Elternkonflikte als
gesellschaftliche Realität
gesellschaftliche Realität
Über systemische Folgekosten, transgenerationale Dynamiken und die Verantwortung der nächsten Generation
Elternkonflikte als gesellschaftliche Realität
Über systemische Folgekosten, transgenerationale Dynamiken und die Verantwortung der nächsten Generation
Gestern fand im Rahmen des Transformationsmoduls an der Leuphana Universität und meines Seminars (Vom Familienrecht zum Kinderschutzrecht – Aktuelle Entwicklungen, Grundlagen und Grenzen) eine Podiumsdiskussion statt, die ein Thema in den Mittelpunkt rückte, das im öffentlichen Diskurs häufig individualisiert wird – obwohl seine Wirkungen weit über einzelne Familien hinausreichen: die gesamtgesellschaftlichen Kosten von Elternkonflikten.
Was zunächst wie ein privates Problem zwischen zwei Erwachsenen erscheinen mag, erweist sich bei näherer Betrachtung als ein komplexes, systemisches Phänomen mit Auswirkungen auf Arbeit, Gesundheit, Bildung, Justiz, soziale Sicherungssysteme und letztlich auf die gesellschaftliche Kohäsion insgesamt.
Die Studierenden des Moduls haben diese Dimensionen in sechs Gruppen aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht:
- Arbeit
- Gesundheit
- Bildung
- Ökonomie und Soziologie
- Professionelle des Familienhelfersystems
- Elternperspektive
Die Ergebnisse zeigen: Elternkonflikte sind kein Randthema. Sie berühren zentrale gesellschaftliche Funktionsbereiche – oft mit langfristigen und schwer quantifizierbaren Folgen.
- Wenn private Konflikte öffentliche Systeme belasten
Ein zentraler Befund der studentischen Arbeiten war die Differenzierung zwischen direkt erfassbaren und indirekten, schwer monetarisierbaren Kosten.
Direkt erfassbare Kosten
In mehreren Präsentationen wurden strukturell messbare Auswirkungen sichtbar:
- Arbeitsausfälle durch psychische Belastungen
- Reduzierte Erwerbsfähigkeit oder Erwerbsunterbrechungen
- Kosten therapeutischer und psychiatrischer Behandlungen
- Gerichtliche Verfahren und Gutachten
- Unterstützungsleistungen durch Jugendämter, Beratungsstellen oder freie Träger
Diese Kosten lassen sich zumindest annähernd beziffern. Sie erscheinen in Haushaltsplänen, in Krankenkassenstatistiken oder in volkswirtschaftlichen Berechnungen.
Doch genau hier beginnt die eigentliche gesellschaftliche Herausforderung.
- Die unsichtbaren Kosten – und warum sie zentral sind
Die vielleicht eindrucksvollsten Beiträge der Studierenden befassten sich mit jenen Wirkungen, die sich nicht unmittelbar in Eurobeträgen ausdrücken lassen, deren gesellschaftliche Tragweite jedoch erheblich sein kann.
Dazu gehören insbesondere:
- langfristige psychosoziale Belastungen von Kindern
- Bindungsunsicherheiten und Beziehungsschwierigkeiten im Erwachsenenalter
- erhöhte Vulnerabilität für psychische Erkrankungen
- eingeschränkte Bildungs- und Teilhabechancen
- Vertrauensverlust in Institutionen
- transgenerationale Weitergabe von Konfliktmustern
Hier stellt sich eine grundlegende Frage:
Wie erfassen wir Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge, wenn Effekte zeitlich verzögert auftreten, sich überlagern und mehrere Systeme gleichzeitig betreffen?
Ein Kind, das über Jahre in hochstrittige Elternkonflikte involviert ist, zeigt möglicherweise erst im Jugend- oder Erwachsenenalter Symptome – depressive Episoden, Beziehungsabbrüche, Suchtproblematiken oder berufliche Instabilität. Der Zusammenhang bleibt oft unsichtbar oder wird individualisiert.
Gesellschaftlich betrachtet handelt es sich jedoch um kumulative Entwicklungsrisiken mit struktureller Bedeutung.
- Bildung: Wenn Konflikte Biografien formen
Die Gruppe zur Bildungsperspektive machte deutlich, wie stark familiäre Hochkonfliktsituationen schulische Entwicklung beeinflussen können:
- Konzentrationsprobleme
- Leistungsabfall
- Schulverweigerung
- soziale Isolation
- verminderte Ausbildungs- und Studienchancen
Bildungsabbrüche wirken sich nicht nur individuell aus, sondern auch volkswirtschaftlich. Geringere Qualifikationen bedeuten langfristig reduzierte Einkommenschancen, höhere Abhängigkeit von Transferleistungen und geringere Steuerleistung.
Doch auch hier gilt: Die eigentliche Tragweite liegt nicht nur im finanziellen Verlust, sondern in eingeschränkter gesellschaftlicher Teilhabe.
- Arbeit und Gesundheit: Wechselwirkungen
Die Analysen im Bereich Arbeit und Gesundheit zeigten eindrucksvoll, wie stark sich psychische Belastungen und ökonomische Stabilität gegenseitig beeinflussen.
Eltern in hochstrittigen Trennungen berichten häufig über:
- chronische Erschöpfung
- Angst- und Depressionssymptome
- Konzentrationsprobleme
- soziale Isolation
Dies führt nicht selten zu:
- Krankmeldungen
- Leistungsreduktion
- Arbeitsplatzverlust
- beruflicher Dequalifizierung
Die Belastung bleibt jedoch nicht auf eine Generation begrenzt. Kinder übernehmen häufig implizite Konfliktmuster oder internalisieren Loyalitätskonflikte, die später ihre eigene Arbeits- und Beziehungsfähigkeit beeinflussen können.
Hier zeigt sich der transgenerationale Aspekt besonders deutlich.
- Das Familienhelfersystem unter Druck
Ein weiterer Fokus lag auf den Professionellen des Familienhelfersystems – Richterinnen und Richter, Verfahrensbeistände, Gutachterinnen, Jugendamtsmitarbeitende, Beratungsstellen.
Die Studierenden machten sichtbar:
- strukturelle Überlastung
- Ressourcenknappheit
- widersprüchliche Erwartungen
- systemische Eskalationsdynamiken
Wenn Verfahren sich über Jahre ziehen, entstehen nicht nur Kosten, sondern auch institutionelle Erschöpfung. Gleichzeitig verstärken eskalierte Verfahren häufig die Konfliktdynamik – ein Paradox, das strukturelle Reformüberlegungen notwendig erscheinen lässt.
- Transgenerationale Dynamiken – die langfristige Dimension
Besonders eindrucksvoll war die Auseinandersetzung mit transgenerationalen Effekten.
Konfliktmuster, Misstrauen, Beziehungsabbrüche oder die Erfahrung von Instrumentalisierung können – bewusst oder unbewusst – weitergegeben werden. Kinder, die in chronischen Loyalitätskonflikten aufwachsen, entwickeln häufig Schutzstrategien, die kurzfristig stabilisieren, langfristig jedoch Beziehungsfähigkeit beeinträchtigen können.
Die gesellschaftliche Relevanz liegt darin, dass solche Muster soziale Bindungsfähigkeit und institutionelles Vertrauen beeinflussen.
Wenn eine Generation systematisch Beziehungssicherheit verliert, wirkt sich das auf Partnerschaften, Erziehungskompetenz und gesellschaftliche Kohäsion aus.
Diese Dimension lässt sich kaum monetarisieren – aber sie ist strukturell bedeutsam.
- Die Podiumsdiskussion – Interdisziplinarität als Antwort
Die anschließende Diskussion mit
- Kevin Weber (Juramentis)
- Christine von Brasch (betroffene Mutter)
- Prof. Dr. Daniel Fischer (Modulverantwortlicher)
- RiAG Alexander Erbath (Familienrichter)
- Jürgen Harms (Marianne Bock Gedächtnis-Stiftung)
- Alexander Brolich (Volljurist und Verfahrensbeistand)
brachte unterschiedliche Perspektiven zusammen: juristisch, wissenschaftlich, praxisbezogen und biografisch.
Im Publikum befanden sich neben Studierenden auch Journalistinnen und Journalisten (u.a. Der Spiegel, Landeszeitung), Richterinnen und Richter, Gutachter sowie betroffene Eltern.
Gerade diese Interdisziplinarität war zentral. Elternkonflikte sind weder ausschließlich juristisch noch psychologisch oder sozialpolitisch zu lösen. Sie verlangen systemische Betrachtung.
- Von der Individualisierung zur gesellschaftlichen Verantwortung
Ein wiederkehrendes Motiv der Veranstaltung war die Frage nach gesellschaftlicher Verantwortung.
Solange Elternkonflikte als rein private Angelegenheiten betrachtet werden, bleiben strukturelle Antworten begrenzt. Erst wenn wir sie als gesellschaftlich relevantes Phänomen verstehen – mit ökonomischen, gesundheitlichen und sozialen Folgen – entsteht Raum für:
- frühzeitige Intervention
- interdisziplinäre Kooperation
- strukturelle Reformen
- Präventionsmodelle
- evidenzbasierte Politik
Elternkonflikte sind kein moralisches Problem. Sie sind ein systemisches.
- Fazit: Eine Generationenfrage
Die Arbeiten der Studierenden haben eindrucksvoll gezeigt:
Die eigentlichen Kosten von Elternkonflikten liegen nicht nur in Gerichtsakten oder Haushaltsplänen.
Sie liegen in Bildungsbiografien, Bindungsfähigkeit, psychischer Gesundheit und gesellschaftlicher Vertrauensstruktur.
Sie sind kumulativ.
Sie sind systemisch.
Sie können transgenerational wirken.
Auch wenn nicht jede Folgewirkung eindeutig kausal isolierbar ist, deuten konservative volkswirtschaftliche Modellierungen darauf hin, dass sich die kumulativen Lebensverlaufskosten hochstrittiger Elternkonflikte in gesamtgesellschaftlichen Dimensionen von mehreren Milliarden Euro bewegen können.
Wenn wir über Elternkonflikte sprechen, sprechen wir daher nicht nur über Trennung oder Scheidung.
Wir sprechen über die Qualität zukünftiger Beziehungen.
Über soziale Stabilität.
Über institutionelles Vertrauen.
Über die nächste Generation.
Die gestrige Veranstaltung war deshalb mehr als eine akademische Übung.
Sie war ein Beitrag zur Sichtbarmachung einer gesellschaftlichen Realität.
Und vielleicht der Beginn einer vertieften Diskussion darüber, wie wir Verantwortung neu denken können – nicht nur individuell, sondern strukturell.
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🇬🇧 English (UK)
Parental Conflict as a Societal Reality
On systemic follow-up costs, transgenerational dynamics and the responsibility of the next generation
Yesterday, as part of the Transformation Module at Leuphana University and my seminar (From Family Law to Child Protection Law – Current Developments, Foundations and Limits), a panel discussion took place that focused on a topic which is often individualised in public discourse – even though its effects extend far beyond individual families: the societal costs of parental conflict.
What may initially appear to be a private problem between two adults proves, upon closer examination, to be a complex systemic phenomenon with consequences for work, health, education, the justice system, social security systems and ultimately for social cohesion as a whole.
The students in the module explored these dimensions in six groups from different perspectives:
- Work
- Health
- Education
- Economics and Sociology
- Professionals within the family support system
- Parental perspective
The results show that parental conflict is not a marginal issue. It affects central social functions – often with long-term and difficult-to-quantify consequences.
- When private conflicts burden public systems
One key finding of the students’ work was the distinction between directly measurable and indirect costs that are difficult to monetise.
Directly measurable costs
Several presentations revealed structurally measurable impacts:
- Work absences due to psychological stress
- Reduced employability or interruptions in employment
- Costs of therapeutic and psychiatric treatment
- Court proceedings and expert reports
- Support services provided by youth welfare offices, counselling centres or independent organisations
These costs can at least be approximately quantified. They appear in public budgets, health insurance statistics and macroeconomic calculations.
But this is precisely where the real societal challenge begins.
- The invisible costs – and why they matter
Perhaps the most impressive contributions by the students addressed effects that cannot easily be expressed in monetary terms but may nevertheless have significant societal consequences.
These include in particular:
- long-term psychosocial stress for children
- attachment insecurity and relationship difficulties in adulthood
- increased vulnerability to mental illness
- reduced educational and participation opportunities
- loss of trust in institutions
- transgenerational transmission of conflict patterns
This raises a fundamental question:
How do we capture cause-and-effect relationships when effects occur with time delays, overlap and affect several systems simultaneously?
A child exposed for years to high-conflict parental disputes may only show symptoms in adolescence or adulthood – depressive episodes, relationship breakdowns, addiction problems or professional instability. The connection often remains invisible or is individualised.
From a societal perspective, however, these represent cumulative developmental risks with structural relevance.
- Education: when conflict shapes biographies
The group focusing on education demonstrated how strongly high-conflict family situations can influence school development:
- concentration problems
- declining academic performance
- school refusal
- social isolation
- reduced chances of vocational training or university education
Educational dropouts do not only have individual consequences but also macroeconomic ones. Lower qualifications mean reduced income opportunities, higher dependence on social transfers and lower tax contributions.
Yet here too, the real significance lies not only in financial losses but in restricted social participation.
- Work and health: interdependencies
Analyses in the areas of work and health clearly illustrated how closely psychological stress and economic stability interact.
Parents in high-conflict separations frequently report:
- chronic exhaustion
- anxiety and depressive symptoms
- concentration difficulties
- social isolation
This often leads to:
- sick leave
- reduced productivity
- job loss
- professional dequalification
However, the burden does not remain limited to one generation. Children often adopt implicit conflict patterns or internalise loyalty conflicts that may later affect their own capacity for work and relationships.
Here the transgenerational aspect becomes particularly visible.
- The family support system under pressure
Another focus concerned professionals within the family support system – judges, guardians ad litem, expert witnesses, youth welfare professionals and counselling services.
Students highlighted:
- structural overload
- scarcity of resources
- contradictory expectations
- systemic escalation dynamics
When proceedings last for years, they generate not only costs but also institutional fatigue. At the same time, escalated procedures often intensify conflict dynamics – a paradox that suggests the need for structural reform.
- Transgenerational dynamics – the long-term dimension
The discussion of transgenerational effects was particularly striking.
Conflict patterns, mistrust, relationship breakdowns or experiences of instrumentalisation may be transmitted – consciously or unconsciously. Children growing up in chronic loyalty conflicts often develop coping strategies that provide short-term stability but may impair relational capacities in the long term.
The societal relevance lies in the fact that such patterns influence social bonding capacity and institutional trust.
If one generation systematically loses relational security, this affects partnerships, parenting competence and social cohesion.
This dimension is difficult to monetise – but structurally significant.
- The panel discussion – interdisciplinarity as a response
The subsequent discussion with
- Kevin Weber (Juramentis)
- Christine von Brasch (affected mother)
- Prof. Dr Daniel Fischer (module coordinator)
- Judge Alexander Erbath (family judge)
- Jürgen Harms (Marianne Bock Memorial Foundation)
- Alexander Brolich (lawyer and guardian ad litem)
brought together different perspectives: legal, academic, practical and biographical.
Among the audience were not only students but also journalists (including Der Spiegel and Landeszeitung), judges, expert witnesses and affected parents.
This interdisciplinarity was crucial. Parental conflicts cannot be resolved solely through legal, psychological or social policy approaches. They require systemic analysis.
- From individualisation to societal responsibility
A recurring theme of the event was the question of societal responsibility.
As long as parental conflicts are viewed purely as private matters, structural responses remain limited. Only when we understand them as a socially relevant phenomenon – with economic, health-related and social consequences – does space emerge for:
- early intervention
- interdisciplinary cooperation
- structural reforms
- prevention models
- evidence-based policy
Parental conflict is not a moral problem. It is a systemic one.
- Conclusion: a generational question
The students’ work demonstrated impressively that the real costs of parental conflict lie not only in court files or public budgets.
They lie in educational trajectories, relational capacity, mental health and the structure of social trust.
They are cumulative.
They are systemic.
They may be transgenerational.
Even if not every consequence can be causally isolated, conservative macroeconomic modelling suggests that the cumulative lifetime costs of high-conflict parental disputes may reach several billion euros in societal terms.
When we talk about parental conflict, we are therefore not only talking about separation or divorce.
We are talking about the quality of future relationships.
About social stability.
About institutional trust.
About the next generation.
Yesterday’s event was therefore more than an academic exercise.
It was a contribution to making a societal reality visible.
And perhaps the beginning of a deeper discussion about how we might rethink responsibility – not only individually, but structurally.
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🇫🇷 Français
Les conflits parentaux comme réalité sociétale
Sur les coûts systémiques à long terme, les dynamiques transgénérationnelles et la responsabilité de la prochaine génération
Hier, dans le cadre du module de transformation de l’Université Leuphana et de mon séminaire (Du droit de la famille au droit de la protection de l’enfance – évolutions actuelles, fondements et limites), s’est tenue une table ronde consacrée à un thème qui, dans le débat public, est souvent individualisé – bien que ses effets dépassent largement le cadre des familles concernées : les coûts sociétaux des conflits parentaux.
Ce qui peut d’abord apparaître comme un problème privé entre deux adultes se révèle, à y regarder de plus près, comme un phénomène systémique complexe ayant des répercussions sur le travail, la santé, l’éducation, la justice, les systèmes de protection sociale et, en fin de compte, sur la cohésion sociale dans son ensemble.
Les étudiant·e·s du module ont examiné ces dimensions en six groupes, selon différentes perspectives :
- Travail
- Santé
- Éducation
- Économie et sociologie
- Professionnels du système d’aide aux familles
- Perspective parentale
Les résultats montrent que les conflits parentaux ne constituent pas un sujet marginal. Ils touchent des fonctions centrales de la société – souvent avec des conséquences à long terme et difficiles à quantifier.
- Lorsque les conflits privés pèsent sur les systèmes publics
Un constat central des travaux étudiants fut la distinction entre coûts directement mesurables et coûts indirects difficilement monétarisables.
Coûts directement mesurables
Plusieurs présentations ont mis en évidence des impacts structurellement mesurables :
- absences au travail dues à la charge psychique
- réduction de la capacité de travail ou interruptions d’activité
- coûts des traitements thérapeutiques et psychiatriques
- procédures judiciaires et expertises
- prestations de soutien des services de protection de la jeunesse, des centres de conseil ou d’organismes indépendants
Ces coûts peuvent être approximativement quantifiés. Ils apparaissent dans les budgets publics, les statistiques des assurances maladie ou les analyses macroéconomiques.
Mais c’est précisément là que commence le véritable défi sociétal.
- Les coûts invisibles – et leur importance
Les contributions peut-être les plus marquantes des étudiant·e·s concernaient les effets qui ne peuvent être exprimés directement en termes monétaires mais dont la portée sociétale peut être considérable.
Il s’agit notamment de :
- charges psychosociales à long terme pour les enfants
- insécurité d’attachement et difficultés relationnelles à l’âge adulte
- vulnérabilité accrue aux troubles psychiques
- opportunités éducatives et de participation réduites
- perte de confiance dans les institutions
- transmission transgénérationnelle de schémas conflictuels
Une question fondamentale se pose alors :
Comment appréhender les relations de cause à effet lorsque les effets apparaissent avec retard, se superposent et touchent simultanément plusieurs systèmes ?
Un enfant exposé pendant des années à des conflits parentaux très intenses peut ne présenter des symptômes qu’à l’adolescence ou à l’âge adulte – épisodes dépressifs, ruptures relationnelles, problèmes d’addiction ou instabilité professionnelle. Le lien reste souvent invisible ou est individualisé.
Du point de vue sociétal, il s’agit pourtant de risques développementaux cumulatifs ayant une portée structurelle.
- L’éducation : lorsque les conflits façonnent les trajectoires de vie
Le groupe travaillant sur la perspective éducative a montré à quel point les situations familiales très conflictuelles peuvent influencer le parcours scolaire :
- difficultés de concentration
- baisse des performances scolaires
- refus scolaire
- isolement social
- diminution des chances de formation ou d’études supérieures
Les abandons scolaires n’ont pas seulement des conséquences individuelles, mais aussi macroéconomiques. Des qualifications plus faibles impliquent à long terme des revenus plus faibles, une dépendance accrue aux prestations sociales et une contribution fiscale moindre.
Mais là encore, l’enjeu réel ne réside pas seulement dans la perte financière, mais dans la limitation de la participation sociale.
- Travail et santé : des interactions étroites
Les analyses dans les domaines du travail et de la santé ont montré de manière frappante à quel point les charges psychiques et la stabilité économique s’influencent mutuellement.
Les parents impliqués dans des séparations très conflictuelles rapportent souvent :
- un épuisement chronique
- des symptômes anxieux et dépressifs
- des difficultés de concentration
- un isolement social
Cela conduit fréquemment à :
- des arrêts maladie
- une baisse de performance
- une perte d’emploi
- une déqualification professionnelle
La charge ne se limite toutefois pas à une seule génération. Les enfants adoptent souvent implicitement certains schémas conflictuels ou internalisent des conflits de loyauté susceptibles d’influencer plus tard leur capacité relationnelle et professionnelle.
C’est ici que la dimension transgénérationnelle apparaît particulièrement clairement.
- Le système d’aide aux familles sous pression
Un autre axe portait sur les professionnels du système d’aide aux familles – juges, administrateurs ad litem, experts, professionnels des services de protection de la jeunesse et centres de conseil.
Les étudiant·e·s ont mis en évidence :
- une surcharge structurelle
- un manque de ressources
- des attentes contradictoires
- des dynamiques systémiques d’escalade
Lorsque les procédures s’étendent sur des années, elles génèrent non seulement des coûts mais aussi une fatigue institutionnelle. Paradoxalement, les procédures très conflictuelles tendent souvent à renforcer la dynamique du conflit, ce qui rend nécessaires des réflexions sur des réformes structurelles.
- Dynamiques transgénérationnelles – la dimension à long terme
La discussion sur les effets transgénérationnels fut particulièrement marquante.
Les schémas de conflit, la méfiance, les ruptures relationnelles ou l’expérience d’instrumentalisation peuvent être transmis – consciemment ou non. Les enfants grandissant dans des conflits chroniques de loyauté développent souvent des stratégies de protection qui stabilisent à court terme mais peuvent entraver la capacité relationnelle à long terme.
L’importance sociétale réside dans le fait que ces schémas influencent la capacité de lien social et la confiance dans les institutions.
Si une génération perd systématiquement la sécurité relationnelle, cela affecte les partenariats, les compétences parentales et la cohésion sociale.
Cette dimension est difficilement monétarisable – mais elle est structurellement significative.
- La table ronde – l’interdisciplinarité comme réponse
La discussion avec
- Kevin Weber (Juramentis)
- Christine von Brasch (mère concernée)
- Prof. Dr Daniel Fischer (responsable du module)
- Alexander Erbath (juge aux affaires familiales)
- Jürgen Harms (Fondation Marianne Bock)
- Alexander Brolich (juriste et administrateur ad litem)
a réuni différentes perspectives : juridiques, scientifiques, pratiques et biographiques.
Parmi le public se trouvaient non seulement des étudiant·e·s, mais aussi des journalistes (notamment Der Spiegel et la Landeszeitung), des juges, des experts et des parents concernés.
Cette interdisciplinarité était essentielle. Les conflits parentaux ne peuvent être résolus uniquement par le droit, la psychologie ou la politique sociale. Ils nécessitent une approche systémique.
- De l’individualisation à la responsabilité sociétale
Un motif récurrent de l’événement fut la question de la responsabilité sociétale.
Tant que les conflits parentaux sont considérés comme des affaires strictement privées, les réponses structurelles restent limitées. Ce n’est que lorsqu’ils sont compris comme un phénomène socialement pertinent – avec des conséquences économiques, sanitaires et sociales – qu’apparaît un espace pour :
- l’intervention précoce
- la coopération interdisciplinaire
- des réformes structurelles
- des modèles de prévention
- des politiques fondées sur des données probantes
Les conflits parentaux ne sont pas un problème moral.
Ils sont un problème systémique.
- Conclusion : une question générationnelle
Les travaux des étudiant·e·s l’ont montré avec force :
Les véritables coûts des conflits parentaux ne se trouvent pas seulement dans les dossiers judiciaires ou les budgets publics.
Ils se trouvent dans les trajectoires éducatives, la capacité relationnelle, la santé mentale et la structure de confiance sociale.
Ils sont cumulatifs.
Ils sont systémiques.
Ils peuvent être transgénérationnels.
Même si chaque conséquence ne peut être isolée causalement, des modélisations macroéconomiques prudentes suggèrent que les coûts cumulés sur l’ensemble du parcours de vie des conflits parentaux très conflictuels peuvent atteindre plusieurs milliards d’euros à l’échelle sociétale.
Lorsque nous parlons de conflits parentaux, nous ne parlons donc pas seulement de séparation ou de divorce.
Nous parlons de la qualité des relations futures.
De la stabilité sociale.
De la confiance institutionnelle.
De la prochaine génération.
L’événement d’hier était donc plus qu’un simple exercice académique.
Il a contribué à rendre visible une réalité sociétale.
Et peut-être constitue-t-il le début d’une discussion plus approfondie sur la manière de repenser la responsabilité – non seulement de manière individuelle, mais aussi structurelle.
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🇪🇸 Español
Los conflictos parentales como realidad social
Sobre los costes sistémicos, las dinámicas transgeneracionales y la responsabilidad de la próxima generación
Ayer tuvo lugar, en el marco del módulo de transformación de la Universidad Leuphana y de mi seminario (Del derecho de familia al derecho de protección de la infancia – desarrollos actuales, fundamentos y límites), una mesa redonda centrada en un tema que en el debate público suele individualizarse, aunque sus efectos van mucho más allá de las familias implicadas: los costes sociales de los conflictos parentales.
Lo que en un primer momento puede parecer un problema privado entre dos adultos se revela, al observarlo más de cerca, como un fenómeno sistémico complejo con consecuencias para el trabajo, la salud, la educación, el sistema judicial, los sistemas de protección social y, en última instancia, para la cohesión social en su conjunto.
Los estudiantes del módulo analizaron estas dimensiones en seis grupos desde distintas perspectivas:
- Trabajo
- Salud
- Educación
- Economía y sociología
- Profesionales del sistema de apoyo familiar
- Perspectiva de los padres
Los resultados muestran que los conflictos parentales no son un tema marginal. Afectan a funciones centrales de la sociedad, a menudo con consecuencias a largo plazo y difíciles de cuantificar.
- Cuando los conflictos privados afectan a los sistemas públicos
Un hallazgo central de los trabajos de los estudiantes fue la distinción entre costes directamente medibles y costes indirectos difíciles de monetizar.
Costes directamente medibles
Varias presentaciones mostraron impactos estructuralmente medibles:
- ausencias laborales debido a cargas psicológicas
- reducción de la capacidad laboral o interrupciones del empleo
- costes de tratamientos terapéuticos y psiquiátricos
- procedimientos judiciales y peritajes
- servicios de apoyo prestados por servicios de protección de menores, centros de asesoramiento u organizaciones independientes
Estos costes pueden al menos estimarse. Aparecen en presupuestos públicos, estadísticas de seguros de salud o cálculos macroeconómicos.
Pero precisamente aquí comienza el verdadero desafío social.
- Los costes invisibles – y por qué son centrales
Quizá las contribuciones más impresionantes de los estudiantes se centraron en aquellos efectos que no pueden expresarse directamente en términos monetarios, pero cuya relevancia social puede ser considerable.
Entre ellos se encuentran:
- cargas psicosociales a largo plazo para los niños
- inseguridad en el apego y dificultades relacionales en la edad adulta
- mayor vulnerabilidad a trastornos psicológicos
- oportunidades educativas y de participación reducidas
- pérdida de confianza en las instituciones
- transmisión transgeneracional de patrones de conflicto
Esto plantea una cuestión fundamental:
¿Cómo captamos relaciones de causa y efecto cuando los efectos aparecen con retraso, se superponen y afectan simultáneamente a varios sistemas?
Un niño expuesto durante años a conflictos parentales intensos puede mostrar síntomas solo en la adolescencia o en la edad adulta: episodios depresivos, rupturas relacionales, problemas de adicción o inestabilidad profesional. La relación causal suele permanecer invisible o se individualiza.
Desde una perspectiva social, sin embargo, se trata de riesgos acumulativos de desarrollo con relevancia estructural.
Gestern fand im Rahmen des Transformationsmoduls an der Leuphana Universität und meines Seminars (Vom Familienrecht zum Kinderschutzrecht – Aktuelle Entwicklungen, Grundlagen und Grenzen) eine Podiumsdiskussion statt, die ein Thema in den Mittelpunkt rückte, das im öffentlichen Diskurs häufig individualisiert wird – obwohl seine Wirkungen weit über einzelne Familien hinausreichen: die gesamtgesellschaftlichen Kosten von Elternkonflikten.
Was zunächst wie ein privates Problem zwischen zwei Erwachsenen erscheinen mag, erweist sich bei näherer Betrachtung als ein komplexes, systemisches Phänomen mit Auswirkungen auf Arbeit, Gesundheit, Bildung, Justiz, soziale Sicherungssysteme und letztlich auf die gesellschaftliche Kohäsion insgesamt.
Die Studierenden des Moduls haben diese Dimensionen in sechs Gruppen aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht:
- Arbeit
- Gesundheit
- Bildung
- Ökonomie und Soziologie
- Professionelle des Familienhelfersystems
- Elternperspektive
Die Ergebnisse zeigen: Elternkonflikte sind kein Randthema. Sie berühren zentrale gesellschaftliche Funktionsbereiche – oft mit langfristigen und schwer quantifizierbaren Folgen.
- Wenn private Konflikte öffentliche Systeme belasten
Ein zentraler Befund der studentischen Arbeiten war die Differenzierung zwischen direkt erfassbaren und indirekten, schwer monetarisierbaren Kosten.
Direkt erfassbare Kosten
In mehreren Präsentationen wurden strukturell messbare Auswirkungen sichtbar:
- Arbeitsausfälle durch psychische Belastungen
- Reduzierte Erwerbsfähigkeit oder Erwerbsunterbrechungen
- Kosten therapeutischer und psychiatrischer Behandlungen
- Gerichtliche Verfahren und Gutachten
- Unterstützungsleistungen durch Jugendämter, Beratungsstellen oder freie Träger
Diese Kosten lassen sich zumindest annähernd beziffern. Sie erscheinen in Haushaltsplänen, in Krankenkassenstatistiken oder in volkswirtschaftlichen Berechnungen.
Doch genau hier beginnt die eigentliche gesellschaftliche Herausforderung.
- Die unsichtbaren Kosten – und warum sie zentral sind
Die vielleicht eindrucksvollsten Beiträge der Studierenden befassten sich mit jenen Wirkungen, die sich nicht unmittelbar in Eurobeträgen ausdrücken lassen, deren gesellschaftliche Tragweite jedoch erheblich sein kann.
Dazu gehören insbesondere:
- langfristige psychosoziale Belastungen von Kindern
- Bindungsunsicherheiten und Beziehungsschwierigkeiten im Erwachsenenalter
- erhöhte Vulnerabilität für psychische Erkrankungen
- eingeschränkte Bildungs- und Teilhabechancen
- Vertrauensverlust in Institutionen
- transgenerationale Weitergabe von Konfliktmustern
Hier stellt sich eine grundlegende Frage:
Wie erfassen wir Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge, wenn Effekte zeitlich verzögert auftreten, sich überlagern und mehrere Systeme gleichzeitig betreffen?
Ein Kind, das über Jahre in hochstrittige Elternkonflikte involviert ist, zeigt möglicherweise erst im Jugend- oder Erwachsenenalter Symptome – depressive Episoden, Beziehungsabbrüche, Suchtproblematiken oder berufliche Instabilität. Der Zusammenhang bleibt oft unsichtbar oder wird individualisiert.
Gesellschaftlich betrachtet handelt es sich jedoch um kumulative Entwicklungsrisiken mit struktureller Bedeutung.
- Bildung: Wenn Konflikte Biografien formen
Die Gruppe zur Bildungsperspektive machte deutlich, wie stark familiäre Hochkonfliktsituationen schulische Entwicklung beeinflussen können:
- Konzentrationsprobleme
- Leistungsabfall
- Schulverweigerung
- soziale Isolation
- verminderte Ausbildungs- und Studienchancen
Bildungsabbrüche wirken sich nicht nur individuell aus, sondern auch volkswirtschaftlich. Geringere Qualifikationen bedeuten langfristig reduzierte Einkommenschancen, höhere Abhängigkeit von Transferleistungen und geringere Steuerleistung.
Doch auch hier gilt: Die eigentliche Tragweite liegt nicht nur im finanziellen Verlust, sondern in eingeschränkter gesellschaftlicher Teilhabe.
- Arbeit und Gesundheit: Wechselwirkungen
Die Analysen im Bereich Arbeit und Gesundheit zeigten eindrucksvoll, wie stark sich psychische Belastungen und ökonomische Stabilität gegenseitig beeinflussen.
Eltern in hochstrittigen Trennungen berichten häufig über:
- chronische Erschöpfung
- Angst- und Depressionssymptome
- Konzentrationsprobleme
- soziale Isolation
Dies führt nicht selten zu:
- Krankmeldungen
- Leistungsreduktion
- Arbeitsplatzverlust
- beruflicher Dequalifizierung
Die Belastung bleibt jedoch nicht auf eine Generation begrenzt. Kinder übernehmen häufig implizite Konfliktmuster oder internalisieren Loyalitätskonflikte, die später ihre eigene Arbeits- und Beziehungsfähigkeit beeinflussen können.
Hier zeigt sich der transgenerationale Aspekt besonders deutlich.
- Das Familienhelfersystem unter Druck
Ein weiterer Fokus lag auf den Professionellen des Familienhelfersystems – Richterinnen und Richter, Verfahrensbeistände, Gutachterinnen, Jugendamtsmitarbeitende, Beratungsstellen.
Die Studierenden machten sichtbar:
- strukturelle Überlastung
- Ressourcenknappheit
- widersprüchliche Erwartungen
- systemische Eskalationsdynamiken
Wenn Verfahren sich über Jahre ziehen, entstehen nicht nur Kosten, sondern auch institutionelle Erschöpfung. Gleichzeitig verstärken eskalierte Verfahren häufig die Konfliktdynamik – ein Paradox, das strukturelle Reformüberlegungen notwendig erscheinen lässt.
- Transgenerationale Dynamiken – die langfristige Dimension
Besonders eindrucksvoll war die Auseinandersetzung mit transgenerationalen Effekten.
Konfliktmuster, Misstrauen, Beziehungsabbrüche oder die Erfahrung von Instrumentalisierung können – bewusst oder unbewusst – weitergegeben werden. Kinder, die in chronischen Loyalitätskonflikten aufwachsen, entwickeln häufig Schutzstrategien, die kurzfristig stabilisieren, langfristig jedoch Beziehungsfähigkeit beeinträchtigen können.
Die gesellschaftliche Relevanz liegt darin, dass solche Muster soziale Bindungsfähigkeit und institutionelles Vertrauen beeinflussen.
Wenn eine Generation systematisch Beziehungssicherheit verliert, wirkt sich das auf Partnerschaften, Erziehungskompetenz und gesellschaftliche Kohäsion aus.
Diese Dimension lässt sich kaum monetarisieren – aber sie ist strukturell bedeutsam.
- Die Podiumsdiskussion – Interdisziplinarität als Antwort
Die anschließende Diskussion mit
- Kevin Weber (Juramentis)
- Christine von Brasch (betroffene Mutter)
- Prof. Dr. Daniel Fischer (Modulverantwortlicher)
- RiAG Alexander Erbath (Familienrichter)
- Jürgen Harms (Marianne Bock Gedächtnis-Stiftung)
- Alexander Brolich (Volljurist und Verfahrensbeistand)
brachte unterschiedliche Perspektiven zusammen: juristisch, wissenschaftlich, praxisbezogen und biografisch.
Im Publikum befanden sich neben Studierenden auch Journalistinnen und Journalisten (u.a. Der Spiegel, Landeszeitung), Richterinnen und Richter, Gutachter sowie betroffene Eltern.
Gerade diese Interdisziplinarität war zentral. Elternkonflikte sind weder ausschließlich juristisch noch psychologisch oder sozialpolitisch zu lösen. Sie verlangen systemische Betrachtung.
- Von der Individualisierung zur gesellschaftlichen Verantwortung
Ein wiederkehrendes Motiv der Veranstaltung war die Frage nach gesellschaftlicher Verantwortung.
Solange Elternkonflikte als rein private Angelegenheiten betrachtet werden, bleiben strukturelle Antworten begrenzt. Erst wenn wir sie als gesellschaftlich relevantes Phänomen verstehen – mit ökonomischen, gesundheitlichen und sozialen Folgen – entsteht Raum für:
- frühzeitige Intervention
- interdisziplinäre Kooperation
- strukturelle Reformen
- Präventionsmodelle
- evidenzbasierte Politik
Elternkonflikte sind kein moralisches Problem. Sie sind ein systemisches.
- Fazit: Eine Generationenfrage
Die Arbeiten der Studierenden haben eindrucksvoll gezeigt:
Die eigentlichen Kosten von Elternkonflikten liegen nicht nur in Gerichtsakten oder Haushaltsplänen.
Sie liegen in Bildungsbiografien, Bindungsfähigkeit, psychischer Gesundheit und gesellschaftlicher Vertrauensstruktur.
Sie sind kumulativ.
Sie sind systemisch.
Sie können transgenerational wirken.
Auch wenn nicht jede Folgewirkung eindeutig kausal isolierbar ist, deuten konservative volkswirtschaftliche Modellierungen darauf hin, dass sich die kumulativen Lebensverlaufskosten hochstrittiger Elternkonflikte in gesamtgesellschaftlichen Dimensionen von mehreren Milliarden Euro bewegen können.
Wenn wir über Elternkonflikte sprechen, sprechen wir daher nicht nur über Trennung oder Scheidung.
Wir sprechen über die Qualität zukünftiger Beziehungen.
Über soziale Stabilität.
Über institutionelles Vertrauen.
Über die nächste Generation.
Die gestrige Veranstaltung war deshalb mehr als eine akademische Übung.
Sie war ein Beitrag zur Sichtbarmachung einer gesellschaftlichen Realität.
Und vielleicht der Beginn einer vertieften Diskussion darüber, wie wir Verantwortung neu denken können – nicht nur individuell, sondern strukturell.
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🇬🇧 English (UK)
Parental Conflict as a Societal Reality
On systemic follow-up costs, transgenerational dynamics and the responsibility of the next generation
Yesterday, as part of the Transformation Module at Leuphana University and my seminar (From Family Law to Child Protection Law – Current Developments, Foundations and Limits), a panel discussion took place that focused on a topic which is often individualised in public discourse – even though its effects extend far beyond individual families: the societal costs of parental conflict.
What may initially appear to be a private problem between two adults proves, upon closer examination, to be a complex systemic phenomenon with consequences for work, health, education, the justice system, social security systems and ultimately for social cohesion as a whole.
The students in the module explored these dimensions in six groups from different perspectives:
- Work
- Health
- Education
- Economics and Sociology
- Professionals within the family support system
- Parental perspective
The results show that parental conflict is not a marginal issue. It affects central social functions – often with long-term and difficult-to-quantify consequences.
- When private conflicts burden public systems
One key finding of the students’ work was the distinction between directly measurable and indirect costs that are difficult to monetise.
Directly measurable costs
Several presentations revealed structurally measurable impacts:
- Work absences due to psychological stress
- Reduced employability or interruptions in employment
- Costs of therapeutic and psychiatric treatment
- Court proceedings and expert reports
- Support services provided by youth welfare offices, counselling centres or independent organisations
These costs can at least be approximately quantified. They appear in public budgets, health insurance statistics and macroeconomic calculations.
But this is precisely where the real societal challenge begins.
- The invisible costs – and why they matter
Perhaps the most impressive contributions by the students addressed effects that cannot easily be expressed in monetary terms but may nevertheless have significant societal consequences.
These include in particular:
- long-term psychosocial stress for children
- attachment insecurity and relationship difficulties in adulthood
- increased vulnerability to mental illness
- reduced educational and participation opportunities
- loss of trust in institutions
- transgenerational transmission of conflict patterns
This raises a fundamental question:
How do we capture cause-and-effect relationships when effects occur with time delays, overlap and affect several systems simultaneously?
A child exposed for years to high-conflict parental disputes may only show symptoms in adolescence or adulthood – depressive episodes, relationship breakdowns, addiction problems or professional instability. The connection often remains invisible or is individualised.
From a societal perspective, however, these represent cumulative developmental risks with structural relevance.
- Education: when conflict shapes biographies
The group focusing on education demonstrated how strongly high-conflict family situations can influence school development:
- concentration problems
- declining academic performance
- school refusal
- social isolation
- reduced chances of vocational training or university education
Educational dropouts do not only have individual consequences but also macroeconomic ones. Lower qualifications mean reduced income opportunities, higher dependence on social transfers and lower tax contributions.
Yet here too, the real significance lies not only in financial losses but in restricted social participation.
- Work and health: interdependencies
Analyses in the areas of work and health clearly illustrated how closely psychological stress and economic stability interact.
Parents in high-conflict separations frequently report:
- chronic exhaustion
- anxiety and depressive symptoms
- concentration difficulties
- social isolation
This often leads to:
- sick leave
- reduced productivity
- job loss
- professional dequalification
However, the burden does not remain limited to one generation. Children often adopt implicit conflict patterns or internalise loyalty conflicts that may later affect their own capacity for work and relationships.
Here the transgenerational aspect becomes particularly visible.
- The family support system under pressure
Another focus concerned professionals within the family support system – judges, guardians ad litem, expert witnesses, youth welfare professionals and counselling services.
Students highlighted:
- structural overload
- scarcity of resources
- contradictory expectations
- systemic escalation dynamics
When proceedings last for years, they generate not only costs but also institutional fatigue. At the same time, escalated procedures often intensify conflict dynamics – a paradox that suggests the need for structural reform.
- Transgenerational dynamics – the long-term dimension
The discussion of transgenerational effects was particularly striking.
Conflict patterns, mistrust, relationship breakdowns or experiences of instrumentalisation may be transmitted – consciously or unconsciously. Children growing up in chronic loyalty conflicts often develop coping strategies that provide short-term stability but may impair relational capacities in the long term.
The societal relevance lies in the fact that such patterns influence social bonding capacity and institutional trust.
If one generation systematically loses relational security, this affects partnerships, parenting competence and social cohesion.
This dimension is difficult to monetise – but structurally significant.
- The panel discussion – interdisciplinarity as a response
The subsequent discussion with
- Kevin Weber (Juramentis)
- Christine von Brasch (affected mother)
- Prof. Dr Daniel Fischer (module coordinator)
- Judge Alexander Erbath (family judge)
- Jürgen Harms (Marianne Bock Memorial Foundation)
- Alexander Brolich (lawyer and guardian ad litem)
brought together different perspectives: legal, academic, practical and biographical.
Among the audience were not only students but also journalists (including Der Spiegel and Landeszeitung), judges, expert witnesses and affected parents.
This interdisciplinarity was crucial. Parental conflicts cannot be resolved solely through legal, psychological or social policy approaches. They require systemic analysis.
- From individualisation to societal responsibility
A recurring theme of the event was the question of societal responsibility.
As long as parental conflicts are viewed purely as private matters, structural responses remain limited. Only when we understand them as a socially relevant phenomenon – with economic, health-related and social consequences – does space emerge for:
- early intervention
- interdisciplinary cooperation
- structural reforms
- prevention models
- evidence-based policy
Parental conflict is not a moral problem. It is a systemic one.
- Conclusion: a generational question
The students’ work demonstrated impressively that the real costs of parental conflict lie not only in court files or public budgets.
They lie in educational trajectories, relational capacity, mental health and the structure of social trust.
They are cumulative.
They are systemic.
They may be transgenerational.
Even if not every consequence can be causally isolated, conservative macroeconomic modelling suggests that the cumulative lifetime costs of high-conflict parental disputes may reach several billion euros in societal terms.
When we talk about parental conflict, we are therefore not only talking about separation or divorce.
We are talking about the quality of future relationships.
About social stability.
About institutional trust.
About the next generation.
Yesterday’s event was therefore more than an academic exercise.
It was a contribution to making a societal reality visible.
And perhaps the beginning of a deeper discussion about how we might rethink responsibility – not only individually, but structurally.
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🇫🇷 Français
Les conflits parentaux comme réalité sociétale
Sur les coûts systémiques à long terme, les dynamiques transgénérationnelles et la responsabilité de la prochaine génération
Hier, dans le cadre du module de transformation de l’Université Leuphana et de mon séminaire (Du droit de la famille au droit de la protection de l’enfance – évolutions actuelles, fondements et limites), s’est tenue une table ronde consacrée à un thème qui, dans le débat public, est souvent individualisé – bien que ses effets dépassent largement le cadre des familles concernées : les coûts sociétaux des conflits parentaux.
Ce qui peut d’abord apparaître comme un problème privé entre deux adultes se révèle, à y regarder de plus près, comme un phénomène systémique complexe ayant des répercussions sur le travail, la santé, l’éducation, la justice, les systèmes de protection sociale et, en fin de compte, sur la cohésion sociale dans son ensemble.
Les étudiant·e·s du module ont examiné ces dimensions en six groupes, selon différentes perspectives :
- Travail
- Santé
- Éducation
- Économie et sociologie
- Professionnels du système d’aide aux familles
- Perspective parentale
Les résultats montrent que les conflits parentaux ne constituent pas un sujet marginal. Ils touchent des fonctions centrales de la société – souvent avec des conséquences à long terme et difficiles à quantifier.
- Lorsque les conflits privés pèsent sur les systèmes publics
Un constat central des travaux étudiants fut la distinction entre coûts directement mesurables et coûts indirects difficilement monétarisables.
Coûts directement mesurables
Plusieurs présentations ont mis en évidence des impacts structurellement mesurables :
- absences au travail dues à la charge psychique
- réduction de la capacité de travail ou interruptions d’activité
- coûts des traitements thérapeutiques et psychiatriques
- procédures judiciaires et expertises
- prestations de soutien des services de protection de la jeunesse, des centres de conseil ou d’organismes indépendants
Ces coûts peuvent être approximativement quantifiés. Ils apparaissent dans les budgets publics, les statistiques des assurances maladie ou les analyses macroéconomiques.
Mais c’est précisément là que commence le véritable défi sociétal.
- Les coûts invisibles – et leur importance
Les contributions peut-être les plus marquantes des étudiant·e·s concernaient les effets qui ne peuvent être exprimés directement en termes monétaires mais dont la portée sociétale peut être considérable.
Il s’agit notamment de :
- charges psychosociales à long terme pour les enfants
- insécurité d’attachement et difficultés relationnelles à l’âge adulte
- vulnérabilité accrue aux troubles psychiques
- opportunités éducatives et de participation réduites
- perte de confiance dans les institutions
- transmission transgénérationnelle de schémas conflictuels
Une question fondamentale se pose alors :
Comment appréhender les relations de cause à effet lorsque les effets apparaissent avec retard, se superposent et touchent simultanément plusieurs systèmes ?
Un enfant exposé pendant des années à des conflits parentaux très intenses peut ne présenter des symptômes qu’à l’adolescence ou à l’âge adulte – épisodes dépressifs, ruptures relationnelles, problèmes d’addiction ou instabilité professionnelle. Le lien reste souvent invisible ou est individualisé.
Du point de vue sociétal, il s’agit pourtant de risques développementaux cumulatifs ayant une portée structurelle.
- L’éducation : lorsque les conflits façonnent les trajectoires de vie
Le groupe travaillant sur la perspective éducative a montré à quel point les situations familiales très conflictuelles peuvent influencer le parcours scolaire :
- difficultés de concentration
- baisse des performances scolaires
- refus scolaire
- isolement social
- diminution des chances de formation ou d’études supérieures
Les abandons scolaires n’ont pas seulement des conséquences individuelles, mais aussi macroéconomiques. Des qualifications plus faibles impliquent à long terme des revenus plus faibles, une dépendance accrue aux prestations sociales et une contribution fiscale moindre.
Mais là encore, l’enjeu réel ne réside pas seulement dans la perte financière, mais dans la limitation de la participation sociale.
- Travail et santé : des interactions étroites
Les analyses dans les domaines du travail et de la santé ont montré de manière frappante à quel point les charges psychiques et la stabilité économique s’influencent mutuellement.
Les parents impliqués dans des séparations très conflictuelles rapportent souvent :
- un épuisement chronique
- des symptômes anxieux et dépressifs
- des difficultés de concentration
- un isolement social
Cela conduit fréquemment à :
- des arrêts maladie
- une baisse de performance
- une perte d’emploi
- une déqualification professionnelle
La charge ne se limite toutefois pas à une seule génération. Les enfants adoptent souvent implicitement certains schémas conflictuels ou internalisent des conflits de loyauté susceptibles d’influencer plus tard leur capacité relationnelle et professionnelle.
C’est ici que la dimension transgénérationnelle apparaît particulièrement clairement.
- Le système d’aide aux familles sous pression
Un autre axe portait sur les professionnels du système d’aide aux familles – juges, administrateurs ad litem, experts, professionnels des services de protection de la jeunesse et centres de conseil.
Les étudiant·e·s ont mis en évidence :
- une surcharge structurelle
- un manque de ressources
- des attentes contradictoires
- des dynamiques systémiques d’escalade
Lorsque les procédures s’étendent sur des années, elles génèrent non seulement des coûts mais aussi une fatigue institutionnelle. Paradoxalement, les procédures très conflictuelles tendent souvent à renforcer la dynamique du conflit, ce qui rend nécessaires des réflexions sur des réformes structurelles.
- Dynamiques transgénérationnelles – la dimension à long terme
La discussion sur les effets transgénérationnels fut particulièrement marquante.
Les schémas de conflit, la méfiance, les ruptures relationnelles ou l’expérience d’instrumentalisation peuvent être transmis – consciemment ou non. Les enfants grandissant dans des conflits chroniques de loyauté développent souvent des stratégies de protection qui stabilisent à court terme mais peuvent entraver la capacité relationnelle à long terme.
L’importance sociétale réside dans le fait que ces schémas influencent la capacité de lien social et la confiance dans les institutions.
Si une génération perd systématiquement la sécurité relationnelle, cela affecte les partenariats, les compétences parentales et la cohésion sociale.
Cette dimension est difficilement monétarisable – mais elle est structurellement significative.
- La table ronde – l’interdisciplinarité comme réponse
La discussion avec
- Kevin Weber (Juramentis)
- Christine von Brasch (mère concernée)
- Prof. Dr Daniel Fischer (responsable du module)
- Alexander Erbath (juge aux affaires familiales)
- Jürgen Harms (Fondation Marianne Bock)
- Alexander Brolich (juriste et administrateur ad litem)
a réuni différentes perspectives : juridiques, scientifiques, pratiques et biographiques.
Parmi le public se trouvaient non seulement des étudiant·e·s, mais aussi des journalistes (notamment Der Spiegel et la Landeszeitung), des juges, des experts et des parents concernés.
Cette interdisciplinarité était essentielle. Les conflits parentaux ne peuvent être résolus uniquement par le droit, la psychologie ou la politique sociale. Ils nécessitent une approche systémique.
- De l’individualisation à la responsabilité sociétale
Un motif récurrent de l’événement fut la question de la responsabilité sociétale.
Tant que les conflits parentaux sont considérés comme des affaires strictement privées, les réponses structurelles restent limitées. Ce n’est que lorsqu’ils sont compris comme un phénomène socialement pertinent – avec des conséquences économiques, sanitaires et sociales – qu’apparaît un espace pour :
- l’intervention précoce
- la coopération interdisciplinaire
- des réformes structurelles
- des modèles de prévention
- des politiques fondées sur des données probantes
Les conflits parentaux ne sont pas un problème moral.
Ils sont un problème systémique.
- Conclusion : une question générationnelle
Les travaux des étudiant·e·s l’ont montré avec force :
Les véritables coûts des conflits parentaux ne se trouvent pas seulement dans les dossiers judiciaires ou les budgets publics.
Ils se trouvent dans les trajectoires éducatives, la capacité relationnelle, la santé mentale et la structure de confiance sociale.
Ils sont cumulatifs.
Ils sont systémiques.
Ils peuvent être transgénérationnels.
Même si chaque conséquence ne peut être isolée causalement, des modélisations macroéconomiques prudentes suggèrent que les coûts cumulés sur l’ensemble du parcours de vie des conflits parentaux très conflictuels peuvent atteindre plusieurs milliards d’euros à l’échelle sociétale.
Lorsque nous parlons de conflits parentaux, nous ne parlons donc pas seulement de séparation ou de divorce.
Nous parlons de la qualité des relations futures.
De la stabilité sociale.
De la confiance institutionnelle.
De la prochaine génération.
L’événement d’hier était donc plus qu’un simple exercice académique.
Il a contribué à rendre visible une réalité sociétale.
Et peut-être constitue-t-il le début d’une discussion plus approfondie sur la manière de repenser la responsabilité – non seulement de manière individuelle, mais aussi structurelle.
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🇪🇸 Español
Los conflictos parentales como realidad social
Sobre los costes sistémicos, las dinámicas transgeneracionales y la responsabilidad de la próxima generación
Ayer tuvo lugar, en el marco del módulo de transformación de la Universidad Leuphana y de mi seminario (Del derecho de familia al derecho de protección de la infancia – desarrollos actuales, fundamentos y límites), una mesa redonda centrada en un tema que en el debate público suele individualizarse, aunque sus efectos van mucho más allá de las familias implicadas: los costes sociales de los conflictos parentales.
Lo que en un primer momento puede parecer un problema privado entre dos adultos se revela, al observarlo más de cerca, como un fenómeno sistémico complejo con consecuencias para el trabajo, la salud, la educación, el sistema judicial, los sistemas de protección social y, en última instancia, para la cohesión social en su conjunto.
Los estudiantes del módulo analizaron estas dimensiones en seis grupos desde distintas perspectivas:
- Trabajo
- Salud
- Educación
- Economía y sociología
- Profesionales del sistema de apoyo familiar
- Perspectiva de los padres
Los resultados muestran que los conflictos parentales no son un tema marginal. Afectan a funciones centrales de la sociedad, a menudo con consecuencias a largo plazo y difíciles de cuantificar.
- Cuando los conflictos privados afectan a los sistemas públicos
Un hallazgo central de los trabajos de los estudiantes fue la distinción entre costes directamente medibles y costes indirectos difíciles de monetizar.
Costes directamente medibles
Varias presentaciones mostraron impactos estructuralmente medibles:
- ausencias laborales debido a cargas psicológicas
- reducción de la capacidad laboral o interrupciones del empleo
- costes de tratamientos terapéuticos y psiquiátricos
- procedimientos judiciales y peritajes
- servicios de apoyo prestados por servicios de protección de menores, centros de asesoramiento u organizaciones independientes
Estos costes pueden al menos estimarse. Aparecen en presupuestos públicos, estadísticas de seguros de salud o cálculos macroeconómicos.
Pero precisamente aquí comienza el verdadero desafío social.
- Los costes invisibles – y por qué son centrales
Quizá las contribuciones más impresionantes de los estudiantes se centraron en aquellos efectos que no pueden expresarse directamente en términos monetarios, pero cuya relevancia social puede ser considerable.
Entre ellos se encuentran:
- cargas psicosociales a largo plazo para los niños
- inseguridad en el apego y dificultades relacionales en la edad adulta
- mayor vulnerabilidad a trastornos psicológicos
- oportunidades educativas y de participación reducidas
- pérdida de confianza en las instituciones
- transmisión transgeneracional de patrones de conflicto
Esto plantea una cuestión fundamental:
¿Cómo captamos relaciones de causa y efecto cuando los efectos aparecen con retraso, se superponen y afectan simultáneamente a varios sistemas?
Un niño expuesto durante años a conflictos parentales intensos puede mostrar síntomas solo en la adolescencia o en la edad adulta: episodios depresivos, rupturas relacionales, problemas de adicción o inestabilidad profesional. La relación causal suele permanecer invisible o se individualiza.
Desde una perspectiva social, sin embargo, se trata de riesgos acumulativos de desarrollo con relevancia estructural.