Wer zahlt den Preis?

Gedanken nach der Jahreskonferenz der Integrierten Mediation in Frankfurt über Elternkonflikte, Gerechtigkeit und die Suche nach Lösungen

Wer zahlt den Preis?

Gedanken nach der Jahreskonferenz der Integrierten Mediation in Frankfurt über Elternkonflikte, Gerechtigkeit und die Suche nach Lösungen

Frankfurt am Main, Juni 2026.

Wenn man vom Mainufer auf die Altstadt blickt, begegnen sich Geschichte und Moderne auf wenigen hundert Metern. Der Dom erhebt sich über den historischen Gassen. Der Römerberg mit seinen Fachwerkfassaden erinnert an die lange Tradition städtischer Selbstverwaltung. Dazwischen stehen die Türme der Banken, Sinnbilder wirtschaftlicher Macht und Rationalität.

Und nur wenige Schritte entfernt blickt Justitia über den Platz.

Die Göttin der Gerechtigkeit.

In ihrer Nähe findet sich häufig auch Minerva, die Göttin der Weisheit.

Zwei Ideale, die unsere Gesellschaft bis heute prägen: Gerechtigkeit und Weisheit.

Vielleicht gibt es kaum einen besseren Ort, um über Familienkonflikte nachzudenken.

Denn genau zwischen diesen beiden Polen bewegt sich das Familienrecht jeden Tag.

Im Rahmen der Jahreskonferenz der Integrierten Mediation durfte ich dort einen Vortrag halten. Das Thema lautete:

„Elternkonflikte als gesellschaftliches Risiko – Wer zahlt den Preis?“

Eine einfache Frage.

Und doch eine, die mich seit Jahren beschäftigt.

Der Preis eines Konflikts

Wenn wir an hochstrittige Elternkonflikte denken, denken wir meist an Gerichtsverfahren.

An Anwälte. An Gutachten. An Jugendämter. An Verfahrensbeistände. An Umgangspfleger. An Richterinnen und Richter.

Diese Kosten sind sichtbar. Sie erscheinen in Haushalten, Rechnungen und Statistiken. Doch sie bilden nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Kosten ab.

Der größere Teil bleibt oft unsichtbar. Er zeigt sich in den Klassenzimmern. In den Wartezimmern psychologischer Praxen. In den Personalabteilungen von Unternehmen. In den Jugendämtern. In Kliniken. In Familien. In Strafinstanzen sogar. Und manchmal Jahrzehnte später in der nächsten Generation.

Gemeinsam mit Studierenden der Leuphana Universität Lüneburg haben wir uns im vergangenen Semester genau dieser Frage gewidmet:

Welche gesellschaftlichen Kosten verursachen hoch eskalierte Elternkonflikte tatsächlich, und wer zahlt sie?

Mehr als Weckruf zu verstehen – aus der Unmöglichkeit heraus, diese Kosten genau zu quantifizieren.

Dabei interessierte uns nicht nur die unmittelbare finanzielle Belastung. Wir wollten verstehen, welche Folgen sich für unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche ergeben:

  • Arbeit und Erwerbsleben
  • Gesundheit
  • Bildung
  • Soziale Systeme
  • Professionelle Unterstützungssysteme
  • Betroffene Eltern und Kinder

Die Ergebnisse waren bemerkenswert. Fachpersonen aus unterschiedlichen Bereichen teilten weitgehend die Einschätzung, dass die mittel- und langfristigen Kosten von Elternkonflikten bislang erheblich unterschätzt werden.

Ebenso bestand breite Zustimmung zu der Annahme, dass nicht nur direkte Verfahrenskosten betrachtet werden dürfen, sondern auch die indirekten Folgen für Gesundheit, Bildung, Arbeitsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Dass diese Kosten an die Milliarden gehen. Dass sie eher ansteigen werden.

Mit anderen Worten:

Wir diskutieren häufig darüber, was ein Familiengerichtsverfahren kostet. Wir diskutieren viel seltener darüber, was ein ungelöster Konflikt kostet.

Die eigentliche Frage

Im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit habe ich viele Systeme kennengelernt. Als Mediator. Als Sachverständiger. Als Verfahrensbeistand. Als Wissenschaftler. Als jemand, der sowohl mit Familien als auch mit Institutionen arbeitet. Dabei ist mir eine Frage immer wichtiger geworden.

Sie richtet sich nicht an Eltern. Nicht an Kinder. Sondern an uns Professionelle.

An Juristen. An Psychologen. An Behörden. An Gerichte.

Sie lautet: Würden wir für unsere eigene Familie das System wählen, das wir täglich vertreten?

Eine unbequeme Frage.

Aber vielleicht eine notwendige.

Denn hoch eskalierte Elternkonflikte sind in ihrem Kern selten (vielleicht fast nie) juristische Probleme. Sie sind emotionale Probleme.

Verletzungen. Enttäuschungen. Ängste. Kränkungen. Verlust. Misstrauen. Ohnmacht.

Das Recht kann über Rechte entscheiden. Es kann Verantwortlichkeiten zuweisen. Es kann Sanktionen aussprechen.

Was es nicht kann: Vertrauen herstellen. Liebe zurückbringen. Verletzungen heilen.

Entscheidung oder Lösung?

Während meines Vortrags habe ich deshalb einen Gedanken zur Diskussion gestellt:

Vielleicht besteht ein Teil des Problems darin, dass wir von einem auf Entscheidungen ausgerichteten System erwarten, Konflikte zu lösen. Entscheidungen und Lösungen sind jedoch nicht dasselbe.

Eine gerichtliche Entscheidung beantwortet eine Rechtsfrage.

Eine Konfliktlösung beantwortet eine Beziehungsfrage.

Beides kann wichtig sein. Aber es ist nicht identisch. Besonders deutlich wird dies im Familienrecht. Denn dort endet die Beziehung der Beteiligten meist nicht mit dem Verfahren.

Eltern bleiben Eltern. Kinder bleiben Kinder. Familien bleiben miteinander verbunden.

Das Verfahren endet. Die Beziehung nicht.

Was wäre die Alternative?

Auf der Konferenz wurden unterschiedliche Perspektiven diskutiert.

Systemische Ansätze. Neue Rollenverständnisse. Strukturelle Veränderungen. Prävention. Frühe Intervention. Und natürlich Mediation.

Je länger ich mich mit Elternkonflikten beschäftige, desto mehr überzeugt mich dabei ein Gedanke: Die eigentlichen Experten für eine Familie sind nicht die Professionellen. Die eigentlichen Experten sind die Familien selbst.

Professionelle können begleiten. Struktur geben. Wissen bereitstellen. Orientierung ermöglichen.

Doch am Ende müssen die Menschen ihr Leben selbst leben. Genau hier liegt die besondere Stärke der Mediation. Nicht weil sie Konflikte magisch verschwinden lässt. Sondern weil sie etwas ermöglicht, das in gerichtlichen Verfahren oft verloren geht: Verantwortung.

Warum Mediation so häufig überlegen ist

Aus meiner Sicht besitzt Mediation vier Vorteile, die kaum ein anderes Verfahren in vergleichbarer Weise vereint.

Erstens bleibt die Autonomie bei der Familie. Die Beteiligten behalten die Verantwortung für ihre Entscheidungen.

Zweitens entscheiden die wahren Experten. Nämlich die Menschen, die die Konsequenzen dieser Entscheidungen jeden Tag tragen werden. Mit den vorhandenen Ressourcen können die Professionelle diese Rolle sehr selten wirklich übernehmen. Dann werden die die Familie nie richtig verstehen können.

Drittens richtet sich der Blick auf die langfristige Konfliktbearbeitung und nicht nur auf die kurzfristige Streitentscheidung.

Und viertens entstehen im Vergleich zu langjährigen Konfliktspiralen nur ein Bruchteil der gesellschaftlichen Kosten. Nicht nur finanziell. Auch emotional. Menschlich. Sozial.

Frankfurt und die Frage nach dem Sinn

Die Jahreskonferenz der Integrierten Mediation stand unter dem Motto:

„Die Frage nach dem Sinn.“

Ein passendes Motto. Denn letztlich geht es genau darum. Welchen Sinn hat ein Verfahren? Welchen Sinn hat eine Intervention? Welchen Sinn hat professionelle Unterstützung?

Wenn unser Ziel darin besteht, Konflikte zu lösen, Beziehungen zu stabilisieren und Kinder zu schützen, dann müssen wir den Mut haben, auch die Wirksamkeit unserer Systeme zu hinterfragen.

Vielleicht genügt es nicht, gerechte Entscheidungen zu treffen. Vielleicht müssen wir stärker darüber nachdenken, wie Frieden entsteht. Zumindest, wie Kindeswohl – und nicht Gerechtigkeit – wirklich implementiert wird.

Als ich nach meinem Vortrag durch die Frankfurter Altstadt zurück zum Mainufer ging, fiel mein Blick noch einmal auf Justitia. Und ich fragte mich:

Vielleicht braucht unsere Zeit nicht weniger Gerechtigkeit.

Vielleicht braucht sie mehr Weisheit darüber, wie Menschen miteinander leben können.

In diesem Sinne war die Jahreskonferenz nicht nur eine Feier von 25 Jahren Integrierter Mediation. Sie war auch eine Erinnerung daran, dass die Lösung eines Konflikts oft dort beginnt, wo Menschen wieder miteinander sprechen können.

Und dass die wichtigste Frage manchmal nicht lautet:

Wer hat Recht?

Sondern:

Wie finden wir einen Weg, miteinander weiterzuleben?

________________________________________________

English: 

Who Pays the Price?

Reflections from Frankfurt on Parental Conflict, Justice, and the Search for Solutions

Frankfurt am Main, June 2026.

Standing by the River Main and looking toward the old city, history and modernity meet within a few hundred meters. The cathedral rises above medieval streets. The Römer recalls centuries of civic tradition. Between them stand the towers of the financial district, symbols of economic power and rationality.

And only a short walk away stands Justitia, the goddess of justice.

Often accompanied by Minerva, the goddess of wisdom.

Two ideals that continue to shape our societies: justice and wisdom.

Perhaps there is hardly a better place to reflect on family conflict.

Because family law moves between these two poles every day.

At the annual conference of Integrated Mediation, I had the opportunity to present a lecture entitled:

“Parental Conflict as a Societal Risk: Who Pays the Price?”

A simple question.

Yet one that has occupied me for years.

The Cost of Conflict

When we think about high-conflict parental disputes, we usually think about court proceedings.

Lawyers.

Experts.

Child welfare agencies.

Guardians ad litem.

Judges.

These costs are visible.

They appear in budgets, invoices, and statistics.

But they represent only a fraction of the real costs.

The larger share often remains invisible.

It appears in classrooms.

In psychological practices.

In hospitals.

In workplaces.

In social services.

In families.

Sometimes even in criminal justice systems.

And often decades later, in the next generation.

Together with students at Leuphana University Lüneburg, I explored a simple question:

What are the societal costs of high-conflict parental disputes, and who ultimately pays them?

Not because these costs can be calculated precisely.

They probably cannot.

Rather, because they serve as a wake-up call.

We examined potential consequences for:

  • Employment and productivity
  • Health
  • Education
  • Social systems
  • Professional support services
  • Parents and children themselves

The results were striking.

Professionals from different fields largely agreed that the medium- and long-term costs of parental conflict are significantly underestimated.

They also agreed that the true costs extend far beyond legal proceedings and include effects on health, education, employability, and social participation.

Many estimated these costs in the billions.

Most expected them to increase.

In other words:

We often discuss the cost of a family court case.

We discuss far less often the cost of an unresolved conflict.

The Real Question

Over the years I have worked in many roles:

Mediator.

Expert witness.

Guardian ad litem.

Researcher.

Professional working with both families and institutions.

One question has become increasingly important to me.

It is not directed at parents.

Nor at children.

But at us professionals.

Lawyers.

Psychologists.

Authorities.

Courts.

The question is:

Would we choose for our own family the system we represent every day?

An uncomfortable question.

But perhaps a necessary one.

Because high-conflict parental disputes are rarely legal problems at their core.

They are emotional ones.

Fear.

Loss.

Distrust.

Humiliation.

Disappointment.

Powerlessness.

The law can allocate rights and responsibilities.

It can impose sanctions.

What it cannot do is rebuild trust.

Restore love.

Heal emotional wounds.

Decision or Solution?

During my presentation, I proposed a simple idea:

Perhaps part of the problem is that we expect a decision-oriented system to solve conflicts.

But decisions and solutions are not the same thing.

A court decision answers a legal question.

A conflict resolution answers a relational question.

Both may be important.

But they are not identical.

This is particularly evident in family law.

Because when proceedings end, relationships do not.

Parents remain parents.

Children remain children.

Families remain connected.

The case ends.

The relationship does not.

What Is the Alternative?

Many perspectives were discussed during the conference:

Prevention.

Early intervention.

Systemic approaches.

New professional roles.

Structural reforms.

And, of course, mediation.

The longer I work with family conflict, the more convinced I become of one idea:

The real experts on a family are not the professionals.

They are the family members themselves.

Professionals can guide.

Provide structure.

Offer knowledge and orientation.

But ultimately, people must live their own lives.

That is where mediation reveals its greatest strength.

Not because it makes conflict disappear.

But because it restores something often lost in adversarial proceedings:

Responsibility.

Why Mediation Is Often the Better Option

In my view, mediation offers four advantages that few other approaches combine.

First, autonomy remains with the family.

The people involved retain responsibility for their own decisions.

Second, the true experts decide.

The people who will live with the consequences every day.

Third, mediation focuses on long-term conflict transformation rather than short-term dispute resolution.

And fourth, its societal costs are only a fraction of those generated by years of ongoing conflict.

Not only financially.

But emotionally.

Humanly.

Socially.

Frankfurt and the Question of Meaning

The conference theme was:

“The Question of Meaning.”

A fitting theme.

Because ultimately that is what is at stake.

What is the purpose of a procedure?

Of an intervention?

Of professional support?

If our goal is to resolve conflicts, strengthen relationships, and protect children, then we must have the courage to examine the effectiveness of our systems.

Perhaps justice alone is not enough.

Perhaps we must think more deeply about how peace is created.

And how children’s well-being—not merely procedural fairness—can truly be achieved.

As I walked back through Frankfurt’s old city after the conference, I looked once more at Justitia.

And I wondered:

Perhaps our time does not need less justice.

Perhaps it needs more wisdom about how human beings can live together.

Because sometimes the most important question is not:

Who is right?

But:

How do we find a way to continue living together?

____________________________________

Français:

Qui paie le prix ?

Réflexions depuis Francfort sur les conflits parentaux, la justice et la recherche de solutions

Francfort-sur-le-Main, juin 2026

Depuis les rives du Main, l’histoire et la modernité se rencontrent en quelques centaines de mètres : la cathédrale domine la vieille ville, le Römerberg rappelle la tradition de l’autonomie municipale, tandis que les tours des banques symbolisent la puissance économique et la rationalité. Non loin de là, Justitia veille sur la place, souvent accompagnée de Minerve, déesse de la sagesse. Deux idéaux qui continuent de façonner nos sociétés : la justice et la sagesse.

Il existe sans doute peu d’endroits plus appropriés pour réfléchir aux conflits familiaux. Car le droit de la famille évolue précisément entre ces deux pôles.

À l’occasion du congrès annuel de la Médiation Intégrée, j’ai eu l’opportunité de présenter une conférence intitulée :

« Les conflits parentaux comme risque sociétal : qui en paie le prix ? »

Une question simple en apparence, mais qui m’accompagne depuis de nombreuses années.

Lorsque nous pensons aux conflits parentaux hautement conflictuels, nous pensons généralement aux procédures judiciaires, aux avocats, aux expertises, aux services de protection de la jeunesse ou aux tribunaux. Ces coûts sont visibles. Ils apparaissent dans les budgets, les factures et les statistiques.

Mais ils ne représentent qu’une faible partie du coût réel.

La plus grande part demeure invisible. Elle se manifeste dans les écoles, les cabinets de psychologie, les entreprises, les services sociaux, les hôpitaux et parfois même dans la génération suivante. Avec des étudiants de l’Université Leuphana de Lunebourg, nous avons étudié cette question : quels sont réellement les coûts sociaux des conflits parentaux fortement escaladés, et qui les assume ?

Les résultats ont montré un large consensus parmi les professionnels : les coûts à moyen et long terme sont largement sous-estimés. Les conséquences sur la santé, l’éducation, la capacité de travail et la participation sociale dépassent de loin les seuls frais de procédure et représentent probablement des milliards d’euros.

Autrement dit, nous débattons souvent du coût d’une procédure familiale, mais beaucoup plus rarement du coût d’un conflit qui n’est jamais résolu.

Au fil de mon parcours comme médiateur, expert judiciaire, représentant de l’enfant et chercheur, une question s’est imposée à moi :

Choisirions-nous, pour notre propre famille, le système que nous défendons chaque jour professionnellement ?

C’est une question inconfortable, mais sans doute nécessaire.

Car les conflits parentaux très escaladés sont rarement, au fond, des problèmes juridiques. Ce sont avant tout des problèmes émotionnels : blessures, déceptions, peurs, humiliations, pertes, méfiance et sentiment d’impuissance.

Le droit peut attribuer des droits et des responsabilités. Il peut imposer des sanctions. Mais il ne peut ni restaurer la confiance, ni faire renaître l’affection, ni guérir les blessures relationnelles.

C’est pourquoi j’ai proposé lors de cette conférence une réflexion simple :

Nous attendons peut-être d’un système conçu pour rendre des décisions qu’il résolve des conflits. Or, une décision et une solution ne sont pas la même chose.

Une décision judiciaire répond à une question de droit. Une solution répond à une question relationnelle.

Cette distinction est particulièrement importante en droit de la famille, car les relations ne prennent généralement pas fin avec la procédure. Les parents restent parents. Les enfants restent enfants. La procédure s’achève, mais la relation continue.

Les échanges du congrès ont porté sur différentes approches : pensée systémique, prévention, intervention précoce, évolution des rôles professionnels et médiation.

Plus j’étudie les conflits parentaux, plus une conviction s’impose : les véritables experts d’une famille sont les membres de cette famille eux-mêmes. Les professionnels peuvent accompagner, structurer et orienter, mais ils ne peuvent vivre la vie des personnes concernées à leur place.

C’est là que réside la force particulière de la médiation. Non parce qu’elle ferait disparaître les conflits par magie, mais parce qu’elle permet quelque chose qui se perd souvent dans les procédures judiciaires : la responsabilité des personnes concernées.

La médiation présente au moins quatre avantages majeurs :

  • elle préserve l’autonomie des familles ;
  • les décisions sont prises par ceux qui devront en assumer les conséquences ;
  • elle vise la résolution durable des conflits plutôt que la seule décision immédiate ;
  • elle réduit considérablement les coûts humains, émotionnels, sociaux et financiers liés aux spirales conflictuelles prolongées.

Le thème du congrès était :

« La question du sens. »

Et c’est sans doute la véritable question. Quel est le sens d’une procédure ? D’une intervention ? D’un accompagnement professionnel ?

Si notre objectif est de résoudre les conflits, de stabiliser les relations et de protéger les enfants, nous devons avoir le courage d’interroger l’efficacité de nos systèmes.

Peut-être ne suffit-il pas de rendre des décisions justes. Peut-être devons-nous davantage réfléchir à la manière dont la paix se construit et dont l’intérêt supérieur de l’enfant est réellement mis en œuvre.

En quittant la vieille ville de Francfort après ma conférence, je me suis une nouvelle fois arrêté devant la statue de Justitia.

Et je me suis demandé :

Notre époque a peut-être besoin non pas de moins de justice, mais de davantage de sagesse sur la manière dont les êtres humains peuvent continuer à vivre ensemble.

La conférence n’était pas seulement une célébration des vingt-cinq ans de la Médiation Intégrée. Elle rappelait aussi que la résolution d’un conflit commence souvent au moment où les personnes parviennent à se parler à nouveau.

Et que la question la plus importante n’est peut-être pas :

« Qui a raison ? »

Mais plutôt :

« Comment pouvons-nous continuer à vivre ensemble ? »

¿Quién paga el precio?

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Español:

Reflexiones desde Fráncfort sobre los conflictos parentales, la justicia y la búsqueda de soluciones

Fráncfort del Meno, junio de 2026

Desde la ribera del Meno, la historia y la modernidad se encuentran en apenas unos pocos metros. La catedral domina el casco antiguo, la plaza Römerberg recuerda la larga tradición de autogobierno municipal y las modernas torres de los bancos simbolizan el poder económico y la racionalidad. Muy cerca, Justitia observa la ciudad desde su pedestal, acompañada por Minerva, diosa de la sabiduría, un poco más atrás.

Dos ideales que siguen marcando nuestra sociedad: la justicia y la sabiduría.

Difícilmente podría existir un lugar mejor para reflexionar sobre los conflictos familiares. Porque el Derecho de Familia se mueve cada día precisamente entre esos dos polos.

Durante la conferencia anual de la Mediación Integrada tuve la oportunidad de impartir una ponencia titulada:

«Los conflictos parentales como riesgo social: ¿quién paga el precio?»

Una pregunta sencilla en apariencia, pero que me acompaña desde hace años.

Cuando pensamos en situaciones parentales altamente conflictivas, solemos pensar en procedimientos judiciales, abogados, peritajes, servicios de protección de menores o tribunales. Esos costes son visibles. Aparecen en presupuestos, facturas y estadísticas.

Pero todos estos representan solo una pequeña parte del coste real.

La mayor parte permanece oculta. Se manifiesta en las escuelas, en las consultas psicológicas, en las empresas, en los servicios sociales, en los hospitales y, en ocasiones, incluso en la instancias criminales – o en la siguiente generación.

Junto con estudiantes de la Universidad Leuphana de Luneburgo nos preguntamos: ¿cuáles son realmente los costes sociales de los conflictos parentales altamente conflictivos y quién los asume?

Los resultados mostraron un amplio consenso entre profesionales de distintos ámbitos: los costes a medio y largo plazo están considerablemente infravalorados. Las consecuencias para la salud, la educación, la capacidad laboral y la participación social van mucho más allá de los costes directos de los procedimientos y probablemente ascienden a miles de millones de euros.

En otras palabras: hablamos con frecuencia de cuánto cuesta un procedimiento judicial de familia, pero mucho menos de cuánto cuesta un conflicto que permanece sin resolver.

A lo largo de mi trayectoria como mediador, perito judicial, defensor de los intereses del menor e investigador, una pregunta ha ido adquiriendo cada vez más importancia:

¿Elegiríamos para nuestra propia familia el sistema que defendemos profesionalmente cada día?

Es una pregunta incómoda, pero probablemente necesaria. Porque los conflictos parentales altamente escalados rara vez son, en esencia, problemas jurídicos. Son, ante todo, problemas emocionales: heridas, decepciones, miedos, humillaciones, pérdidas, desconfianza e impotencia.

El Derecho puede atribuir derechos y responsabilidades. Puede imponer sanciones. Pero no puede restaurar la confianza, devolver el afecto ni sanar las heridas emocionales.

Por ello propuse durante mi intervención una reflexión sencilla:

Quizá esperamos de un sistema diseñado para tomar decisiones que resuelva conflictos. Pero una decisión y una solución no son lo mismo.

Una decisión judicial responde a una cuestión jurídica. Una solución responde a una cuestión relacional.

Esta diferencia resulta especialmente evidente en el ámbito familiar, porque las relaciones no terminan cuando concluye el procedimiento. Los padres siguen siendo padres. Los hijos siguen siendo hijos. El proceso termina; la relación continúa.

Durante la conferencia se debatieron distintas perspectivas: enfoques sistémicos, prevención, intervención temprana, nuevas formas de entender los roles profesionales y, por supuesto, mediación.

Cuanto más trabajo en el ámbito de los conflictos parentales, más convencido estoy de una idea: los verdaderos expertos de una familia son sus propios miembros. Los profesionales pueden acompañar, estructurar y orientar, pero no pueden vivir la vida de las personas afectadas.

Ahí reside precisamente la fortaleza de la mediación. No porque haga desaparecer mágicamente los conflictos, sino porque permite algo que con frecuencia se pierde en los procedimientos judiciales: la responsabilidad de las propias personas implicadas.

La mediación ofrece al menos cuatro ventajas fundamentales:

  • preserva la autonomía de las familias;
  • las decisiones son tomadas por quienes deberán convivir con sus consecuencias;
  • favorece una gestión duradera del conflicto y no solo una resolución inmediata de la disputa;
  • reduce significativamente los costes humanos, emocionales, sociales y económicos derivados de conflictos prolongados.

El lema de la conferencia fue:

«La pregunta por el sentido».

Y quizá esa sea la cuestión esencial. ¿Cuál es el sentido de un procedimiento? ¿De una intervención? ¿De una ayuda profesional?

Si nuestro objetivo es resolver conflictos, estabilizar relaciones y proteger a los niños, debemos tener el valor de cuestionar también la eficacia de nuestros sistemas.

Tal vez no baste con tomar decisiones justas. Tal vez debamos reflexionar más profundamente sobre cómo se construye la paz y sobre cómo se implementa realmente el interés superior del niño.

Al finalizar mi conferencia y caminar de regreso por el casco antiguo de Fráncfort hacia el río, volví a fijarme en la figura de Justitia.

Y me pregunté:

Quizá nuestro tiempo no necesita menos justicia. Quizá necesita más sabiduría sobre cómo los seres humanos pueden seguir viviendo juntos.

La conferencia no fue solo una celebración de los veinticinco años de la Mediación Integrada. También fue un recordatorio de que la resolución de un conflicto suele comenzar cuando las personas vuelven a ser capaces de hablar entre sí.

Y de que la pregunta más importante quizá no sea:

«¿Quién tiene razón?»

Sino:

«¿Cómo encontramos una manera de seguir viviendo juntos?»

Frankfurt am Main, Juni 2026.

Wenn man vom Mainufer auf die Altstadt blickt, begegnen sich Geschichte und Moderne auf wenigen hundert Metern. Der Dom erhebt sich über den historischen Gassen. Der Römerberg mit seinen Fachwerkfassaden erinnert an die lange Tradition städtischer Selbstverwaltung. Dazwischen stehen die Türme der Banken, Sinnbilder wirtschaftlicher Macht und Rationalität.

Und nur wenige Schritte entfernt blickt Justitia über den Platz.

Die Göttin der Gerechtigkeit.

In ihrer Nähe findet sich häufig auch Minerva, die Göttin der Weisheit.

Zwei Ideale, die unsere Gesellschaft bis heute prägen: Gerechtigkeit und Weisheit.

Vielleicht gibt es kaum einen besseren Ort, um über Familienkonflikte nachzudenken.

Denn genau zwischen diesen beiden Polen bewegt sich das Familienrecht jeden Tag.

Im Rahmen der Jahreskonferenz der Integrierten Mediation durfte ich dort einen Vortrag halten. Das Thema lautete:

„Elternkonflikte als gesellschaftliches Risiko – Wer zahlt den Preis?“

Eine einfache Frage.

Und doch eine, die mich seit Jahren beschäftigt.

Der Preis eines Konflikts

Wenn wir an hochstrittige Elternkonflikte denken, denken wir meist an Gerichtsverfahren.

An Anwälte. An Gutachten. An Jugendämter. An Verfahrensbeistände. An Umgangspfleger. An Richterinnen und Richter.

Diese Kosten sind sichtbar. Sie erscheinen in Haushalten, Rechnungen und Statistiken. Doch sie bilden nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Kosten ab.

Der größere Teil bleibt oft unsichtbar. Er zeigt sich in den Klassenzimmern. In den Wartezimmern psychologischer Praxen. In den Personalabteilungen von Unternehmen. In den Jugendämtern. In Kliniken. In Familien. In Strafinstanzen sogar. Und manchmal Jahrzehnte später in der nächsten Generation.

Gemeinsam mit Studierenden der Leuphana Universität Lüneburg haben wir uns im vergangenen Semester genau dieser Frage gewidmet:

Welche gesellschaftlichen Kosten verursachen hoch eskalierte Elternkonflikte tatsächlich, und wer zahlt sie?

Mehr als Weckruf zu verstehen – aus der Unmöglichkeit heraus, diese Kosten genau zu quantifizieren.

Dabei interessierte uns nicht nur die unmittelbare finanzielle Belastung. Wir wollten verstehen, welche Folgen sich für unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche ergeben:

  • Arbeit und Erwerbsleben
  • Gesundheit
  • Bildung
  • Soziale Systeme
  • Professionelle Unterstützungssysteme
  • Betroffene Eltern und Kinder

Die Ergebnisse waren bemerkenswert. Fachpersonen aus unterschiedlichen Bereichen teilten weitgehend die Einschätzung, dass die mittel- und langfristigen Kosten von Elternkonflikten bislang erheblich unterschätzt werden.

Ebenso bestand breite Zustimmung zu der Annahme, dass nicht nur direkte Verfahrenskosten betrachtet werden dürfen, sondern auch die indirekten Folgen für Gesundheit, Bildung, Arbeitsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Dass diese Kosten an die Milliarden gehen. Dass sie eher ansteigen werden.

Mit anderen Worten:

Wir diskutieren häufig darüber, was ein Familiengerichtsverfahren kostet. Wir diskutieren viel seltener darüber, was ein ungelöster Konflikt kostet.

Die eigentliche Frage

Im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit habe ich viele Systeme kennengelernt. Als Mediator. Als Sachverständiger. Als Verfahrensbeistand. Als Wissenschaftler. Als jemand, der sowohl mit Familien als auch mit Institutionen arbeitet. Dabei ist mir eine Frage immer wichtiger geworden.

Sie richtet sich nicht an Eltern. Nicht an Kinder. Sondern an uns Professionelle.

An Juristen. An Psychologen. An Behörden. An Gerichte.

Sie lautet: Würden wir für unsere eigene Familie das System wählen, das wir täglich vertreten?

Eine unbequeme Frage.

Aber vielleicht eine notwendige.

Denn hoch eskalierte Elternkonflikte sind in ihrem Kern selten (vielleicht fast nie) juristische Probleme. Sie sind emotionale Probleme.

Verletzungen. Enttäuschungen. Ängste. Kränkungen. Verlust. Misstrauen. Ohnmacht.

Das Recht kann über Rechte entscheiden. Es kann Verantwortlichkeiten zuweisen. Es kann Sanktionen aussprechen.

Was es nicht kann: Vertrauen herstellen. Liebe zurückbringen. Verletzungen heilen.

Entscheidung oder Lösung?

Während meines Vortrags habe ich deshalb einen Gedanken zur Diskussion gestellt:

Vielleicht besteht ein Teil des Problems darin, dass wir von einem auf Entscheidungen ausgerichteten System erwarten, Konflikte zu lösen. Entscheidungen und Lösungen sind jedoch nicht dasselbe.

Eine gerichtliche Entscheidung beantwortet eine Rechtsfrage.

Eine Konfliktlösung beantwortet eine Beziehungsfrage.

Beides kann wichtig sein. Aber es ist nicht identisch. Besonders deutlich wird dies im Familienrecht. Denn dort endet die Beziehung der Beteiligten meist nicht mit dem Verfahren.

Eltern bleiben Eltern. Kinder bleiben Kinder. Familien bleiben miteinander verbunden.

Das Verfahren endet. Die Beziehung nicht.

Was wäre die Alternative?

Auf der Konferenz wurden unterschiedliche Perspektiven diskutiert.

Systemische Ansätze. Neue Rollenverständnisse. Strukturelle Veränderungen. Prävention. Frühe Intervention. Und natürlich Mediation.

Je länger ich mich mit Elternkonflikten beschäftige, desto mehr überzeugt mich dabei ein Gedanke: Die eigentlichen Experten für eine Familie sind nicht die Professionellen. Die eigentlichen Experten sind die Familien selbst.

Professionelle können begleiten. Struktur geben. Wissen bereitstellen. Orientierung ermöglichen.

Doch am Ende müssen die Menschen ihr Leben selbst leben. Genau hier liegt die besondere Stärke der Mediation. Nicht weil sie Konflikte magisch verschwinden lässt. Sondern weil sie etwas ermöglicht, das in gerichtlichen Verfahren oft verloren geht: Verantwortung.

Warum Mediation so häufig überlegen ist

Aus meiner Sicht besitzt Mediation vier Vorteile, die kaum ein anderes Verfahren in vergleichbarer Weise vereint.

Erstens bleibt die Autonomie bei der Familie. Die Beteiligten behalten die Verantwortung für ihre Entscheidungen.

Zweitens entscheiden die wahren Experten. Nämlich die Menschen, die die Konsequenzen dieser Entscheidungen jeden Tag tragen werden. Mit den vorhandenen Ressourcen können die Professionelle diese Rolle sehr selten wirklich übernehmen. Dann werden die die Familie nie richtig verstehen können.

Drittens richtet sich der Blick auf die langfristige Konfliktbearbeitung und nicht nur auf die kurzfristige Streitentscheidung.

Und viertens entstehen im Vergleich zu langjährigen Konfliktspiralen nur ein Bruchteil der gesellschaftlichen Kosten. Nicht nur finanziell. Auch emotional. Menschlich. Sozial.

Frankfurt und die Frage nach dem Sinn

Die Jahreskonferenz der Integrierten Mediation stand unter dem Motto:

„Die Frage nach dem Sinn.“

Ein passendes Motto. Denn letztlich geht es genau darum. Welchen Sinn hat ein Verfahren? Welchen Sinn hat eine Intervention? Welchen Sinn hat professionelle Unterstützung?

Wenn unser Ziel darin besteht, Konflikte zu lösen, Beziehungen zu stabilisieren und Kinder zu schützen, dann müssen wir den Mut haben, auch die Wirksamkeit unserer Systeme zu hinterfragen.

Vielleicht genügt es nicht, gerechte Entscheidungen zu treffen. Vielleicht müssen wir stärker darüber nachdenken, wie Frieden entsteht. Zumindest, wie Kindeswohl – und nicht Gerechtigkeit – wirklich implementiert wird.

Als ich nach meinem Vortrag durch die Frankfurter Altstadt zurück zum Mainufer ging, fiel mein Blick noch einmal auf Justitia. Und ich fragte mich:

Vielleicht braucht unsere Zeit nicht weniger Gerechtigkeit.

Vielleicht braucht sie mehr Weisheit darüber, wie Menschen miteinander leben können.

In diesem Sinne war die Jahreskonferenz nicht nur eine Feier von 25 Jahren Integrierter Mediation. Sie war auch eine Erinnerung daran, dass die Lösung eines Konflikts oft dort beginnt, wo Menschen wieder miteinander sprechen können.

Und dass die wichtigste Frage manchmal nicht lautet:

Wer hat Recht?

Sondern:

Wie finden wir einen Weg, miteinander weiterzuleben?

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English: 

Who Pays the Price?

Reflections from Frankfurt on Parental Conflict, Justice, and the Search for Solutions

Frankfurt am Main, June 2026.

Standing by the River Main and looking toward the old city, history and modernity meet within a few hundred meters. The cathedral rises above medieval streets. The Römer recalls centuries of civic tradition. Between them stand the towers of the financial district, symbols of economic power and rationality.

And only a short walk away stands Justitia, the goddess of justice.

Often accompanied by Minerva, the goddess of wisdom.

Two ideals that continue to shape our societies: justice and wisdom.

Perhaps there is hardly a better place to reflect on family conflict.

Because family law moves between these two poles every day.

At the annual conference of Integrated Mediation, I had the opportunity to present a lecture entitled:

“Parental Conflict as a Societal Risk: Who Pays the Price?”

A simple question.

Yet one that has occupied me for years.

The Cost of Conflict

When we think about high-conflict parental disputes, we usually think about court proceedings.

Lawyers.

Experts.

Child welfare agencies.

Guardians ad litem.

Judges.

These costs are visible.

They appear in budgets, invoices, and statistics.

But they represent only a fraction of the real costs.

The larger share often remains invisible.

It appears in classrooms.

In psychological practices.

In hospitals.

In workplaces.

In social services.

In families.

Sometimes even in criminal justice systems.

And often decades later, in the next generation.

Together with students at Leuphana University Lüneburg, I explored a simple question:

What are the societal costs of high-conflict parental disputes, and who ultimately pays them?

Not because these costs can be calculated precisely.

They probably cannot.

Rather, because they serve as a wake-up call.

We examined potential consequences for:

  • Employment and productivity
  • Health
  • Education
  • Social systems
  • Professional support services
  • Parents and children themselves

The results were striking.

Professionals from different fields largely agreed that the medium- and long-term costs of parental conflict are significantly underestimated.

They also agreed that the true costs extend far beyond legal proceedings and include effects on health, education, employability, and social participation.

Many estimated these costs in the billions.

Most expected them to increase.

In other words:

We often discuss the cost of a family court case.

We discuss far less often the cost of an unresolved conflict.

The Real Question

Over the years I have worked in many roles:

Mediator.

Expert witness.

Guardian ad litem.

Researcher.

Professional working with both families and institutions.

One question has become increasingly important to me.

It is not directed at parents.

Nor at children.

But at us professionals.

Lawyers.

Psychologists.

Authorities.

Courts.

The question is:

Would we choose for our own family the system we represent every day?

An uncomfortable question.

But perhaps a necessary one.

Because high-conflict parental disputes are rarely legal problems at their core.

They are emotional ones.

Fear.

Loss.

Distrust.

Humiliation.

Disappointment.

Powerlessness.

The law can allocate rights and responsibilities.

It can impose sanctions.

What it cannot do is rebuild trust.

Restore love.

Heal emotional wounds.

Decision or Solution?

During my presentation, I proposed a simple idea:

Perhaps part of the problem is that we expect a decision-oriented system to solve conflicts.

But decisions and solutions are not the same thing.

A court decision answers a legal question.

A conflict resolution answers a relational question.

Both may be important.

But they are not identical.

This is particularly evident in family law.

Because when proceedings end, relationships do not.

Parents remain parents.

Children remain children.

Families remain connected.

The case ends.

The relationship does not.

What Is the Alternative?

Many perspectives were discussed during the conference:

Prevention.

Early intervention.

Systemic approaches.

New professional roles.

Structural reforms.

And, of course, mediation.

The longer I work with family conflict, the more convinced I become of one idea:

The real experts on a family are not the professionals.

They are the family members themselves.

Professionals can guide.

Provide structure.

Offer knowledge and orientation.

But ultimately, people must live their own lives.

That is where mediation reveals its greatest strength.

Not because it makes conflict disappear.

But because it restores something often lost in adversarial proceedings:

Responsibility.

Why Mediation Is Often the Better Option

In my view, mediation offers four advantages that few other approaches combine.

First, autonomy remains with the family.

The people involved retain responsibility for their own decisions.

Second, the true experts decide.

The people who will live with the consequences every day.

Third, mediation focuses on long-term conflict transformation rather than short-term dispute resolution.

And fourth, its societal costs are only a fraction of those generated by years of ongoing conflict.

Not only financially.

But emotionally.

Humanly.

Socially.

Frankfurt and the Question of Meaning

The conference theme was:

“The Question of Meaning.”

A fitting theme.

Because ultimately that is what is at stake.

What is the purpose of a procedure?

Of an intervention?

Of professional support?

If our goal is to resolve conflicts, strengthen relationships, and protect children, then we must have the courage to examine the effectiveness of our systems.

Perhaps justice alone is not enough.

Perhaps we must think more deeply about how peace is created.

And how children’s well-being—not merely procedural fairness—can truly be achieved.

As I walked back through Frankfurt’s old city after the conference, I looked once more at Justitia.

And I wondered:

Perhaps our time does not need less justice.

Perhaps it needs more wisdom about how human beings can live together.

Because sometimes the most important question is not:

Who is right?

But:

How do we find a way to continue living together?

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Français:

Qui paie le prix ?

Réflexions depuis Francfort sur les conflits parentaux, la justice et la recherche de solutions

Francfort-sur-le-Main, juin 2026

Depuis les rives du Main, l’histoire et la modernité se rencontrent en quelques centaines de mètres : la cathédrale domine la vieille ville, le Römerberg rappelle la tradition de l’autonomie municipale, tandis que les tours des banques symbolisent la puissance économique et la rationalité. Non loin de là, Justitia veille sur la place, souvent accompagnée de Minerve, déesse de la sagesse. Deux idéaux qui continuent de façonner nos sociétés : la justice et la sagesse.

Il existe sans doute peu d’endroits plus appropriés pour réfléchir aux conflits familiaux. Car le droit de la famille évolue précisément entre ces deux pôles.

À l’occasion du congrès annuel de la Médiation Intégrée, j’ai eu l’opportunité de présenter une conférence intitulée :

« Les conflits parentaux comme risque sociétal : qui en paie le prix ? »

Une question simple en apparence, mais qui m’accompagne depuis de nombreuses années.

Lorsque nous pensons aux conflits parentaux hautement conflictuels, nous pensons généralement aux procédures judiciaires, aux avocats, aux expertises, aux services de protection de la jeunesse ou aux tribunaux. Ces coûts sont visibles. Ils apparaissent dans les budgets, les factures et les statistiques.

Mais ils ne représentent qu’une faible partie du coût réel.

La plus grande part demeure invisible. Elle se manifeste dans les écoles, les cabinets de psychologie, les entreprises, les services sociaux, les hôpitaux et parfois même dans la génération suivante. Avec des étudiants de l’Université Leuphana de Lunebourg, nous avons étudié cette question : quels sont réellement les coûts sociaux des conflits parentaux fortement escaladés, et qui les assume ?

Les résultats ont montré un large consensus parmi les professionnels : les coûts à moyen et long terme sont largement sous-estimés. Les conséquences sur la santé, l’éducation, la capacité de travail et la participation sociale dépassent de loin les seuls frais de procédure et représentent probablement des milliards d’euros.

Autrement dit, nous débattons souvent du coût d’une procédure familiale, mais beaucoup plus rarement du coût d’un conflit qui n’est jamais résolu.

Au fil de mon parcours comme médiateur, expert judiciaire, représentant de l’enfant et chercheur, une question s’est imposée à moi :

Choisirions-nous, pour notre propre famille, le système que nous défendons chaque jour professionnellement ?

C’est une question inconfortable, mais sans doute nécessaire.

Car les conflits parentaux très escaladés sont rarement, au fond, des problèmes juridiques. Ce sont avant tout des problèmes émotionnels : blessures, déceptions, peurs, humiliations, pertes, méfiance et sentiment d’impuissance.

Le droit peut attribuer des droits et des responsabilités. Il peut imposer des sanctions. Mais il ne peut ni restaurer la confiance, ni faire renaître l’affection, ni guérir les blessures relationnelles.

C’est pourquoi j’ai proposé lors de cette conférence une réflexion simple :

Nous attendons peut-être d’un système conçu pour rendre des décisions qu’il résolve des conflits. Or, une décision et une solution ne sont pas la même chose.

Une décision judiciaire répond à une question de droit. Une solution répond à une question relationnelle.

Cette distinction est particulièrement importante en droit de la famille, car les relations ne prennent généralement pas fin avec la procédure. Les parents restent parents. Les enfants restent enfants. La procédure s’achève, mais la relation continue.

Les échanges du congrès ont porté sur différentes approches : pensée systémique, prévention, intervention précoce, évolution des rôles professionnels et médiation.

Plus j’étudie les conflits parentaux, plus une conviction s’impose : les véritables experts d’une famille sont les membres de cette famille eux-mêmes. Les professionnels peuvent accompagner, structurer et orienter, mais ils ne peuvent vivre la vie des personnes concernées à leur place.

C’est là que réside la force particulière de la médiation. Non parce qu’elle ferait disparaître les conflits par magie, mais parce qu’elle permet quelque chose qui se perd souvent dans les procédures judiciaires : la responsabilité des personnes concernées.

La médiation présente au moins quatre avantages majeurs :

  • elle préserve l’autonomie des familles ;
  • les décisions sont prises par ceux qui devront en assumer les conséquences ;
  • elle vise la résolution durable des conflits plutôt que la seule décision immédiate ;
  • elle réduit considérablement les coûts humains, émotionnels, sociaux et financiers liés aux spirales conflictuelles prolongées.

Le thème du congrès était :

« La question du sens. »

Et c’est sans doute la véritable question. Quel est le sens d’une procédure ? D’une intervention ? D’un accompagnement professionnel ?

Si notre objectif est de résoudre les conflits, de stabiliser les relations et de protéger les enfants, nous devons avoir le courage d’interroger l’efficacité de nos systèmes.

Peut-être ne suffit-il pas de rendre des décisions justes. Peut-être devons-nous davantage réfléchir à la manière dont la paix se construit et dont l’intérêt supérieur de l’enfant est réellement mis en œuvre.

En quittant la vieille ville de Francfort après ma conférence, je me suis une nouvelle fois arrêté devant la statue de Justitia.

Et je me suis demandé :

Notre époque a peut-être besoin non pas de moins de justice, mais de davantage de sagesse sur la manière dont les êtres humains peuvent continuer à vivre ensemble.

La conférence n’était pas seulement une célébration des vingt-cinq ans de la Médiation Intégrée. Elle rappelait aussi que la résolution d’un conflit commence souvent au moment où les personnes parviennent à se parler à nouveau.

Et que la question la plus importante n’est peut-être pas :

« Qui a raison ? »

Mais plutôt :

« Comment pouvons-nous continuer à vivre ensemble ? »

¿Quién paga el precio?

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Español:

Reflexiones desde Fráncfort sobre los conflictos parentales, la justicia y la búsqueda de soluciones

Fráncfort del Meno, junio de 2026

Desde la ribera del Meno, la historia y la modernidad se encuentran en apenas unos pocos metros. La catedral domina el casco antiguo, la plaza Römerberg recuerda la larga tradición de autogobierno municipal y las modernas torres de los bancos simbolizan el poder económico y la racionalidad. Muy cerca, Justitia observa la ciudad desde su pedestal, acompañada por Minerva, diosa de la sabiduría, un poco más atrás.

Dos ideales que siguen marcando nuestra sociedad: la justicia y la sabiduría.

Difícilmente podría existir un lugar mejor para reflexionar sobre los conflictos familiares. Porque el Derecho de Familia se mueve cada día precisamente entre esos dos polos.

Durante la conferencia anual de la Mediación Integrada tuve la oportunidad de impartir una ponencia titulada:

«Los conflictos parentales como riesgo social: ¿quién paga el precio?»

Una pregunta sencilla en apariencia, pero que me acompaña desde hace años.

Cuando pensamos en situaciones parentales altamente conflictivas, solemos pensar en procedimientos judiciales, abogados, peritajes, servicios de protección de menores o tribunales. Esos costes son visibles. Aparecen en presupuestos, facturas y estadísticas.

Pero todos estos representan solo una pequeña parte del coste real.

La mayor parte permanece oculta. Se manifiesta en las escuelas, en las consultas psicológicas, en las empresas, en los servicios sociales, en los hospitales y, en ocasiones, incluso en la instancias criminales – o en la siguiente generación.

Junto con estudiantes de la Universidad Leuphana de Luneburgo nos preguntamos: ¿cuáles son realmente los costes sociales de los conflictos parentales altamente conflictivos y quién los asume?

Los resultados mostraron un amplio consenso entre profesionales de distintos ámbitos: los costes a medio y largo plazo están considerablemente infravalorados. Las consecuencias para la salud, la educación, la capacidad laboral y la participación social van mucho más allá de los costes directos de los procedimientos y probablemente ascienden a miles de millones de euros.

En otras palabras: hablamos con frecuencia de cuánto cuesta un procedimiento judicial de familia, pero mucho menos de cuánto cuesta un conflicto que permanece sin resolver.

A lo largo de mi trayectoria como mediador, perito judicial, defensor de los intereses del menor e investigador, una pregunta ha ido adquiriendo cada vez más importancia:

¿Elegiríamos para nuestra propia familia el sistema que defendemos profesionalmente cada día?

Es una pregunta incómoda, pero probablemente necesaria. Porque los conflictos parentales altamente escalados rara vez son, en esencia, problemas jurídicos. Son, ante todo, problemas emocionales: heridas, decepciones, miedos, humillaciones, pérdidas, desconfianza e impotencia.

El Derecho puede atribuir derechos y responsabilidades. Puede imponer sanciones. Pero no puede restaurar la confianza, devolver el afecto ni sanar las heridas emocionales.

Por ello propuse durante mi intervención una reflexión sencilla:

Quizá esperamos de un sistema diseñado para tomar decisiones que resuelva conflictos. Pero una decisión y una solución no son lo mismo.

Una decisión judicial responde a una cuestión jurídica. Una solución responde a una cuestión relacional.

Esta diferencia resulta especialmente evidente en el ámbito familiar, porque las relaciones no terminan cuando concluye el procedimiento. Los padres siguen siendo padres. Los hijos siguen siendo hijos. El proceso termina; la relación continúa.

Durante la conferencia se debatieron distintas perspectivas: enfoques sistémicos, prevención, intervención temprana, nuevas formas de entender los roles profesionales y, por supuesto, mediación.

Cuanto más trabajo en el ámbito de los conflictos parentales, más convencido estoy de una idea: los verdaderos expertos de una familia son sus propios miembros. Los profesionales pueden acompañar, estructurar y orientar, pero no pueden vivir la vida de las personas afectadas.

Ahí reside precisamente la fortaleza de la mediación. No porque haga desaparecer mágicamente los conflictos, sino porque permite algo que con frecuencia se pierde en los procedimientos judiciales: la responsabilidad de las propias personas implicadas.

La mediación ofrece al menos cuatro ventajas fundamentales:

  • preserva la autonomía de las familias;
  • las decisiones son tomadas por quienes deberán convivir con sus consecuencias;
  • favorece una gestión duradera del conflicto y no solo una resolución inmediata de la disputa;
  • reduce significativamente los costes humanos, emocionales, sociales y económicos derivados de conflictos prolongados.

El lema de la conferencia fue:

«La pregunta por el sentido».

Y quizá esa sea la cuestión esencial. ¿Cuál es el sentido de un procedimiento? ¿De una intervención? ¿De una ayuda profesional?

Si nuestro objetivo es resolver conflictos, estabilizar relaciones y proteger a los niños, debemos tener el valor de cuestionar también la eficacia de nuestros sistemas.

Tal vez no baste con tomar decisiones justas. Tal vez debamos reflexionar más profundamente sobre cómo se construye la paz y sobre cómo se implementa realmente el interés superior del niño.

Al finalizar mi conferencia y caminar de regreso por el casco antiguo de Fráncfort hacia el río, volví a fijarme en la figura de Justitia.

Y me pregunté:

Quizá nuestro tiempo no necesita menos justicia. Quizá necesita más sabiduría sobre cómo los seres humanos pueden seguir viviendo juntos.

La conferencia no fue solo una celebración de los veinticinco años de la Mediación Integrada. También fue un recordatorio de que la resolución de un conflicto suele comenzar cuando las personas vuelven a ser capaces de hablar entre sí.

Y de que la pregunta más importante quizá no sea:

«¿Quién tiene razón?»

Sino:

«¿Cómo encontramos una manera de seguir viviendo juntos?»