, ni à imposer une coparentalité artificielle là où elle serait dangereuse. Elle permet au contraire d’examiner chaque situation dans sa complexité réelle, avec une base d’expérience large et interdisciplinaire. Elle offre un cadre dans lequel les risques peuvent être identifiés, les ressources mobilisées et les décisions adaptées au bien-être concret de l’enfant.

Un autre apport fondamental de cette approche est son caractère dynamique.

Dans de nombreux conflits familiaux, une décision prise à un moment donné ne peut pas être considérée comme définitivement optimale. Les enfants grandissent. Les parents évoluent. Les relations changent. Les mesures peuvent produire des effets inattendus. Une solution juridiquement cohérente peut se révéler psychologiquement insuffisante, ou inversement une solution prudente peut ouvrir progressivement la voie à davantage de confiance.

C’est pourquoi il est essentiel de penser certaines décisions comme des solutions provisoires, réévaluables après quelques mois. Cette réévaluation, réalisée au cas par cas, permet de vérifier si la mesure décidée produit effectivement l’apaisement attendu. Elle permet de vérifier si l’enfant va mieux, si les parents coopèrent davantage, si le lien est protégé, si les risques diminuent ou augmentent. Après une évaluation individuelle ad hoc, il devient possible d’ajuster la décision.

Cette souplesse est précieuse. Elle évite de figer trop tôt une situation familiale mouvante. Elle permet aussi de responsabiliser les parents : la décision n’est pas seulement une fin, elle devient une étape dans un processus. Les parents savent que leur comportement, leur capacité à coopérer et leur engagement envers l’enfant seront observés et réévalués. Cela peut créer une dynamique constructive.

L’expertise collaborative rejoint ainsi une transformation plus large du droit des familles : le passage d’un modèle centré sur la décision à un modèle centré sur le processus. Le juge reste indispensable. Le droit reste indispensable. Mais ils gagnent à s’articuler avec des outils capables de traiter la réalité émotionnelle et relationnelle des familles.

Car dans les conflits familiaux, la vérité juridique ne suffit pas toujours. Il faut aussi une vérité relationnelle : comprendre ce que chacun vit, ce que l’enfant ressent, ce que le conflit empêche, ce que la famille pourrait encore reconstruire. Le droit doit pouvoir protéger, mais aussi ouvrir des chemins.

Et peut-être n’est-il pas anodin que ces réflexions aient lieu à Neuchâtel. En toile de fond de cette journée, le lac, calme et ouvert, reflète une forme d’équilibre que recherchent tant de familles en conflit. Sa surface paisible ne nie pas les profondeurs qui l’habitent, mais elle rappelle qu’un apaisement est possible. Le beau temps, la lumière, l’horizon dégagé offrent une métaphore discrète mais puissante : celle d’un espace où les tensions peuvent se déposer, où les perspectives peuvent s’élargir, où un autre avenir peut se dessiner.

Comme ce paysage, le droit des familles est appelé à évoluer : non pas en niant les tempêtes, mais en créant les conditions pour qu’elles s’apaisent. Et au cœur de cet horizon, une exigence demeure constante : le bien-être de l’enfant, non comme principe abstrait, mais comme réalité vivante à construire, protéger et réévaluer, avec rigueur, humanité et responsabilité.

Am 24. April 2026 wird die Universität Neuenburg/Neuchâtel die zweite Ausgabe des Tages des Familienrechts ausrichten, ein bedeutendes Treffen für Praktiker, Richter, Anwälte, Forschende und Fachpersonen, die sich mit den aktuellen Entwicklungen im Familienrecht beschäftigen. Das Programm dieses Tages zeugt von der Vielfalt der aktuellen Fragestellungen: hypothetisches Einkommen, familienrechtliches Verfahren, Rechtsprechung des Bundesgerichts, eheliches Güterrecht, alternierende Betreuung, Unterhaltsberechnung, elterlicher Konsens und familienrechtliche Begutachtung in Rechtsprechung und Praxis .

Über die Vielfalt der behandelten Themen hinaus zeichnet sich ein roter Faden ab: Das Familienrecht kann nicht länger ausschließlich als Instrument gerichtlicher Entscheidungsfindung verstanden werden. Es muss zu einem Raum des Verstehens, der Verantwortungsübernahme und der Transformation von Konflikten werden. Wenn sich Eltern trennen, besteht die zentrale Frage nicht nur darin, wer Recht hat oder nicht, sondern darin, wie das Kind, sein Gleichgewicht, seine emotionalen Bindungen und seine langfristige Entwicklung geschützt werden können.

In diesem Zusammenhang gewinnen Ansätze, die auf dem elterlichen Konsens und der kollaborativen (lösungsorientierten, subjektorientierten) Begutachtung beruhen, eine besondere Bedeutung.

Die Methode des elterlichen Konsenses, die im Programm als Pilotprojekt vorgestellt wird, markiert eine wesentliche Entwicklung. Sie lädt dazu ein, eine Logik der Konfrontation zu verlassen und eine Logik der Kooperation zu fördern. Die Eltern sind nicht mehr nur Parteien eines Rechtsstreits: Sie werden wieder zu den ersten Verantwortlichen für das Familienleben ihres Kindes. Ziel ist es nicht, den Konflikt zu leugnen, sondern die Bedingungen zu schaffen, ihn zu überwinden.

In diese Dynamik fügt sich auch mein Beitrag in der Podiumsdiskussion über die familienrechtliche Begutachtung in Rechtsprechung und Praxis ein, gemeinsam mit Fachpersonen aus Justiz, Medizin und psychosozialem Bereich . Mein Beitrag konzentriert sich auf die kollaborative Begutachtung, einen Ansatz, der darauf abzielt, die Grenzen klassischer familienrechtlicher Gutachten zu überwinden.

Traditionell wird die familienrechtliche Begutachtung von den Eltern häufig als eine äußere Bewertung erlebt, manchmal als bedrohlich, manchmal als unverständlich. Sie kann als ein Moment wahrgenommen werden, in dem jeder versucht, den Gutachter zu überzeugen, seine Position zu verteidigen und die Schwächen des anderen Elternteils aufzuzeigen. In hoch emotionalen Konflikten kann dieser Rahmen unbeabsichtigt zur Verstärkung der Polarisierung beitragen. Jeder bereitet sich darauf vor, beurteilt, bewertet und verglichen zu werden. Das Kind läuft dabei Gefahr, zum Objekt des Konflikts zu werden, anstatt als Subjekt geschützt zu werden.

Die kollaborative Begutachtung eröffnet einen anderen Weg.

Sie verzichtet weder auf professionelle Strenge noch auf eine vertiefte Analyse noch auf den Schutz des Kindes. Aber sie verändert die Haltung grundlegend. Es geht nicht mehr nur darum, einen Bericht über die Familie zu erstellen, sondern mit der Familie zu arbeiten. Eltern, Kinder und Fachpersonen werden zu Akteuren eines strukturierten Prozesses, der auf die Suche nach Lösungen ausgerichtet ist. Den Eltern wird ihre Verantwortung nicht entzogen: Sie werden dabei begleitet, sie wieder zu übernehmen.

Dieser Ansatz beruht auf einer grundlegenden Überzeugung: Familien können nicht nachhaltig unterstützt werden, wenn Lösungen ausschließlich von außen vorgegeben werden. Eine gerichtliche Entscheidung kann notwendig sein, reicht aber oft nicht aus, um den Konflikt zu befrieden. Damit eine Lösung tatsächlich funktioniert, muss sie verstanden, verinnerlicht und von denjenigen getragen werden, die sie im Alltag leben müssen.

In dieser Logik wird ein Element entscheidend: der Zeitpunkt des Eingreifens. Je länger sich ein elterlicher Konflikt entwickelt und intensiviert, desto stärker verhärtet er sich, desto mehr verfestigen sich die Positionen und desto stärker ist das Kind schädlichen Dynamiken ausgesetzt. Es ist daher dringend zu empfehlen, eine frühe Intervention bereits bei den ersten Anzeichen einer Eskalation zu wählen, um zu verhindern, dass sich der Konflikt verfestigt und strukturell wird. Ein frühes Eingreifen ermöglicht es häufig, noch vorhandene Beziehungspotenziale zu erhalten und tiefere Beeinträchtigungen der Eltern-Kind-Beziehung zu vermeiden.

Die kollaborative/lösungsorientierte Begutachtung kann in diesem Zusammenhang in besonders fruchtbarer Weise mit dem elterlichen Konsens kombiniert werden. Gemeinsam ermöglichen diese Ansätze die Schaffung eines Rahmens, der auf das Subjekt ausgerichtet ist – also auf die Menschen, ihre Bedürfnisse, ihre Emotionen und ihre Fähigkeiten – und nicht auf das Objekt des Rechtsstreits, wie es bei klassischen Gutachten häufig der Fall ist. Diese Verschiebung der Perspektive ist grundlegend: Sie ermöglicht es, dem Kind als Subjekt von Rechten und Erleben wieder eine zentrale Stellung zu geben und es nicht als bloßen Gegenstand einer Entscheidung zu behandeln.

Die kollaborative/lösungsorientierte Begutachtung ermöglicht genau dies. Sie hilft den Eltern, die tief liegenden Ursachen ihres Konflikts zu identifizieren: emotionale Verletzungen, Vertrauensverlust, Angst, das Kind zu verlieren, Gefühl von Ungerechtigkeit, Kommunikationsschwierigkeiten, partnerschaftliche Traumata, familiäre Loyalitäten oder gegensätzliche Vorstellungen von Elternrollen. Diese Dimensionen sind oft hinter den juristischen Auseinandersetzungen präsent. Sie verschwinden nicht, nur weil ein Urteil gefällt wird. Wenn sie nicht verstanden werden, neigen sie dazu, sich zu verlagern, zu wiederholen und das Kind weiterhin zu belasten.

Einer der großen Vorteile dieses Ansatzes liegt daher in seiner Fähigkeit, nicht nur die Symptome des Konflikts, sondern auch seine Ursachen zu bearbeiten. Es geht nicht nur darum, einen Betreuungsplan zu organisieren oder Umgangsregelungen festzulegen. Es geht darum zu verstehen, warum diese Organisation unmöglich geworden ist, warum das Vertrauen zwischen den Eltern zerbrochen ist und warum das Kind in eine Dynamik geraten ist, die es überfordert.

Dies eröffnet den Weg zu nachhaltigeren Lösungen.

Im Rahmen einer kollaborativen/lösungsorienterten Begutachtung können Eltern dazu angeleitet werden, neue Kommunikationsformen zu erproben, die Bedürfnisse des Kindes anzuerkennen, ihren partnerschaftlichen Konflikt von ihrer elterlichen Verantwortung zu trennen und schrittweise eine funktionierende Ko-Elternschaft wieder aufzubauen. Selbst wenn die Beziehung zwischen den Eltern schwierig bleibt, ist es oft möglich, ein Mindestmaß an Kooperation im Interesse des Kindes zu erreichen. Dieses Minimum kann entscheidend sein.

Das Kind braucht Schutz, aber auch Kontinuität. Es braucht Erwachsene, die sein Recht anerkennen, zu lieben und geliebt zu werden, und die es nicht in einen Loyalitätskonflikt drängen. Die Aufrechterhaltung der Eltern-Kind-Beziehung – sofern dies möglich und sicher ist – stellt ein zentrales Ziel dar. Die kollaborative Begutachtung ermöglicht es, diese Beziehung differenziert, individuell und mit der notwendigen Vorsicht zu bearbeiten.

Sie bietet zudem einen wesentlichen Vorteil in komplexen Situationen, insbesondere bei Vorwürfen häuslicher Gewalt, Misshandlung, Kontrolle oder Instrumentalisierung. Diese Situationen erfordern eine sorgfältige, differenzierte und individualisierte Analyse. Es wäre gefährlich, auf alle Familien ein einheitliches Modell anzuwenden. Manche Situationen erfordern sofortigen Schutz, Kontaktbeschränkungen oder Sicherheitsmaßnahmen. Andere verlangen eine schrittweise Wiederherstellung des Kontakts unter Aufsicht und Evaluation. Wieder andere erfordern eine Kombination aus Schutz, Therapie, spezialisierter Mediation und gerichtlicher Kontrolle.

Die kollaborative/lösungsorientierte Begutachtung bedeutet daher keineswegs Naivität. Sie besteht weder darin, Dialog um jeden Preis zu erzwingen, noch darin, eine künstliche Ko-Elternschaft dort zu etablieren, wo sie gefährlich wäre. Vielmehr ermöglicht sie es, jede Situation in ihrer tatsächlichen Komplexität zu erfassen, auf der Grundlage einer breiten interdisziplinären Erfahrung. Sie bietet einen Rahmen, in dem Risiken erkannt, Ressourcen mobilisiert und Entscheidungen im konkreten Interesse des Kindes getroffen werden können.

Ein weiterer zentraler Beitrag dieses Ansatzes liegt in seinem dynamischen Charakter.

In vielen familienrechtlichen Konflikten kann eine zu einem bestimmten Zeitpunkt getroffene Entscheidung nicht als endgültig optimal betrachtet werden. Kinder entwickeln sich weiter. Eltern verändern sich. Beziehungen wandeln sich. Maßnahmen können unerwartete Auswirkungen haben. Eine rechtlich kohärente Lösung kann sich psychologisch als unzureichend erweisen, während eine vorsichtige Lösung schrittweise Vertrauen wieder aufbauen kann.

Deshalb ist es wesentlich, bestimmte Entscheidungen als vorläufig zu betrachten und nach einigen Monaten erneut zu evaluieren. Diese fallbezogene Neubewertung ermöglicht es zu prüfen, ob die getroffene Maßnahme tatsächlich zur Befriedung des Konflikts beigetragen hat. Sie erlaubt festzustellen, ob es dem Kind besser geht, ob die Eltern kooperativer geworden sind, ob die Beziehung geschützt ist und ob Risiken abgenommen oder zugenommen haben. Auf Grundlage einer individuellen ad-hoc-Bewertung kann die Entscheidung angepasst werden.

Diese Flexibilität ist von großem Wert. Sie verhindert, dass eine sich wandelnde familiäre Situation zu früh verfestigt wird. Gleichzeitig stärkt sie die Verantwortung der Eltern: Die Entscheidung ist nicht nur ein Endpunkt, sondern eine Etappe in einem Prozess. Die Eltern wissen, dass ihr Verhalten, ihre Kooperationsfähigkeit und ihr Engagement für das Kind beobachtet und erneut bewertet werden. Dies kann eine konstruktive Dynamik erzeugen.

Die kollaborative/lösungsorientierte Begutachtung steht somit im Einklang mit einer umfassenderen Entwicklung des Familienrechts: dem Übergang von einem entscheidungszentrierten Modell zu einem prozessorientierten Modell. Der Richter bleibt unverzichtbar. Das Recht bleibt unverzichtbar. Doch beide gewinnen, wenn sie mit Instrumenten verbunden werden, die die emotionale und relationale Realität von Familien berücksichtigen.

Denn in familienrechtlichen Konflikten reicht die juristische Wahrheit oft nicht aus. Es braucht auch eine relationale Wahrheit: zu verstehen, was jeder erlebt, was das Kind empfindet, was der Konflikt verhindert und was die Familie noch aufbauen kann. Das Recht muss schützen, aber auch Wege eröffnen.

Und vielleicht ist es kein Zufall, dass diese Überlegungen in Neuenburg stattfinden. Im Hintergrund dieser Tagung liegt der See, ruhig und weit, als Spiegel jenes Gleichgewichts, das so viele Familien suchen. Seine ruhige Oberfläche leugnet nicht die Tiefe, die ihn prägt, sondern erinnert daran, dass ein Gleichgewicht möglich ist. Das schöne Wetter, das Licht und der offene Horizont bieten eine stille, aber kraftvolle Metapher: einen Raum, in dem Spannungen sich lösen können, Perspektiven sich erweitern und eine andere Zukunft sichtbar wird.

Wie diese Landschaft ist auch das Familienrecht dazu aufgerufen, sich weiterzuentwickeln – nicht indem es Stürme leugnet, sondern indem es Bedingungen schafft, unter denen sie sich beruhigen können. Und im Zentrum dieses Horizonts bleibt eine konstante Anforderung bestehen: das Wohl des Kindes, nicht als abstraktes Prinzip, sondern als lebendige Realität, die mit Sorgfalt, Menschlichkeit und Verantwortung gestaltet, geschützt und immer wieder neu bewertet werden muss.

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English:

Family Law: Towards a More Human, Collaborative, and Child-Centered Justice

On April 24, 2026, the University of Neuchâtel will host the second edition of the Family Law Day, an important gathering for practitioners, judges, lawyers, researchers, and professionals engaged in the current developments in family law. The program of this day reflects the diversity of current issues: imputed income, family law procedure, Federal Supreme Court jurisprudence, matrimonial property regimes, alternating custody, maintenance calculations, parental consensus, and family expertise in jurisprudence and practice .

Beyond the diversity of topics addressed, a common thread emerges: family law can no longer be understood solely as an instrument of judicial decision-making. It must become a space for understanding, responsibility, and the transformation of conflicts. When parents separate, the central question is not only who is right or wrong, but how to protect the child, their balance, their emotional bonds, and their long-term development.

In this context, approaches based on parental consensus and collaborative expertise take on particular importance.

The method of parental consensus, presented in the program as a pilot project, marks an essential development. It invites a move away from a logic of confrontation toward a logic of cooperation. Parents are no longer merely parties to a dispute: they once again become the primary actors responsible for their child’s family life. The aim is not to deny the conflict, but to create the conditions to overcome it.

It is within this same dynamic that my contribution to the round table on family expertise in jurisprudence and practice takes place, alongside professionals from the judicial, medical, and psychosocial fields . My contribution focuses on collaborative expertise, an approach that seeks to overcome the limitations of traditional family assessments.

Traditionally, family expertise is often experienced by parents as an external evaluation, sometimes perceived as threatening, sometimes as incomprehensible. It can be seen as a moment in which each party tries to convince the expert, defend their position, and highlight the shortcomings of the other parent. In highly emotional conflicts, this framework can unintentionally reinforce polarization. Each person prepares to be judged, evaluated, and compared. The child, in this context, risks becoming the object of the conflict rather than the subject to be protected.

Collaborative expertise opens another path.

It does not renounce professional rigor, in-depth analysis, or the protection of the child. But it fundamentally changes the posture. It is no longer only about producing a report about the family, but about working with the family. Parents, children, and professionals become actors in a structured process oriented toward finding solutions. Parents are not deprived of their responsibility: they are supported in reclaiming it.

This approach is based on a fundamental conviction: families cannot be sustainably supported if solutions are imposed exclusively from the outside. A judicial decision may be necessary, but it is often not sufficient to resolve the conflict. For a solution to truly work, it must be understood, internalized, and carried by those who must live with it in their daily lives.

Within this logic, one element becomes decisive: the timing of intervention. The longer a parental conflict develops and intensifies, the more rigid it becomes, the more positions crystallize, and the more the child is exposed to harmful dynamics. It is therefore strongly recommended to favor early intervention, from the first signs of escalation, in order to prevent the conflict from becoming entrenched and structural. Early action often allows the preservation of relational resources that are still available and prevents deeper damage to the parent-child relationship.

In this context, collaborative expertise can be combined in a particularly fruitful way with parental consensus. Together, these approaches make it possible to create a framework oriented toward the subject—that is, the people, their needs, their emotions, and their capacities—and not toward the object of the dispute, as is often the case in traditional expert assessments. This shift in perspective is fundamental: it allows the child, as a subject of rights and experience, to regain a central place, rather than being treated as a mere object of decision.

Collaborative expertise makes this possible. It helps parents identify the deep causes of their conflict: emotional wounds, loss of trust, fear of losing the child, feelings of injustice, communication difficulties, relational trauma, family loyalties, or opposing representations of parental roles. These dimensions are often present behind legal disputes. They do not disappear simply because a judgment is issued. If they are not understood, they tend to shift, repeat themselves, and continue to affect the child.

One of the major advantages of this approach lies in its ability to address not only the symptoms of the conflict but also its causes. It is not only about organizing a custody schedule or defining contact arrangements. It is about understanding why such an organization has become impossible, why parental trust has broken down, and why the child has become caught in a dynamic that overwhelms them.

This opens the way to more sustainable solutions.

Within a collaborative expertise process, parents may be guided to experiment with new forms of communication, recognize the child’s needs, distinguish their conjugal conflict from their parental responsibility, and gradually rebuild functional co-parenting. Even when the parental relationship remains difficult, it is often possible to establish a minimum level of cooperation for the benefit of the child. This minimum can be decisive.

The child needs protection, but also continuity. They need adults who recognize their right to love and be loved and who do not place them at the center of a loyalty conflict. Preserving the parent-child relationship—when possible and safe—is a fundamental objective. Collaborative expertise makes it possible to work on this relationship in a nuanced, individualized, and cautious manner.

It also offers a major advantage in complex situations, particularly when there are allegations of domestic violence, abuse, control, or instrumentalization. These situations require careful, nuanced, and individualized analysis. It would be dangerous to apply a single model mechanically to all families. Some situations require immediate protection, restrictions on contact, or safety measures. Others require a gradual restoration of contact, supervised and evaluated. Others still call for a combination of protection, therapy, specialized mediation, and judicial oversight.

Collaborative expertise therefore does not mean naivety. It does not consist of forcing dialogue at all costs or imposing artificial co-parenting where it would be dangerous. Rather, it makes it possible to examine each situation in its real complexity, based on a broad interdisciplinary experience. It provides a framework in which risks can be identified, resources mobilized, and decisions adapted to the concrete well-being of the child.

Another fundamental contribution of this approach lies in its dynamic nature.

In many family conflicts, a decision made at a given moment cannot be considered definitively optimal. Children grow. Parents evolve. Relationships change. Measures can produce unexpected effects. A legally coherent solution may prove psychologically insufficient, while a cautious solution may gradually restore trust.

For this reason, it is essential to consider certain decisions as provisional and to reassess them after a few months. This case-by-case reassessment makes it possible to verify whether the decision taken has effectively contributed to resolving the parental conflict. It allows one to determine whether the child is doing better, whether the parents are cooperating more, whether the relationship is protected, and whether risks have decreased or increased. Based on an individual ad hoc evaluation, the decision can be adjusted.

This flexibility is valuable. It prevents a changing family situation from being fixed too early. It also reinforces parental responsibility: the decision is not only an endpoint but a step in a process. Parents know that their behavior, their ability to cooperate, and their commitment to the child will be observed and reassessed. This can create a constructive dynamic.

Collaborative expertise thus aligns with a broader transformation of family law: the transition from a decision-centered model to a process-oriented model. The judge remains essential. The law remains essential. But both benefit from being connected with tools capable of addressing the emotional and relational reality of families.

Because in family conflicts, legal truth is often not enough. There is also a need for relational truth: understanding what each person experiences, what the child feels, what the conflict prevents, and what the family can still rebuild. The law must protect, but also open pathways.

And perhaps it is no coincidence that these reflections take place in Neuchâtel. In the background of this conference lies the lake, calm and expansive, reflecting the balance that so many families seek. Its peaceful surface does not deny its depth, but reminds us that balance is possible. The beautiful weather, the light, and the open horizon offer a quiet but powerful metaphor: a space where tensions can settle, perspectives can widen, and another future can emerge.

Like this landscape, family law is called to evolve—not by denying storms, but by creating the conditions under which they can subside. And at the center of this horizon remains a constant requirement: the well-being of the child, not as an abstract principle, but as a living reality to be built, protected, and continually reassessed with care, humanity, and responsibility.

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Español

Derecho de familia: hacia una justicia más humana, colaborativa y orientada al bienestar del menor

El 24 de abril de 2026, la Universidad de Neuchâtel acogió la segunda edición de la Jornada de Derecho de Familia, un encuentro importante para profesionales, jueces, abogados, investigadores y especialistas comprometidos con las evoluciones actuales del derecho de familia. El programa de esta jornada da cuenta de la diversidad de las cuestiones actuales: ingresos hipotéticos, procedimiento en derecho de familia, jurisprudencia del Tribunal Federal, regímenes económicos matrimoniales, custodia alternada, cálculo de pensiones alimenticias, consenso parental y peritaje familiar en la jurisprudencia y en la práctica .

Más allá de la diversidad de los temas abordados, emerge un hilo conductor claro: el derecho de familia ya no puede entenderse únicamente como un instrumento de toma de decisiones judiciales. Debe convertirse en un espacio de comprensión, de responsabilidad y de transformación de los conflictos. Cuando los padres se separan, la cuestión central no es solamente quién tiene razón o no, sino cómo proteger al niño, su equilibrio, sus vínculos afectivos y su desarrollo a largo plazo.

En este contexto, los enfoques basados en el consenso parental y la pericia colaborativa adquieren una importancia particular.

El método del consenso parental, presentado en el programa como un proyecto piloto, marca una evolución esencial. Invita a abandonar una lógica de confrontación para favorecer una lógica de cooperación. Los padres ya no son únicamente partes de un litigio: vuelven a convertirse en los principales responsables de la vida familiar de su hijo. El objetivo no es negar el conflicto, sino crear las condiciones para superarlo.

Es en esta misma dinámica que se inscribe mi intervención en la mesa redonda dedicada a la pericia familiar en la jurisprudencia y en la práctica, junto a profesionales del ámbito judicial, médico y psicosocial . Mi aportación se centra en la pericia colaborativa, un enfoque que busca superar las limitaciones de las evaluaciones familiares tradicionales.

Tradicionalmente, la pericia familiar es a menudo vivida por los padres como una evaluación externa, a veces percibida como amenazante, a veces como incomprensible. Puede ser vista como un momento en el que cada parte intenta convencer al perito, defender su posición y poner de manifiesto las debilidades del otro progenitor. En los conflictos altamente emocionales, este marco puede reforzar involuntariamente la polarización. Cada uno se prepara para ser juzgado, evaluado y comparado. El niño, en este contexto, corre el riesgo de convertirse en objeto del conflicto en lugar de ser el sujeto a proteger.

La pericia colaborativa abre otro camino.

No renuncia ni al rigor profesional, ni al análisis profundo, ni a la protección del niño. Pero modifica fundamentalmente la postura. Ya no se trata únicamente de elaborar un informe sobre la familia, sino de trabajar con la familia. Padres, hijos y profesionales se convierten en actores de un proceso estructurado orientado a la búsqueda de soluciones. A los padres no se les priva de su responsabilidad: se les acompaña para que la recuperen.

Este enfoque se basa en una convicción fundamental: las familias no pueden ser ayudadas de manera sostenible si las soluciones se imponen exclusivamente desde el exterior. Una decisión judicial puede ser necesaria, pero a menudo no es suficiente para resolver el conflicto. Para que una solución funcione realmente, debe ser comprendida, interiorizada y asumida por quienes tendrán que vivirla en su vida cotidiana.

En esta lógica, un elemento se vuelve decisivo: el momento de la intervención. Cuanto más se desarrolla e intensifica un conflicto parental, más rígido se vuelve, más se cristalizan las posiciones y más el niño queda expuesto a dinámicas perjudiciales. Por ello, es altamente recomendable favorecer una intervención temprana, desde los primeros signos de escalada, con el fin de evitar que el conflicto se arraigue y se vuelva estructural. Una actuación precoz permite a menudo preservar recursos relacionales aún disponibles y evitar daños más profundos en la relación entre padres e hijos.

En este contexto, la pericia colaborativa puede combinarse de manera especialmente fructífera con el consenso parental. Juntos, estos enfoques permiten crear un marco orientado hacia el sujeto —es decir, las personas, sus necesidades, sus emociones y sus capacidades— y no hacia el objeto del litigio, como ocurre a menudo en las evaluaciones tradicionales. Este cambio de perspectiva es fundamental: permite que el niño, como sujeto de derechos y de experiencia, recupere un lugar central, en lugar de ser tratado como un mero objeto de decisión.

La pericia colaborativa permite precisamente esto. Ayuda a los padres a identificar las causas profundas de su conflicto: heridas emocionales, pérdida de confianza, miedo a perder al hijo, sentimientos de injusticia, dificultades de comunicación, traumas relacionales, lealtades familiares o representaciones opuestas de los roles parentales. Estas dimensiones suelen estar presentes detrás de los conflictos jurídicos. No desaparecen simplemente porque se dicte una sentencia. Si no se comprenden, tienden a desplazarse, a repetirse y a seguir afectando al niño.

Una de las grandes ventajas de este enfoque reside, por tanto, en su capacidad para abordar no solo los síntomas del conflicto, sino también sus causas. No se trata únicamente de organizar un régimen de custodia o de establecer modalidades de contacto. Se trata de comprender por qué esa organización se ha vuelto imposible, por qué la confianza entre los padres se ha roto y por qué el niño ha quedado atrapado en una dinámica que le supera.

Esto abre el camino a soluciones más sostenibles.

En el marco de una pericia colaborativa, los padres pueden ser guiados para experimentar nuevas formas de comunicación, reconocer las necesidades del niño, distinguir su conflicto conyugal de su responsabilidad parental y reconstruir progresivamente una coparentalidad funcional. Incluso cuando la relación parental sigue siendo difícil, a menudo es posible establecer un nivel mínimo de cooperación en beneficio del niño. Ese mínimo puede ser decisivo.

El menor necesita protección, pero también continuidad. Necesita adultos que reconozcan su derecho a amar y a ser amado, y que no lo sitúen en el centro de un conflicto de lealtades. Preservar la relación entre padres e hijos —cuando sea posible y seguro— constituye un objetivo fundamental. La pericia colaborativa permite trabajar esta relación de manera matizada, individualizada y prudente.

También ofrece una ventaja importante en situaciones complejas, en particular cuando existen alegaciones de violencia doméstica, maltrato, control o instrumentalización. Estas situaciones requieren un análisis cuidadoso, matizado e individualizado. Sería peligroso aplicar un modelo único de forma mecánica a todas las familias. Algunas situaciones requieren protección inmediata, restricciones de contacto o medidas de seguridad. Otras requieren una restauración progresiva del vínculo, supervisada y evaluada. Otras, aún, requieren una combinación de protección, terapia, mediación especializada y control judicial.

La pericia colaborativa no implica, por tanto, ingenuidad. No consiste en forzar el diálogo a cualquier precio ni en imponer una coparentalidad artificial allí donde sería peligrosa. Por el contrario, permite examinar cada situación en su complejidad real, sobre la base de una amplia experiencia interdisciplinaria. Ofrece un marco en el que pueden identificarse los riesgos, movilizarse los recursos y adaptarse las decisiones al bienestar concreto del niño.

Otra contribución fundamental de este enfoque reside en su carácter dinámico.

En muchos conflictos familiares, una decisión adoptada en un momento determinado no puede considerarse definitivamente óptima. Los niños crecen. Los padres evolucionan. Las relaciones cambian. Las medidas pueden producir efectos inesperados. Una solución jurídicamente coherente puede resultar psicológicamente insuficiente, mientras que una solución prudente puede restaurar progresivamente la confianza.

Por ello, es esencial considerar ciertas decisiones como provisionales y reevaluarlas tras algunos meses. Esta reevaluación caso por caso permite verificar si la decisión adoptada ha contribuido efectivamente a resolver el conflicto parental. Permite comprobar si el niño está mejor, si los padres cooperan más, si la relación está protegida y si los riesgos han disminuido o aumentado. Sobre la base de una evaluación individual ad hoc, la decisión puede ajustarse.

Esta flexibilidad es valiosa. Evita fijar demasiado pronto una situación familiar cambiante. También refuerza la responsabilidad parental: la decisión no es solo un punto final, sino una etapa dentro de un proceso. Los padres saben que su comportamiento, su capacidad de cooperación y su compromiso con el niño serán observados y reevaluados. Esto puede generar una dinámica constructiva.

La pericia colaborativa se inscribe así en una transformación más amplia del derecho de familia: el paso de un modelo centrado en la decisión a un modelo orientado al proceso. El juez sigue siendo indispensable. El derecho sigue siendo indispensable. Pero ambos se benefician al articularse con herramientas capaces de abordar la realidad emocional y relacional de las familias.

Porque en los conflictos familiares, la verdad jurídica a menudo no es suficiente. También se necesita una verdad relacional: comprender lo que vive cada persona, lo que siente el niño, lo que el conflicto impide y lo que la familia aún puede reconstruir. El derecho debe proteger, pero también abrir caminos.

Y quizá no sea casualidad que estas reflexiones tengan lugar en Neuchâtel. Como telón de fondo de esta jornada se encuentra el lago, tranquilo y abierto, reflejando el equilibrio que tantas familias buscan. Su superficie serena no niega la profundidad que lo habita, sino que recuerda que el equilibrio es posible. El buen tiempo, la luz y el horizonte abierto ofrecen una metáfora silenciosa pero poderosa: un espacio en el que las tensiones pueden apaciguarse, las perspectivas pueden ampliarse y puede emerger otro futuro.

Como ese paisaje, el derecho de familia está llamado a evolucionar —no negando las tormentas, sino creando las condiciones para que puedan calmarse—. Y en el centro de este horizonte permanece una exigencia constante: el bienestar del niño, no como un principio abstracto, sino como una realidad viva que debe ser construida, protegida y reevaluada continuamente con cuidado, humanidad y responsabilidad.

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Francais:

Droit des familles : vers une justice plus humaine, collaborative et orientée vers le bien-être de l’enfant

Le 24 avril 2026, l’Université de Neuchâtel accueillera la 2e édition de la Journée droit des familles, un rendez-vous important pour les praticiens, magistrats, avocats, chercheurs et professionnels engagés dans les transformations contemporaines du droit familial. Le programme de cette journée témoigne de la richesse des enjeux actuels : revenu hypothétique, procédure familiale, jurisprudence du Tribunal fédéral, régimes matrimoniaux, garde alternée, contributions d’entretien, consensus parental et expertise familiale dans la jurisprudence et la pratique .

Au-delà de la diversité des thèmes abordés, un fil rouge se dégage : le droit de la famille ne peut plus être pensé uniquement comme un instrument de décision judiciaire. Il doit devenir un espace de compréhension, de responsabilisation et de transformation des conflits. Lorsque des parents se séparent, la question centrale n’est pas seulement de savoir qui a raison ou tort, mais de déterminer comment préserver l’enfant, son équilibre, ses relations affectives et son développement à long terme.

Dans cette perspective, les approches fondées sur le consensus parental et l’expertise collaborative prennent une importance particulière.

La méthode du consensus parental, developpée par la juge Marie-France Carlier à partir du modèle allemand du Cochem, est présentée dans le cadre du programme comme projet pilote. Cette méthode marque une évolution essentielle. Elle invite à sortir d’une logique de confrontation pour favoriser une logique de coopération. Les parents ne sont plus seulement les parties d’un litige : ils redeviennent les premiers responsables de la vie familiale de leur enfant. L’objectif n’est pas de nier le conflit, mais de créer les conditions permettant de le dépasser.

C’est dans cette même dynamique que s’inscrit mon intervention lors de la table ronde consacrée à l’expertise familiale dans la jurisprudence et la pratique, aux côtés de professionnels issus du champ judiciaire, médical et psychosocial . Mon apport portera sur l’expertise collaborative, une approche qui cherche à dépasser les limites des expertises familiales classiques.

Traditionnellement, l’expertise familiale est souvent vécue par les parents comme une évaluation extérieure, parfois menaçante, parfois incomprise. Elle peut être perçue comme un moment où chacun doit convaincre l’expert, défendre sa position, démontrer les failles de l’autre parent. Dans les conflits hautement émotionnels, ce cadre peut involontairement renforcer la polarisation. Chacun se prépare à être jugé, évalué, comparé. L’enfant, quant à lui, risque de devenir l’objet du conflit plutôt que le sujet à protéger.

L’expertise collaborative propose un autre chemin.

Elle ne renonce ni à la rigueur professionnelle, ni à l’analyse approfondie, ni à la protection de l’enfant. Mais elle modifie la posture. Il ne s’agit plus seulement de produire un rapport sur la famille, mais de travailler avec la famille. Les parents, les enfants et les experts deviennent les acteurs d’un processus structuré, orienté vers la recherche de solutions. Les parents ne sont pas dépossédés de leur responsabilité : ils sont accompagnés pour la reprendre.

Cette approche repose sur une conviction fondamentale : les familles ne peuvent pas être durablement aidées si les solutions leur sont uniquement imposées de l’extérieur. Une décision judiciaire peut être nécessaire, mais elle ne suffit pas toujours à apaiser le conflit. Pour qu’une solution fonctionne réellement, elle doit être comprise, intégrée et portée par ceux qui devront la vivre au quotidien.

Dans cette logique, un élément devient crucial : le temps d’intervention. Plus un conflit parental s’installe et s’intensifie, plus il devient rigide, plus les positions se cristallisent et plus l’enfant est exposé à des dynamiques délétères. Il est donc fortement recommandé de privilégier une intervention précoce, dès les premiers signes d’escalade, afin d’éviter que le conflit ne s’enracine et ne devienne structurel. Une action rapide permet souvent de préserver des ressources relationnelles encore disponibles et d’éviter des atteintes plus profondes au lien parent-enfant.

L’expertise collaborative peut, dans ce contexte, être combinée de manière particulièrement féconde avec le consensus parental. Ensemble, ces approches permettent de construire un cadre où le processus est orienté vers le sujet – c’est-à-dire les personnes, leurs besoins, leurs émotions, leurs capacités – et non vers l’objet du litige, comme c’est souvent le cas dans les expertises classiques. Ce déplacement de perspective est fondamental : il permet de redonner une place centrale à l’enfant en tant que sujet de droit et de vécu, et non comme simple objet de décision.

L’expertise collaborative permet précisément cela. Elle aide les parents à identifier les causes profondes de leur conflit : blessures émotionnelles, pertes de confiance, peur de perdre l’enfant, sentiment d’injustice, difficultés de communication, traumatismes conjugaux, loyautés familiales ou représentations opposées du rôle parental. Ces dimensions sont souvent présentes derrière les débats juridiques. Elles ne disparaissent pas parce qu’un jugement est rendu. Si elles ne sont pas comprises, elles risquent au contraire de se déplacer, de se répéter et de continuer à affecter l’enfant.

L’un des grands avantages de cette démarche est donc sa capacité à travailler non seulement sur les symptômes du conflit, mais aussi sur ses causes. On ne se limite pas à organiser un calendrier de garde ou à fixer une modalité de contact. On cherche à comprendre pourquoi cette organisation est devenue impossible, pourquoi la confiance parentale s’est effondrée, pourquoi l’enfant se retrouve pris dans une dynamique qui le dépasse.

Cela ouvre la voie à des solutions plus durables.

Dans une expertise collaborative, les parents peuvent être amenés à expérimenter de nouvelles formes de communication, à reconnaître les besoins de l’enfant, à distinguer leur conflit conjugal de leur responsabilité parentale, à reconstruire progressivement une coparentalité fonctionnelle. Même lorsque la relation parentale reste difficile, il est souvent possible d’établir un minimum de coopération autour de l’enfant. Ce minimum peut être décisif.

L’enfant a besoin de protection, mais aussi de continuité. Il a besoin que les adultes autour de lui puissent reconnaître son droit à aimer, à être aimé, à ne pas être placé au centre d’un conflit de loyauté. Préserver le lien parent-enfant, lorsque cela est possible et sécurisant, constitue un objectif fondamental. L’expertise collaborative permet de travailler ce lien de manière fine, individualisée et prudente.

Elle présente également un intérêt majeur dans les situations complexes, notamment lorsque des allégations de violence domestique, de maltraitance, d’emprise ou d’instrumentalisation sont présentes. Ces situations exigent une analyse rigoureuse, nuancée et individualisée. Il serait dangereux d’appliquer mécaniquement un modèle unique à toutes les familles. Certaines situations nécessitent une protection immédiate, des restrictions de contact ou des mesures de sécurité. D’autres exigent une restauration progressive du lien, encadrée et évaluée. D’autres encore appellent une combinaison de protection, de thérapie, de médiation spécialisée et de contrôle judiciaire.

L’expertise collaborative ne signifie donc pas naïveté. Elle ne consiste pas à forcer le dialogue à tout prix, ni à imposer une coparentalité artificielle là où elle serait dangereuse. Elle permet au contraire d’examiner chaque situation dans sa complexité réelle, avec une base d’expérience large et interdisciplinaire. Elle offre un cadre dans lequel les risques peuvent être identifiés, les ressources mobilisées et les décisions adaptées au bien-être concret de l’enfant.

Un autre apport fondamental de cette approche est son caractère dynamique.

Dans de nombreux conflits familiaux, une décision prise à un moment donné ne peut pas être considérée comme définitivement optimale. Les enfants grandissent. Les parents évoluent. Les relations changent. Les mesures peuvent produire des effets inattendus. Une solution juridiquement cohérente peut se révéler psychologiquement insuffisante, ou inversement une solution prudente peut ouvrir progressivement la voie à davantage de confiance.

C’est pourquoi il est essentiel de penser certaines décisions comme des solutions provisoires, réévaluables après quelques mois. Cette réévaluation, réalisée au cas par cas, permet de vérifier si la mesure décidée produit effectivement l’apaisement attendu. Elle permet de vérifier si l’enfant va mieux, si les parents coopèrent davantage, si le lien est protégé, si les risques diminuent ou augmentent. Après une évaluation individuelle ad hoc, il devient possible d’ajuster la décision.

Cette souplesse est précieuse. Elle évite de figer trop tôt une situation familiale mouvante. Elle permet aussi de responsabiliser les parents : la décision n’est pas seulement une fin, elle devient une étape dans un processus. Les parents savent que leur comportement, leur capacité à coopérer et leur engagement envers l’enfant seront observés et réévalués. Cela peut créer une dynamique constructive.

L’expertise collaborative rejoint ainsi une transformation plus large du droit des familles : le passage d’un modèle centré sur la décision à un modèle centré sur le processus. Le juge reste indispensable. Le droit reste indispensable. Mais ils gagnent à s’articuler avec des outils capables de traiter la réalité émotionnelle et relationnelle des familles.

Car dans les conflits familiaux, la vérité juridique ne suffit pas toujours. Il faut aussi une vérité relationnelle : comprendre ce que chacun vit, ce que l’enfant ressent, ce que le conflit empêche, ce que la famille pourrait encore reconstruire. Le droit doit pouvoir protéger, mais aussi ouvrir des chemins.

Et peut-être n’est-il pas anodin que ces réflexions aient lieu à Neuchâtel. En toile de fond de cette journée, le lac, calme et ouvert, reflète une forme d’équilibre que recherchent tant de familles en conflit. Sa surface paisible ne nie pas les profondeurs qui l’habitent, mais elle rappelle qu’un apaisement est possible. Le beau temps, la lumière, l’horizon dégagé offrent une métaphore discrète mais puissante : celle d’un espace où les tensions peuvent se déposer, où les perspectives peuvent s’élargir, où un autre avenir peut se dessiner.

Comme ce paysage, le droit des familles est appelé à évoluer : non pas en niant les tempêtes, mais en créant les conditions pour qu’elles s’apaisent. Et au cœur de cet horizon, une exigence demeure constante : le bien-être de l’enfant, non comme principe abstrait, mais comme réalité vivante à construire, protéger et réévaluer, avec rigueur, humanité et responsabilité.