Wie finden wir die Wahrheit in der Mediation? –
Reflexionen vom Jahreskongress
des Vereins Integrierte Mediation e.V./

How do we find the truth in mediation?
–Reflections from the annual conference
of the Integrated Mediation Association

Wie finden wir die Wahrheit in der Mediation? – Reflexionen vom Jahreskongress des Vereins Integrierte Mediation e.V./
How do we find the truth in mediation? –Reflections from the annual conference of the Integrated Mediation Association

🇩🇪 Mediation und Wahrheit – Reflexionen vom Jahreskongress des Vereins Integrierte Mediation e.V.

Einleitung: Zwischen Erkenntnis und Begegnung

Es war mir eine große Ehre, beim Jahreskongress des Vereins Integrierte Mediation e.V. – gegründet von Arthur Trossen – mitwirken zu dürfen. Der Kongress stand in diesem Jahr unter einem faszinierenden Thema: „Mediation und Wahrheit“.
Ein Thema, das uns Mediatorinnen und Mediatoren unmittelbar betrifft, denn in kaum einem anderen Berufsfeld begegnet man so vielen subjektiven Wahrheiten, wie in der Mediation.

Der Verein Integrierte Mediation steht seit seiner Gründung für eine Haltung, nicht nur für eine Methode. Mediation wird hier nicht als Werkzeug verstanden, sondern als Lebensprinzip. Sie durchdringt unser Denken, Fühlen und Handeln. Wer einmal begonnen hat, in dieser Haltung zu leben, kann sie nicht mehr auf den Verhandlungstisch beschränken.
Integrierte Mediation bedeutet, das Leben mediativ zu gestalten – in der Familie, im Beruf, in der Gesellschaft. Und genau dort wird auch die Frage nach der Wahrheit besonders spannend.

Wahrheit – ein Begriff mit vielen Gesichtern

In meiner Präsentation ging es um die Frage, ob die Wahrheitssuche in der Mediation ein Hindernis oder eine Hilfe ist. Schon die Definitionen zeigen, dass Wahrheit ein schillernder Begriff ist.

Der Duden beschreibt Wahrheit als „Übereinstimmung einer Aussage mit der Sache, über die sie gemacht wird“. Doch was, wenn diese „Sache“ von zwei Personen völlig unterschiedlich wahrgenommen wird? Was, wenn beide aufrichtig sind – und doch zu gegensätzlichen Schlussfolgerungen kommen?

Das ist kein theoretisches Problem. In der Mediation erleben wir es täglich.
Zwei Eltern streiten um den besten Umgang für ihr Kind. Beide sind überzeugt, „die Wahrheit“ zu kennen – doch ihre Wahrheiten widersprechen sich.
In Wirklichkeit haben beide recht – und beide liegen falsch. Wahrheit ist kein Besitz, sondern eine Perspektive.

Zwischen Philosophie, Psychologie und Praxis

Philosophisch betrachtet unterscheidet man zwischen absoluter Wahrheit (unabhängig vom Beobachter), relativer Wahrheit (abhängig vom Kontext) und performative truth – also Wahrheit, die durch Sprache und Handlung entsteht („Ich verspreche…“).
Für die Mediation ist vor allem die relative und performative Wahrheit relevant. Denn das, was in der Mediation „wahr“ ist, entsteht im Gespräch.

Psychologisch wissen wir: Erinnerung ist kein Abbild der Realität, sondern ein Konstrukt. Emotionen färben unsere Wahrnehmung. Wenn wir in Konflikten handeln, dann nicht nach objektiven Fakten, sondern nach dem, was wir für wahr halten.
So gesehen ist jede Mediation ein Raum, in dem mehrere Realitäten aufeinandertreffen – und in dem die Kunst besteht, sie miteinander in Beziehung zu bringen.

Die emotionale Dimension der Wahrheit

Die klassische Wahrheitssuche – so, wie sie in Justiz, Wissenschaft oder Journalismus verstanden wird – ist eine kognitive. Sie fragt nach Beweisen, nach Ursachen, nach objektiver Richtigkeit.
Die Mediation jedoch bewegt sich auf einer anderen Ebene.
Hier geht es nicht nur um das, was wahr ist, sondern um das, was wahrgenommen wird.

Hinter jedem Konflikt steckt eine emotionale Wahrheit:
Das Bedürfnis nach Anerkennung, nach Sicherheit, nach Verständnis.
Wenn diese Bedürfnisse unerfüllt bleiben, wird die Suche nach Wahrheit oft zum Stellvertreterkampf.
Der Mediator hat die Aufgabe, diesen emotionalen Kern sichtbar zu machen – ohne zu urteilen, ohne Partei zu ergreifen.

So gesehen ist die Wahrheit in der Mediation nicht das Ziel, sondern der Weg.

Wahrheitssuche als Hindernis – oder als Kompass?

Viele Kolleginnen und Kollegen sehen in der Wahrheitssuche ein Risiko: Wer zu stark nach Wahrheit sucht, kann Empathie verlieren.
In der Tat – wenn wir als Mediatoren anfangen, zu „ermitteln“, verwandelt sich die Mediation in ein Gerichtsverfahren. Wir fragen dann: Wer hat recht? Wer lügt?
Doch die Mediation ist keine Ermittlung – sie ist Vermittlung.
Ihr Ziel ist nicht die Aufdeckung, sondern die Begegnung.

Und dennoch: Ohne Wahrhaftigkeit – ohne den Mut, sich selbst ehrlich zu zeigen – gibt es keine nachhaltige Einigung.
Wahrheit wird hier zum inneren Kompass: Sie zeigt die Richtung, aber sie ist kein Ziel, das man einmal erreicht und dann besitzt.

Wahrheit als Beziehungsgeschehen

Im Laufe der Diskussion wurde deutlich, dass Wahrheit kein Objekt ist, das man „findet“, sondern ein Beziehungsgeschehen.
Sie entsteht zwischen Menschen.
In der Begegnung, im Zuhören, im Erkennen, dass auch der andere eine Wahrheit hat, die ebenso gültig ist wie die eigene.

Diese Haltung prägt die Integrierte Mediation in besonderer Weise.
Sie fordert uns auf, die Grenzen zwischen Fachrollen, Disziplinen und Lebensbereichen zu überschreiten.
Ein Mediator ist nicht nur Vermittler im Konflikt – er ist Lernender, Zuhörender, Mitmensch.

„Die Wahrheit wird euch frei machen“

In meiner Präsentation zitierte ich die Bibel – Sacharja, Johannes – weil diese Texte eine tiefe Wahrheit über Wahrheit enthalten.
Wahrheit ist keine Waffe, sondern ein Weg zur Freiheit.
Doch nur, wenn sie mit Liebe verbunden ist.
In der Mediation bedeutet das: Wahrhaftigkeit ohne Empathie verletzt.
Empathie ohne Wahrhaftigkeit bleibt oberflächlich.
Erst die Verbindung beider schafft Frieden.

Ausblick: Die Wahrheit der Mediation

Mediation braucht keine Wahrheit, um zu funktionieren.
Aber sie braucht Menschen, die bereit sind, ihre Wahrheit zu teilen – und die des anderen zu achten.
So entsteht das, was ich als „gemeinsame Wahrheit“ bezeichnen würde: ein neuer Raum des Verstehens, in dem beide Perspektiven nebeneinander bestehen dürfen.

Der Kongress hat mir erneut gezeigt, wie lebendig die Integrierte Mediation ist – als Idee, als Haltung, als Bewegung.
Sie ist mehr als ein Werkzeug zur Konfliktlösung – sie ist ein Beitrag zu einer friedlicheren Gesellschaft.

Oder, wie Ortega y Gasset sagte:

„Wann immer du lehrst, lehre zugleich, das Gelehrte zu hinterfragen.“

Genau darin liegt die Schönheit der Mediation:
Sie lädt uns ein, ständig neu zu lernen – über andere, über Wahrheit, über uns selbst.

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🇬🇧 Mediation and Truth – Reflections from the Annual Congress of Integrierte Mediation e.V.

Introduction: Between Knowledge and Connection

It was a great honour to take part in the Annual Congress of Integrierte Mediation e.V., founded by Arthur Trossen.
This year’s theme – “Mediation and Truth” – touches the very essence of our work as mediators. Few professions confront us so directly with multiple, sometimes conflicting truths.

The philosophy of Integrated Mediation teaches us that mediation is not merely a method – it is a mindset, a way of being.
It reaches beyond techniques and procedures into our daily lives.
To live mediatively means to carry that attitude into every relationship, every conversation, every decision. And in that daily practice, the question of truth is never far away.

The Many Faces of Truth

My presentation explored whether the search for truth in mediation is a hindrance or a path to understanding.
Even defining “truth” proves complex. Dictionaries speak of “correspondence between statement and fact” – but whose fact?
When two people experience the same event differently, both may be sincere – and both may be wrong.

In mediation, this is not a philosophical riddle but a lived reality.
Two parents argue about what is best for their child. Each believes they know the truth. Each is convinced they are right.
Yet truth, in mediation, is not about who wins the argument – it is about understanding why both see the world as they do.

Between Philosophy, Psychology, and Practice

Philosophers distinguish between absolute, relative, and performative truth.
Psychology tells us that memory is reconstruction, not reproduction.
Every recollection is filtered through emotion, identity, and need.

Mediation therefore becomes a meeting of subjective realities.
Our task is not to decide which is correct, but to create a space where all can be heard – where understanding itself becomes the bridge.

The Emotional Core of Truth

Traditional truth-seeking is cognitive: it asks for facts and evidence.
Mediation, however, moves through the emotional.
Conflicts are rarely about what happened; they are about what it meant.

Behind every narrative lies an unspoken need: recognition, safety, belonging, love.
When those needs are unmet, truth becomes a weapon.
The mediator’s art lies in transforming truth from a weapon into a window.

Is Truth a Hindrance – or a Compass?

To many mediators, truth-seeking feels dangerous.
It can lead us into judgment.
And yet, without truthfulness – without the courage to face what is real – no genuine agreement is possible.
Truth in mediation is not a verdict, but a compass. It gives direction, not destination.

Truth as Relationship

Truth, I have come to believe, is not something we find, but something we create together.
It emerges between people.
In listening, in dialogue, in the willingness to see through another’s eyes.

Integrated Mediation embraces this idea fully.
It is about crossing borders – between disciplines, between roles, between inner and outer worlds.
The mediator becomes more than a neutral facilitator: they become a witness, a learner, a participant in shared understanding.

“The Truth Shall Set You Free”

I quoted the Bible in my talk, not for theological reasons, but because its message is universal.
Truth sets us free – but only when joined with compassion.
Truth without empathy wounds.
Empathy without truth remains shallow.
Only the union of both can heal.

Looking Ahead: The Truth of Mediation

Mediation does not need “the truth” in the singular sense.
It needs people willing to share their truth and to hear another’s.
When that happens, a new, shared truth emerges – not as compromise, but as co-creation.

The Annual Congress reminded me how vibrant the Integrated Mediation movement is.
It is not only a professional network – it is a philosophy of life, a contribution to a more peaceful world.

As José Ortega y Gasset wisely wrote:

“Whenever you teach, also teach to doubt what you teach.”

That, perhaps, is the deepest truth of mediation:
To live in dialogue, to question oneself, and to make peace with complexity.

🇩🇪 Mediation und Wahrheit – Reflexionen vom Jahreskongress des Vereins Integrierte Mediation e.V.

Einleitung: Zwischen Erkenntnis und Begegnung

Es war mir eine große Ehre, beim Jahreskongress des Vereins Integrierte Mediation e.V. – gegründet von Arthur Trossen – mitwirken zu dürfen. Der Kongress stand in diesem Jahr unter einem faszinierenden Thema: „Mediation und Wahrheit“.
Ein Thema, das uns Mediatorinnen und Mediatoren unmittelbar betrifft, denn in kaum einem anderen Berufsfeld begegnet man so vielen subjektiven Wahrheiten, wie in der Mediation.

Der Verein Integrierte Mediation steht seit seiner Gründung für eine Haltung, nicht nur für eine Methode. Mediation wird hier nicht als Werkzeug verstanden, sondern als Lebensprinzip. Sie durchdringt unser Denken, Fühlen und Handeln. Wer einmal begonnen hat, in dieser Haltung zu leben, kann sie nicht mehr auf den Verhandlungstisch beschränken.
Integrierte Mediation bedeutet, das Leben mediativ zu gestalten – in der Familie, im Beruf, in der Gesellschaft. Und genau dort wird auch die Frage nach der Wahrheit besonders spannend.

Wahrheit – ein Begriff mit vielen Gesichtern

In meiner Präsentation ging es um die Frage, ob die Wahrheitssuche in der Mediation ein Hindernis oder eine Hilfe ist. Schon die Definitionen zeigen, dass Wahrheit ein schillernder Begriff ist.

Der Duden beschreibt Wahrheit als „Übereinstimmung einer Aussage mit der Sache, über die sie gemacht wird“. Doch was, wenn diese „Sache“ von zwei Personen völlig unterschiedlich wahrgenommen wird? Was, wenn beide aufrichtig sind – und doch zu gegensätzlichen Schlussfolgerungen kommen?

Das ist kein theoretisches Problem. In der Mediation erleben wir es täglich.
Zwei Eltern streiten um den besten Umgang für ihr Kind. Beide sind überzeugt, „die Wahrheit“ zu kennen – doch ihre Wahrheiten widersprechen sich.
In Wirklichkeit haben beide recht – und beide liegen falsch. Wahrheit ist kein Besitz, sondern eine Perspektive.

Zwischen Philosophie, Psychologie und Praxis

Philosophisch betrachtet unterscheidet man zwischen absoluter Wahrheit (unabhängig vom Beobachter), relativer Wahrheit (abhängig vom Kontext) und performative truth – also Wahrheit, die durch Sprache und Handlung entsteht („Ich verspreche…“).
Für die Mediation ist vor allem die relative und performative Wahrheit relevant. Denn das, was in der Mediation „wahr“ ist, entsteht im Gespräch.

Psychologisch wissen wir: Erinnerung ist kein Abbild der Realität, sondern ein Konstrukt. Emotionen färben unsere Wahrnehmung. Wenn wir in Konflikten handeln, dann nicht nach objektiven Fakten, sondern nach dem, was wir für wahr halten.
So gesehen ist jede Mediation ein Raum, in dem mehrere Realitäten aufeinandertreffen – und in dem die Kunst besteht, sie miteinander in Beziehung zu bringen.

Die emotionale Dimension der Wahrheit

Die klassische Wahrheitssuche – so, wie sie in Justiz, Wissenschaft oder Journalismus verstanden wird – ist eine kognitive. Sie fragt nach Beweisen, nach Ursachen, nach objektiver Richtigkeit.
Die Mediation jedoch bewegt sich auf einer anderen Ebene.
Hier geht es nicht nur um das, was wahr ist, sondern um das, was wahrgenommen wird.

Hinter jedem Konflikt steckt eine emotionale Wahrheit:
Das Bedürfnis nach Anerkennung, nach Sicherheit, nach Verständnis.
Wenn diese Bedürfnisse unerfüllt bleiben, wird die Suche nach Wahrheit oft zum Stellvertreterkampf.
Der Mediator hat die Aufgabe, diesen emotionalen Kern sichtbar zu machen – ohne zu urteilen, ohne Partei zu ergreifen.

So gesehen ist die Wahrheit in der Mediation nicht das Ziel, sondern der Weg.

Wahrheitssuche als Hindernis – oder als Kompass?

Viele Kolleginnen und Kollegen sehen in der Wahrheitssuche ein Risiko: Wer zu stark nach Wahrheit sucht, kann Empathie verlieren.
In der Tat – wenn wir als Mediatoren anfangen, zu „ermitteln“, verwandelt sich die Mediation in ein Gerichtsverfahren. Wir fragen dann: Wer hat recht? Wer lügt?
Doch die Mediation ist keine Ermittlung – sie ist Vermittlung.
Ihr Ziel ist nicht die Aufdeckung, sondern die Begegnung.

Und dennoch: Ohne Wahrhaftigkeit – ohne den Mut, sich selbst ehrlich zu zeigen – gibt es keine nachhaltige Einigung.
Wahrheit wird hier zum inneren Kompass: Sie zeigt die Richtung, aber sie ist kein Ziel, das man einmal erreicht und dann besitzt.

Wahrheit als Beziehungsgeschehen

Im Laufe der Diskussion wurde deutlich, dass Wahrheit kein Objekt ist, das man „findet“, sondern ein Beziehungsgeschehen.
Sie entsteht zwischen Menschen.
In der Begegnung, im Zuhören, im Erkennen, dass auch der andere eine Wahrheit hat, die ebenso gültig ist wie die eigene.

Diese Haltung prägt die Integrierte Mediation in besonderer Weise.
Sie fordert uns auf, die Grenzen zwischen Fachrollen, Disziplinen und Lebensbereichen zu überschreiten.
Ein Mediator ist nicht nur Vermittler im Konflikt – er ist Lernender, Zuhörender, Mitmensch.

„Die Wahrheit wird euch frei machen“

In meiner Präsentation zitierte ich die Bibel – Sacharja, Johannes – weil diese Texte eine tiefe Wahrheit über Wahrheit enthalten.
Wahrheit ist keine Waffe, sondern ein Weg zur Freiheit.
Doch nur, wenn sie mit Liebe verbunden ist.
In der Mediation bedeutet das: Wahrhaftigkeit ohne Empathie verletzt.
Empathie ohne Wahrhaftigkeit bleibt oberflächlich.
Erst die Verbindung beider schafft Frieden.

Ausblick: Die Wahrheit der Mediation

Mediation braucht keine Wahrheit, um zu funktionieren.
Aber sie braucht Menschen, die bereit sind, ihre Wahrheit zu teilen – und die des anderen zu achten.
So entsteht das, was ich als „gemeinsame Wahrheit“ bezeichnen würde: ein neuer Raum des Verstehens, in dem beide Perspektiven nebeneinander bestehen dürfen.

Der Kongress hat mir erneut gezeigt, wie lebendig die Integrierte Mediation ist – als Idee, als Haltung, als Bewegung.
Sie ist mehr als ein Werkzeug zur Konfliktlösung – sie ist ein Beitrag zu einer friedlicheren Gesellschaft.

Oder, wie Ortega y Gasset sagte:

„Wann immer du lehrst, lehre zugleich, das Gelehrte zu hinterfragen.“

Genau darin liegt die Schönheit der Mediation:
Sie lädt uns ein, ständig neu zu lernen – über andere, über Wahrheit, über uns selbst.

🇬🇧 Mediation and Truth – Reflections from the Annual Congress of Integrierte Mediation e.V.

Introduction: Between Knowledge and Connection

It was a great honour to take part in the Annual Congress of Integrierte Mediation e.V., founded by Arthur Trossen.
This year’s theme – “Mediation and Truth” – touches the very essence of our work as mediators. Few professions confront us so directly with multiple, sometimes conflicting truths.

The philosophy of Integrated Mediation teaches us that mediation is not merely a method – it is a mindset, a way of being.
It reaches beyond techniques and procedures into our daily lives.
To live mediatively means to carry that attitude into every relationship, every conversation, every decision. And in that daily practice, the question of truth is never far away.

The Many Faces of Truth

My presentation explored whether the search for truth in mediation is a hindrance or a path to understanding.
Even defining “truth” proves complex. Dictionaries speak of “correspondence between statement and fact” – but whose fact?
When two people experience the same event differently, both may be sincere – and both may be wrong.

In mediation, this is not a philosophical riddle but a lived reality.
Two parents argue about what is best for their child. Each believes they know the truth. Each is convinced they are right.
Yet truth, in mediation, is not about who wins the argument – it is about understanding why both see the world as they do.

Between Philosophy, Psychology, and Practice

Philosophers distinguish between absolute, relative, and performative truth.
Psychology tells us that memory is reconstruction, not reproduction.
Every recollection is filtered through emotion, identity, and need.

Mediation therefore becomes a meeting of subjective realities.
Our task is not to decide which is correct, but to create a space where all can be heard – where understanding itself becomes the bridge.

The Emotional Core of Truth

Traditional truth-seeking is cognitive: it asks for facts and evidence.
Mediation, however, moves through the emotional.
Conflicts are rarely about what happened; they are about what it meant.

Behind every narrative lies an unspoken need: recognition, safety, belonging, love.
When those needs are unmet, truth becomes a weapon.
The mediator’s art lies in transforming truth from a weapon into a window.

Is Truth a Hindrance – or a Compass?

To many mediators, truth-seeking feels dangerous.
It can lead us into judgment.
And yet, without truthfulness – without the courage to face what is real – no genuine agreement is possible.
Truth in mediation is not a verdict, but a compass. It gives direction, not destination.

Truth as Relationship

Truth, I have come to believe, is not something we find, but something we create together.
It emerges between people.
In listening, in dialogue, in the willingness to see through another’s eyes.

Integrated Mediation embraces this idea fully.
It is about crossing borders – between disciplines, between roles, between inner and outer worlds.
The mediator becomes more than a neutral facilitator: they become a witness, a learner, a participant in shared understanding.

“The Truth Shall Set You Free”

I quoted the Bible in my talk, not for theological reasons, but because its message is universal.
Truth sets us free – but only when joined with compassion.
Truth without empathy wounds.
Empathy without truth remains shallow.
Only the union of both can heal.

Looking Ahead: The Truth of Mediation

Mediation does not need “the truth” in the singular sense.
It needs people willing to share their truth and to hear another’s.
When that happens, a new, shared truth emerges – not as compromise, but as co-creation.

The Annual Congress reminded me how vibrant the Integrated Mediation movement is.
It is not only a professional network – it is a philosophy of life, a contribution to a more peaceful world.

As José Ortega y Gasset wisely wrote:

“Whenever you teach, also teach to doubt what you teach.”

That, perhaps, is the deepest truth of mediation:
To live in dialogue, to question oneself, and to make peace with complexity.